Zentral-Deponie

Abdeckung der alten Bochumer Zentraldeponie läuft

Die Abdeckung der ehemaligen Zentraldeponie Kornharpen hat begonnen. Der Antrag für die endgültige Abdichtung liegt bereits beim Regierungspräsidenten in Arnsberg.

Die Abdeckung der ehemaligen Zentraldeponie Kornharpen hat begonnen. Der Antrag für die endgültige Abdichtung liegt bereits beim Regierungspräsidenten in Arnsberg.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Abdeckung der ehemaligen Bochumer Zentraldeponie wird rund sieben Jahre dauern. Damit soll verhindert werden, dass Wasser eindringt.

Jetzt wird Bochums größte Deponie endgültig trocken gelegt. Die ehemalige Zentraldeponie Kornharpen diente 27 Jahre lang, von 1978 bis 2005, als Hausmüll-Deponie. Jetzt sollen die rund 21 Millionen Kubikmeter Abfälle, die sich dort bis zu einer Höhe von 154 Metern auftürmen, so gesichert werden, dass dieser riesige Berg im Osten der Stadt später einmal für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Eine gewaltige Menge: Zum Vergleich: Im Essener Baldeneysee befinden sich rund 7,6 Millionen Kubikmeter Wasser, also rund ein Drittel des Deponieraums.

Die spätere Nutzung für die Allgemeinheit ist noch Zukunftsmusik. Doch vor wenigen Tagen stellte der Umweltservice Bochum (USB) bei der Bezirksregierung in Arnsberg den Antrag, dass nun die endgültige Oberflächenabdeckung auf die seit Jahren nicht mehr mit Hausmüll beschickte Deponie aufgebracht werden darf.

Sieben Jahre dauern die Arbeiten

Mindestens sieben Jahre lang dauert es, bis die rund 320.000 Quadratmeter der Deponie-Oberfläche mit einer Schicht aus verschiedenen abdichtenden Lagen komplett bedeckt sein werden. „Wir arbeiten immer in klar umrissenen Bereichen, so dass die Belästigung für die Anwohner nicht zu groß wird“, erklärt Michael Weßelmann vom USB. Über die verschiedenen Lagen, die allesamt verhindern sollen, dass überhaupt noch Wasser in die Deponie eindringt, kommt zum Schluss eine rund 1,60 dicke Schicht aus rekultiviertem Erdreich.

Dazu wird bereits auf dem Deponiegelände gelagerter Boden oder hinzugekaufter Boden mit zerkleinertem Grün. Auf der Oberfläche werden Gräser oder spezielle Kräuter gepflanzt. Tiefwurzelnde Bäume sind tabu, sie könnten die wasserdichten Bahnen darunter zerstören. Um dieses Verfahren genehmigt zu bekommen, hatte der USB auf dem Deponiegelände verschiedene Testfelder angelegt, um das zu dokumentieren. Die Kosten sind noch nicht genau ermittelt. Der USB kalkuliert aber mit einer Summe von bis zu 40 Millionen Euro. Mindestens bis zum Jahr 2056, so die Berechnungen, müsse das Deponiegelände wohl noch gesondert behandelt werden.

Anwohner konnten Deponie besichtigen

Bereits im Vorfeld dieser Arbeiten hat eine Armada von rund einem Dutzend Traktoren mit großen Mulden damit begonnen, rund 200.000 Kubikmeter Erde oben auf der Spitze der Deponie zu verteilen. Zwar ist auch jetzt schon der Hausmüll unter einer Deckschicht verborgen. Diese wird aber nun schrittweise auf rund acht Metern erhöht. Schon mehrfach wurden Besuchergruppen vor allem von Anwohnern aus dem Bereich der Straßen Auf der Prinz auf das Gelände geführt. Sie hatten sich über den Betrieb dort gewundert. Manche vermuteten gar, dass die Deponie wieder in Betrieb genommen werden sollte. „Die Leute konnten wir beruhigen. Die meisten waren vor Ort erstaunt, wie relativ staubfrei wir hier arbeiten“, so Weßelmann. Bis in den September hinein sollen diese Arbeiten andauern.

Mit dem Beginn der endgültigen Abdeckarbeiten wird für 2021 geplant. Aber solange passiert auf der alten Deponie eine ganze Menge. Am morgigen Fronleichnamstag rücken rund 400 Schafe an. Die Tiere werden das Grün beweiden. Außerdem laufen die Energiegewinnung mit Deponiegas und die Stromerzeugung über Solarzellen weiter. Während das Deponiegas bis etwa zum Jahr 2035 deutlich weniger stark gewonnen werden kann, ist es möglich, die Solaranlage später sogar noch auszubauen.

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