Wasserversorgung

Voller Möhnesee würde 34 Jahre für Arnsberger reichen

Thomas Kroll (Geschäfftsbereichsleiter Wasserversorgung Stadt Arnsberg) mit trüben Wasser aus der Ruhr (links) und gefilterten Wasser.

Thomas Kroll (Geschäfftsbereichsleiter Wasserversorgung Stadt Arnsberg) mit trüben Wasser aus der Ruhr (links) und gefilterten Wasser.

Foto: NITSCHE, Thomas

Arnsberg.   Arnsberger bräuchten statistisch 34 Jahre, um randvolle „Möhne“ leer zu trinken. 10,5 Millionen Liter fließen täglich durch das Stadtwerke-Netz.

Die Arnsberger gehen seit Jahren bewusst und sparsam mit ihrem Trinkwasser um. Statistisch gesehen verbrauchte jeder Arnsberger unter Einberechnung aller Privat- und Industrieverbräuche im vergangenen Jahr dennoch 131,87 Liter pro Tag. Über die Wasserversorgung der Stadtwerke Arnsberg wurden 3,686 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Diese Zahl aber braucht nicht zu erschrecken: Die Arnsberger bräuchten rund 34 Jahre um eine satt gefüllte Möhnetalsperre und immerhin noch 19 Jahre um einen randvollen Sorpesee leerzutrinken.

Randvoll sind Möhnesee mit seiner maximalen Speicherkapazität von 126 Millionen Euro Kubikmeter Wasser und auch der Sorpesee (70 Mio. Kubikmeter) derzeit wahrlich nicht. Gleiches gilt für den Hennesee, der durch seinen Abfluss zu Ruhr oberhalb des Arnsberger Wasserwerkes Langel zwischen Oeventrop und Freienohl für die Trinkwasserversorgung der Arnsberger ebenso wie die Möhnetalsperre oberhalb des Wasserwerkes Möhnebogen in Neheim von Bedeutung ist. „Die Trockenheit der letzten Monate hat keinen Einfluss auf die Quantität und Qualität unseres Trinkwassers“, sagt Thomas Kroll, Geschäftsbereichsleiter Wasserversorgung der Stadtwerke Arnsberg.

Vertrag mit Gelsenwasser läuft aus

Die Stadtwerke versorgen aktuell 76 587 Arnsberger mit Trinkwasser. Gezählt werden 18 500 Hausanschlüsse, die über gut 450 Kilometer Rohrleitungen versorgt werden. Für einige Ortsteile gibt es Sonderregelungen. So erhalten die zusammen 3209 Bachumer und Voßwinkel ihr Wasser zwar von den Stadtwerken, doch beziehen diese das nasse Gut derzeit noch von der Gelsenwasser AG aus dem Wasserwerk Echthausen der Wasserwerke Westfalen GmbH. Dieser Liefervertrag läuft aber zum 31. Dezember 2018 aus. „Ab Januar 2019 werden die Stadtwerke Arnsberg die Ortsteile Bachum und Voßwinkel vom Wasserwerk Möhnebogen aus mit Trinkwasser versorgen“, kündigt Thomas Kroll an.

Letzte „Eigenversorger“ bleiben dann die Menschen in Holzen, der Oelinghauser Heide und Ainkhausen. Der Wasserbeschaffungsverband Arnsberg-Holzen bewirtschaftet in Ainkhausen die Wassergewinnung über die Minte-Quelle. 1955 Einwohner der Stadt trinken so das Minte-Wasser, könnten bei Problemen von den Stadtwerken aber notversorgt werden.

Für die Ortsteile Neheim, Hüsten, Herdringen, Müschede, Wennigloh und Lattenberg betreiben die Stadtwerke vier eigene Wassergewinnungs- und Aufbereitungsanlagen. Hier wird aus Quellwasser, Grundwasser und künstlich angereichertes Grundwasser bzw. Uferfiltrat wertvolles Trinkwasser gewonnen, in die Trinkwasserspeicher gefördert und von dort aus in das Versorgungsnetz gespeist. Wichtigeste Anlage ist das Wasserwerk Möhnebogen. Für Arnsberg, Bruchhausen, Niedereimer, Breitenbruch, Oeventrop, Rumbeck und Uentrop wird Trinkwasser vom Wasserbeschaffungsverband Arnsberg im Wasserwerk Langel geliefert.

Verbrauch geht tendenziell zurück

Der Wasserverbrauch der Arnsberger ist in den vergangenen Jahren tendenziell zurückgegangen. Im Jahr 2006 lag der Jahresverbrauch der Arnsberger noch bei 3,99 Millionen Kubikmeter. „Haushaltsgeräte werden immer sparsamer und verbrauchen weniger Trinkwasser“, erklärt Thomas Kroll. Zudem würden Industrie- und Gewerbekunden zunehmend auch Prozesswasseraufbereitungsanlagen einsetzen.

Rund 10,5 Mio. Liter Trinkwasser fließen täglich durch das Rohrnetz der Stadtwerke. Investiert wird regelmäßig. Die Wasserwerke Möhnebogen und Langel wurden in den vergangenen Jahren mit hochmoderner Filter- und Aufbereitungstechnik ausgestattet und für zusammen über 9 Millionen Euro modernisiert. Auch im vergangenen Jahr wurden 1,17 Millionen Euro für diverse Maßnahmen von den Stadtwerken in das Trinkwassernetz investiert.

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