Vermisstensuche

Angehörige suchen mit 5000 Flugblättern nach vermisster Frau

Solche Flugblätter hängen in fast der ganzen Stadt, hier am Hauptbahnhof.  

Solche Flugblätter hängen in fast der ganzen Stadt, hier am Hauptbahnhof.  

Foto: Bernd Kiesewetter

Bochum.  Seit 15 Tagen wird Ingrid Adamczyk (80) vermisst. Angehörige haben bereits 5000 Flugblätter in der Stadt aufgehängt. Die Sorge ist groß.

„Das Schicksal berührt uns alle sehr“, sagte Polizeisprecher Frank Lemanis am Montag. Seit gut zwei Wochen wird die 80 Jahre alte Ingrid Adamczyk vermisst. Bis heute weiß niemand, wo sie sich aufhält. „Die Seniorin leidet an Demenz und kann daher zeitlich und örtlich desorientiert sein“, sagt die Polizei.

Angehörige haben mittlerweile in fast ganz Bochum sowie in DO-Lüdgendortmund und DO-Bövinghausen 5000 selbst finanzierte Flugblätter aufgehängt, zum Beispiel am Hauptbahnhof, an Geldinstituten oder vor einem Flaschen-Rückgabe-Automaten an einem Supermarkt an der Castroper Straße in Grumme, wo die Vermisste früher gewohnt hatte (in der Ennepestraße). Sie soll selbst Flaschen gesammelt haben, obwohl sie das gar nicht nötig gehabt hatte. „Ich mache mir Sorgen, sie ist jetzt schon den 15. Tag weg“, sagte am Montag ihr Schwiegersohn zur WAZ.

„Weder eine Spur noch einen Hinweis auf ihren Verbleib“

„Ingrid Adamczyk ist am Sonntag (23. Juni) gegen 14 Uhr zuletzt in Bochum-Werne in der Nähe des dortigen Seniorenzentrums gesehen worden“, heißt es auf den DIN-A4-Plakaten. Gemeint ist das Awo-Seniorenheim „Auf der Kiekbast 12“. Dort lebte die Seniorin seit Mai. Seit ihrem Verschwinden gebe es „weder eine Spur noch einen Hinweis auf ihren Verbleib“, heißt es weiter auf dem Flugblatt. „Sie könnte durchaus in einen Bus eingestiegen sein und befindet sich gegebenenfalls außerhalb des Stadtgebietes. Falls Sie Ingrid Adamczyk gesehen haben, so informieren Sie bitte umgehend die nächste Polizeidienststelle. Vielen Dank!“

Rund 40 Helfer haben mitgesucht

Die Angehörigen haben einen riesigen Aufwand betrieben, um die 80-Jährige zu finden. Allein der Schwiegersohn ist schon rund 1500 Kilometer mit dem Auto durch die Straßen gefahren. Hinzu kommen unzählige Fußwege abseits der Straßen, über Felder und andere Gelände. Rund 40 Helfer haben dabei mitgesucht.

Einmal soll die 80-Jährige, die trotz ihrer Demenz sehr gut zu Fuß ist und einen starken Bluterguss am rechten Auge hat, bereits gesehen worden, in einem Rewe-Supermarkt an der Straße „Grüner Weg“ in Kornharpen. Das war aber wohl ein Irrtum, meint der Schwiegersohn. Eher glaubt er, dass seine Schwiegermutter am Donnerstag, 27. Juni, auf einer Straße in Kornharpen erkannt worden sei; die Beschreibung des Zeugen passe sehr gut. Außerdem soll die Seniorin am vergangenen Freitag (5. Juli) um 22.50 Uhr vor der Kamps-Bäckerei an der Ecke Bongardstraße/Kurt-Schumacher-Platz am Hauptbahnhof, in dem kleinen dortigen Fußgängertunnel, gesehen worden sein. Gesichert ist dies aber nicht.

Ingrid Adamczyk hatte, als sie das Awo-Heim verließ, wegen der starken Demenz keinen Zugriff auf ihr Bargeld. Ihr Verschwinden ist ein Rätsel. Als sie dort wohnte, hatte sie täglich von einem Familienmitglied Besuch gehabt.

Alle hoffen, dass sie so schnell wie möglich wohlbehalten wieder auftaucht.

Die Vermisste ist rund 1,60 bis 1,65 Meter groß. Hinweise an die Polizei: 110.

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