Kultfilm

1000 Wochen und kein Ende: Fans feiern „Bang Boom Bang“

David Schewior (li.) und Philipp Schalmann haben „Bang Boom Bang“ über 100 Mal gesehen. Klar, dass die Lüner auch in der 1000. Jubiläumswoche ins UCI fuhren. Am Freitag gab’s eine 20.15-Uhr-Sondervorstellung.

David Schewior (li.) und Philipp Schalmann haben „Bang Boom Bang“ über 100 Mal gesehen. Klar, dass die Lüner auch in der 1000. Jubiläumswoche ins UCI fuhren. Am Freitag gab’s eine 20.15-Uhr-Sondervorstellung.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Ein unglaubliches Jubiläum: Seit 1000 Wochen läuft die Kultkomödie „Bang Boom Bang“ im Bochumer UCI-Kino. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

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„Dat ist eben Ruhrpott pur. Als wenn’s in der Nachbarschaft spielt.“ Über 100 Mal, „mindestens“, haben Philipp Schalmann (33) und David Schewior (36) den Klassiker schon im Kino gesehen. „Wir können synchron mitsprechen.“

Am Freitagabend machten sich die Lüner zu ungewohnt früher Stunde nach Bochum ins UCI auf. Statt um 23 Uhr traten Kalle, Keek, Schlucke & Co. schon um 20.15 Uhr in Aktion. Sondervorstellung für „Bang Boom Bang“ – aus schier unglaublichem Anlass.

Nur 500.000 Besucher bundesweit

Seit 1000 Wochen läuft der Klassiker im Multiplex-Kino im Ruhrpark. Eine irre Geschichte, sagt Stefan Hennen (43), heute Theaterleiter, damals Servicekraft, als „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ im August 1999 anlief.

Mit rund 500.000 Besuchern fand die Komödie bundesweit mittelprächtige Resonanz. In Bochum sollte sie zum Kult avancieren.

„Normalerweise hätte der Film nach ein, zwei Monaten aus dem Programm genommen werden müssen“, so Hennen. „Aber unser Haus hat das Potenzial erkannt. Wir sagten uns damals: Wir feiern einfach weiter – und hoffen, dass genügend Leute mitmachen.“

Taten sie. Tun sie. Trotz mancher Durststrecke gerade in der ersten Zeit („Da saßen auch mal nur zwei Leute in der Vorstellung“) ging es weiter.

Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Immer freitags, immer 23 Uhr, immer im Saal 14, dem einzigen im „Uzzi“, in dem noch ein Projektor bereitsteht, für den Notfall. Denn auch ein 90er-Schätzchen wie „Bang Boom Bang“ wird längst in Digitaltechnik auf die Leinwand gebracht.

Wöchentlich bis zu 60 Besucher

Bis zu 60 Fans finden sich im Schnitt ein. Meist Männer. Meist textfest. Meist mit „Kanne“ (heißt: Flasche Bier). Davon gab’s am Freitag zwei zum Preis von einer. Das wohl passendste Präsent zum 1000-Wochen-Jubiläum.

Überraschend der Ehrengast: Regisseur Peter Thorwarth eilte vom aktuellen Dreh für seinen neuen Film „Der letzte Bulle“ nach Harpen. Mit dem Produzenten Christian Becker begrüßte er die Gäste und scheint selbst kaum glauben zu können, dass sein Werk nach 19 Jahren noch immer funktioniert: „Vielen Dank, dass ihr dem Film schon so lange die Treue haltet.“

20. Geburtstag wird 2019 gefeiert

Ungewöhnlich groß war bei der Früh-Vorstellung die Zahl der jungen Kinogänger, die „Bang Boom Bang“ zum ersten Mal sahen. Deren Juchzen und Lachen zeigt an, dass es mit dem Kult noch lange nicht vorbei ist.

Vorerst bis zum 20. Geburtstag im August 2019 geht’s weiter, dann mit so großartigen Schauspielern wie Ralle Richter, Oliver Korittke oder Martin Semmelrogge und einer XXL-Kinonacht in allen 14 Sälen.

Und danach? Stefan Hennen schmunzelt: „Ein Ende ist nicht in Sicht.“ Ein todsicheres Ding.

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