Mittwochsinterview

Vlado Velkov meint: „Kunst braucht das Risiko“

„Kunst braucht Risiko“, sagt Vlado Velkov. Dass er es ernst meint, beweist sein „Rendezvous“ mit dem Alligator von Fabian Knecht im Kunstverein.

Foto: privat

„Kunst braucht Risiko“, sagt Vlado Velkov. Dass er es ernst meint, beweist sein „Rendezvous“ mit dem Alligator von Fabian Knecht im Kunstverein. Foto: privat

Arnsberg.   Als künstlerischer Leiter bekleidet Vlado Velkov beim Kunstverein Arnsberg ein wichtiges Amt. Wir haben mit ihm unser Mittwochsinterview geführt.

Der Kunstverein Arnsberg feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Als künstlerischer Leiter erfüllt Vlado Velkov in Reihen der heimischen Kunstfreunde eine wichtige Aufgabe. Im „Mittwochs-Interview“ spricht er über sein Amt und den Verein.

Der Kunstverein Arnsberg feiert im Jahr 2018 sein 30-jähriges ­Bestehen. Worauf dürfen sich Kunstfreunde aus nah und fern zum Jubiläum freuen?

Vlado Velkov: Nach den Aus­stellungen im Arnsberger Wald und am Möhnesee im vergangenen Jahr haben Freunde vermutet, dass wir zum Jubiläum vielleicht den Himmel bespielen. Das hatten wir aber bereits in früheren Jahren, daher gehen wir dieses Jahr noch einen Schritt weiter. Kunstfreunde dürfen sich wie immer auf Über­raschungen einstellen.

Geben Sie uns einen kurzen Ausblick auf 2018 – was steht sonst auf dem Programm?

In der kommenden Ausstellung (die am 3. März eröffnet) zeigen wir neue Arbeiten des jungen französischen Künstlerduos Estrid Lutz und Emile Mold. Sie untersuchen in ihrem Hightech-Studio in Marseille post-digitale Phänomene und Szenarien, die sich aus unserer Internet-Abhängigkeit entwickeln.

Am 4. Mai eröffnen wir eine Ausstellung mit Albrecht Schäfer, Professor für Bildhauerei in Berlin. Er ist bekannt für seine experimen­telle und konzeptuelle Praxis, die ihn in den vergangenen Jahren überraschend wieder zur Malerei geführt hat. In der Ausstellung lässt sich diese radikale Wende in ihrer Entwicklung verfolgen. Unsere Jubiläumsausstellung eröffnet am 13. Juli. Für diesen Zeitraum bereiten wir weitere Projekte und Events für den öffentlichen Raum in und um Arnsberg vor.

Sie sind als künstlerischer Leiter ein Motor des Kunstvereins – wie kam es dazu?

Vor zehn Jahren habe ich in Berlin Dr. Andrea Teiser kennengelernt, die im Gespräch nicht nur über London und New York sprach, sondern auch immer wieder über Arnsberg. Das machte mich neugierig – und eines Tages folgte ich ihrer Einladung ins schöne Sauerland...

Erzählen Sie unseren Lesern ein wenig über Ihre Arbeit/Aufgaben im Kunstverein?

In Deutschland sind Ordnung, Tradition und Sicherheit wichtig. In der Kunst nicht. Spontanität und Emotionalität machen das Leben aus, und sie kann man nicht planen. Kunst braucht Risiko und neue Wege – meine Arbeit besteht darin, diese Wege zu gehen und – in enger Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern – ein phantasievolles Programm von Ausstellungen, Projekten und ­Publikationen zu gestalten.

Wie sehen Ihre Pläne für die ­Zukunft aus, speziell mit Blick auf Arnsberg?

Die Zukunft soll mich weiterhin überraschen können.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik