Auf 'nen Kaffee

Volksbank-Vorstand Christian Eschbach geht in Ruhestand

Nur noch bis zum Jahresende Chef der Volksbank Sauerland: Christian Eschbach

Nur noch bis zum Jahresende Chef der Volksbank Sauerland: Christian Eschbach

Foto: Haselhorst

Arnsberg.   Drei Fusionen hat er mitgemacht, zwei aktiv mitgestaltet: Volksbank-Chef Christian Eschbach erlebte den Wandel. Jetzt geht er in den Ruhestand.

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Er rührt in seiner Tasse und blickt aus dem großen Fenster des Altstadtcafés auf den Arnsberger Steinweg. „Ist lange her, dass ich mir hier mal alles in Ruhe angeschaut habe“, sagt Christian Eschbach beim Treffen „Auf ‘nen Kaffee“. Als Vorstand der Volksbank Sauerland fehlte dafür oft die Zeit. Bald wird er mehr Freiräume haben. Der 65-jährige Oeventroper geht in den Ruhestand. Gerade packt er die letzten Sachen in seinem Büro auf der Chef-Etage in Hüsten zusammen.

Nahtloser Übergang

Schon vor den Feiertagen war er mit seinem Abschied beschäftigt. Sortieren, Wegschmeißen, Aufräumen und wichtige Dokumente und Aufgaben übergeben. „Ich will ja kein Herrschaftswissen mit nach Hause nehmen“, sagt Eschbach. Seine Nachfolge war langfristig und unter maßgeblicher Mitwirkung von Christian Eschbach vorbereitet worden. Michael Reitz war schon seit Oktober 2015 Mitglied des Vorstandes der Volksbank Sauerland. Nahtloser Übergang ist garantiert.

Als Reitz vorgestellt wurde, war der Tag des Ruhestands noch weit weg für Christian Eschbach. Jetzt ist er da, der Moment. „Und plötzlich musst du akzeptieren, dass jetzt ein neuer und letzter Lebensabschnitt kommt“, sagt der Bank-Chef, „das ist eine Zäsur!“. Vom totalen Ruhestand will Christian Eschbach aber nichts hören, sein Wissen und seine Kompetenzen will er auch künftig - außerhalb der Volksbank - einbringen. „Ich werde die Lücke zu füllen wissen!“, kündigt er an.

Neue Freiräume nutzen

Dazu wird auch das Ausnutzen und Genießen von neuen Freizeiten gehören. Der verheiratete Familienvater (27-jährige Tochter) ist ein leidenschaftlicher Motorradfahrer, hat eine Harley Davidson in der Garage stehen. „Und die möchte eigentlich mehr als wie bisher nur fünf Mal im Jahr bewegt werden“, sagt er. Zeit will er haben für seinen Freundes- und Bekanntenkreis in seinem Heimatort Oeventrop. Seit Jugend an ist er dem TuS Oeventrop treu. Einst als Kicker bis auf Bezirksliga-Niveau, seit über 40 Jahren als 2. Kassierer. Das eine oder andere Heimspiel mehr als zuletzt will er sich künftig auch mal anschauen.

Kontakt zu den Menschen war ihm immer wichtig. „Ich habe in meinem Berufsleben sehr schnell herausgefunden, dass du nie vergessen darfst, wo du herkommst“, sagt Christian Eschbach. So fehlt er auf keinem Oeventroper Schützenfest. Auch eine jährliche Tour mit „ganz alten“ Freunden nach Kanada ist seit mehr als 20 Jahren immer im Terminkalender gesetzt gewesen.

Christian Eschbach hat klein angefangen. Besucht hatte er die Volksschule Oeventrop. Er machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, studierte an der Fachhochschule in Hagen und landete 1979 bei der damaligen Volksbank Neheim. Er blieb dem Haus immer treu, seine Karriere nahm ihren Lauf. „Du fängst ja nicht bei der Bank an und willst Vorstand werden“, sagt Eschbach, „ich bin aber immer gefördert worden. Das hat es mir leicht gemacht, hier zu bleiben!“

Drei Fusionen mitgemacht

Als Mitarbeiter erlebte er den Wandel der klassischen Genossenschaftsbank hin auch zu einem Partner für das mittelständische Gewerbe. Eine Entwicklung, die auch eng mit Christian Eschbach verknüpft war. Die Bank musste auch dafür wachsen: Die Fusion mit der Volksbank Grevenstein kam 1988. Sechs Jahre später war Eschbach schon im Vorstand und gestaltete die nächste Fusion zur Volksbank Arnsberg-Sundern (2000) ebenso mit wie die zur Volksbank Sauerland (2009). „Und eine nicht geglückte Fusion 2014“, erinnert Eschbach an das von der Vertreterversammlung gestoppte Miteinander mit der Volksbank Hellweg.

Größe und Leistungsfähigkeit müssen sein und seien Zukunftsaufgaben. Das betont Eschbach immer wieder. Ebenso aber der Erhalt des gelebten Geistes in seinem Hause. „Dass ich bei einer von Konzernstrukturen und kommunaler Kontrolle unabhängigen Genossenschaftsbank gelandet bin, war ein Glücksfall meines Lebens.“

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