Dinscheder Brücke

Trennung der Ruhrdörfer während des Brückenneubaus vom Tisch

Die alte Dinscheder Brücke ist den Anforderungen des heutigen Verkehrs nichts mehr gewachsen. Sie wird durch einen Neubau ersetzt.

Die alte Dinscheder Brücke ist den Anforderungen des heutigen Verkehrs nichts mehr gewachsen. Sie wird durch einen Neubau ersetzt.

Foto: Wolfgang Becker

Oeventrop.   Der Knoten ist durchschlagen: Straßen NRW wird eine Behelfsbrücke errichten - einspurig und mit Ampelregelung.

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Die befürchtete Trennung der Oeventroper Ortsteile - verbunden mit großräumigen Verkehrsumleitungen - ist vom Tisch: Für die Zeit von Abriss und Neubau der maroden Dinscheder Brücke wird die zuständige Landesbehörde Straßen NRW eine Behelfsbrücke errichten.

Damit bleiben Einkaufszentrum Widaymarkt und Grundschule weiterhin erreichbar. Auch fußläufig, denn die parallele Rad- und Fußwegbrücke wird erst nach Fertigstellung des Neubaus demontiert.

„Über diese Entscheidung sind wir sehr glücklich“

„Über diese Entscheidung sind wir sehr glücklich,“ fasst Bezirksausschussvorsitzender Klaus Büenfeld (CDU) die Stimmung nach Bekanntgabe dieser Lösung im Ausschuss zusammen. Dort hatte Wolfgang Schomberg, unter anderem Leiter Straßen- und Brückenbau bei den Stadtwerken, für Straßen NRW den Stand der Dinge erläutert.

Nach Voruntersuchungen bleiben zwei Varianten

Waren ursprünglich vier Varianten für den Brückenneubau im Gespräch, so blieben nach ersten Voruntersuchungen durch Straßen NRW nur zwei Optionen im Topf:

eine Plattenbalken-Kons­truktion als Fertigbaulösung und eine „Ortbetonbrücke“ nach herkömmlicher Bauweise mit Einschalung, Bewehrung, Betonieren und in ansehnlich geschwungener Form. „Ein Verfahren, wie auch schon bei der Uentroper Brücke am Arnsberger Bahnhof praktiziert,“ so Schomberg.

Wahl fällt auf eine geschwungene Ortbetonbrücke

Zu diesen zwei Varianten hatten Straßen NRW im Vorfeld die Stadtwerke um ihre Meinung gebeten. Dazu wurden neben den Stadtplanern auch Ausschussvorsitzender Büenfeld und dessen Stellvertreter Gerd Stodollick (SPD) hinzugezogen.

Schon in dieser Besprechung, sagt Wolfgang Schomberg, habe sich die Ortbetonbrücke als beste Option herauskristallisiert. „Das war dann auch im Bezirksausschuss so.“ Allerdings werde die Bauzeit dieser Vier-Feld-Brücke im Vergleich zur Plattenbalken-Konstruktion „ein bisschen länger dauern“. Aber nicht exorbitant.

Behelfsbrücke in Richtung Segelfluggelände

Das Wichtigste aber: Für die Zeit des Brückenbaus werden die Ruhrdörfer - wie es zunächst bei Bekanntwerden des erforderlichen Neubaus vor gut zwei Jahren im Raum stand - nicht komplett auseinandergerissen, sondern Straßen NRW wird dann eine Behelfsbrücke in Richtung Segelfluggelände errichten.

Allerdings nur einspurig und mit Ampelregelung. Das maximale zulässige Fahrzeuggewicht liege wie bei der maroden alten Brücke bei 3,5 Tonnen. Auch die Fahrpläne des ÖPNV würden so nicht angetastet. Für Fußgänger dagegen bleibt dieser Behelf tabu.

„Alles ist besser als eine Trennung der Ortsteile“

Für Oeventrop sei „diese Lösung,“ so Klaus Büenfeld, „optimal. Selbst wenn durch die Ampelregelung an der Behelfsbrücke in den Hauptstoßzeiten der eine oder andere Stau entstehen kann. Aber alles ist besser als eine Trennung der Ortsteile.“

Doch bis zum Bau der neuen Dinscheder Brücke wird noch Zeit vergehen. Denn nun, erläutert Schomberg, müsse Straßen NRW die konkreten Planungen an ein Ingenieurbüro übergeben. „Ich schätze, dass der Baubeginn erst 2020 anstehen wird.“

Radweg wird integriert

Nach Fertigstellung des Neubaus wird die parallel zur jetzigen Brücke verlaufende hölzerne Fuß- und Radwegverbindung abgerissen, der Radweg in das neue Bauwerk integriert (Infobox).

Hier müsse aber noch die entsprechende Vereinbarung zwischen Stadt und Straßen NRW unterzeichnet werden. „Die Kosten für die für den Radweg erforderliche Mehrbreite übernimmt die Stadt.“

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