Zukunftsprojekt

TV Arnsberg gibt Sportbahnhof-Idee nicht auf

So sollte der „Sportbahnhof“ des TV Arnsberg in der Ursprungsplanung aus 2015 aussehen. Inzwischen wurde das Raumkonzept in den Ausmaßen etwas abgespeckt, um Kosten zu sparen.

So sollte der „Sportbahnhof“ des TV Arnsberg in der Ursprungsplanung aus 2015 aussehen. Inzwischen wurde das Raumkonzept in den Ausmaßen etwas abgespeckt, um Kosten zu sparen.

Foto: TV Arnsberg

Arnsberg.   TV Arnsberg gibt Idee eines „Sportbahnhofes“ als zukunftsweisendes Projekt nicht auf. Info-Tag am 22. Juni will aufzeigen, wie es weitergeht.

Der TV Arnsberg hält an seinem Projekt „Sportbahnhof“ fest. „Wir machen weiter, auf jeden Fall“, sagt Udo Jakobi. Der Vorsitzende des Großvereins gibt trotz Widrigkeiten die Vision eines vereinseigenen Sportzentrums für den Kurs-, Gesundheits- und Rehasport der Zukunft nicht auf. Am Samstag, 22. Juni, um 14 Uhr will der Verein im Bürgerbahnhof Arnsberg in einer nicht öffentlichen Mitgliederversammlung über den Stand der Dinge und die Perspektiven einer Realisierung informieren.

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Er liegt nur einen strammen Steinwurf vom Grundstück entfernt, das der TVA vor fünf Jahren erworben hat und auf dem der „Sportbahnhof“ entstehen sollte. Und hier war auch die Auftaktveranstaltung, bei der vor vier Jahren das zukunftsweisende Projekt erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Die Euphorie von damals ist verflogen, nicht aber der Wille zur Umsetzung.

Alles schien damals so klar. Das Grundstück gekauft, die Pläne für ein 3,5 Millionen-Euro-Projekt gemacht, die Spendenaufrufe gestartet und die Gespräche mit der Bank geführt. Und dann? Das Abschlussgespräch mit der Hausbank platzte. „Das war für uns wie ein Schlag mit dem Hammer vor den Kopf!“, erinnert sich Udo Jakobi, „sonst hätten wir im Jahr 2016 loslegen können“. Letztendlich scheiterte alles an der zu geringen Eigenanteilquote des Vereins bei dem Bauprojekt.

100.000 Euro Eigenkapital aktuell

Und genau das ist auch heute noch das Problem. Zwar hat der TV Arnsberg inzwischen rund 100.000 Euro zur Seite gelegt und das Bauprojekt nach neuen Berechnungen auf ein Kostenvolumen von 2,5 Millionen Euro „abgespeckt“, doch reicht das immer noch nicht.

Was tun? Noch kleiner werden darf das Projekt nicht. „Wir brauchen den Platz, sonst würden sich unsere Mitglieder nicht wohl fühlen im neuen Sportbahnhof!“, sagt Jakobi. Die Ausmaße wurden im Vergleich zur Ursprungsplanung bereits reduziert. Zwei 140 und 120 Quadratmeter große Kursräume, eine 500 Quadratmeter große Freitrainingsfläche, Sanitärräume und Empfang sollen immer noch Raum für den Trainingsbetrieb von rund 700 Personen wöchentlich geben. „Und wenn wir mal wieder Geld hätten, wäre da noch die Option auszubauen“, sagt Jakobi.

Wieder Geld zu haben ist aber nur Zukunftsmusik. Nun geht es darum, erst einmal Geld zu haben. Dazu werden weitere Spenden und Unterstützer gebraucht. Oder auch finanztechnische Schachzüge.

Eine Option: Der TV Arnsberg könnte das 2000 Quadratmeter große Grundstück ganz verkaufen und zurückpachten oder einen Teil als attraktives Filetstück verkaufen. „Das würde uns auf einen Schlag natürlich sehr liquide machen“, rechnet Jakobi vor. Der einzubringende Eigenanteil wäre sofort deutlich höher, was eine Finanzierung durch Banken erleichtert. Noch aber ist das auf Kredit gekaufte Grundstück nicht restlos abbezahlt. Verhandlungen mit möglichen Käufern waren zudem bislang nicht zielführend, weil es unterschiedliche Preisvorstellungen gibt.

Der TV Arnsberg bleibt am Ball. „Auch wenn es momentan unbefriedigend ist, weil wir leider so in der Warteschleife hängen!“, sagt Jakobi. Er wolle weiter nach „Menschen suchen, die in eine Vision investieren wollen“. Für ihn als Vorsitzenden sei es eine spannende Aufgabe, zusammen mit den am Projekt beteiligten Mitstreitern einen traditionellen Verein durch ein zukunftsfähiges Sportstättenkonzept zu modernisieren. „Mobilisieren und motivieren ist aber ein zähes Geschäft“, musste der Vorsitzende Udo Jakobi lernen, „ich hätte nie gedacht, dass das so ein Marathon wird.“

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