Neue Projekte

Teatron-Theater nimmt künstliche Intelligenz ins Visier

Szene aus dem Teatron-Stück “Treffpunkt Friedhof ... ein Spiel "  - das Teatron-Theater plant eine Wiederaufnahme für den 1., 2. und 3. November

Szene aus dem Teatron-Stück “Treffpunkt Friedhof ... ein Spiel " - das Teatron-Theater plant eine Wiederaufnahme für den 1., 2. und 3. November

Foto: Foto: / Manfred Haupthoff

Arnsberg.  Das Teatron-Theater, das 2021 auf 30-jähriges Bestehen zurückblickt, stellte im Kulturausschuss zwei Projekte für 2020 bis 2022 vor.

Das Arnsberger Teatron-Theater blickt schon auf die Spielzeit 2020 bis 2022. In dieser Zeit möchte die Bühne zwei Projekte realisieren, die sich zum einen mit der menschlichen Identität und zum anderen mit der Abgrenzung zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz befassen. Zur Umsetzung dieser beiden Projekte hat das Teatron-Theater Fördermittel beim NRW-Kulturministerium beantragt.

Fördermittel sind beantragt

„Die vom Ministerium ausgeschriebene Konzeptionsförderung ist etwas Besonderes, da sie einem Theater die Möglichkeit eröffnet, innerhalb von drei Jahren ,nur‘ zwei Theaterinszenierungen zu produzieren, wodurch dem Theater mehr Ruhe und Zeit für die Arbeit gewährt wird“, berichteten die Teatron-Theaterleiter Ursula und Yehuda Almagor im städtischen Kulturausschuss, der das Ehepaar zur Vorstellung der Teatron-Arbeit eingeladen hatte.

Schauspieler und Regisseur Yehuda Almagor sowie die Dramaturgin Ursula Almagor hatten 1991 das Teatron-Theater gegründet, das im Jahr 2021 auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken kann. 2021 feiert die Bühne auch sein 25-jähriges Ortsjubiläum: Seit 1996 ist Teatron in Arnsberg ansässig.

Ursula Almagor referiert im Kulturausschuss

Die Einladung der Arnsberger Kulturpolitiker nahm Ursula Almagor zum Anlass, die Arbeitsweise und Ziele des Teatron-Theaters grundsätzlich zu erläutern. „Wir verstehen Theaterarbeit als Kommunikationsprozess und das Theater selbst als möglichen Kommunikationsraum, in dem über aktuelle Themen und Fragestellungen reflektiert und geforscht werden kann, in dem Visionen entworfen oder einfach Fragen gestellt werden können – und all dies mit Mitteln des Theaters“, sagte die Dramaturgin und fügte an: „Wir wollen in einem lebendigen Diskurs mit der Stadt, in der wir leben und arbeiten, stehen.“

Dieser Kommunikationsprozess werde auch bei der Einbindung von Laien in Theaterprojekte („Theater zum Mitmachen“) sowie in zusätzlichen Workshops deutlich. Ursula Almagor räumte ein, dass die anspruchsvollen Teatron-Inszenierungen nicht selten eine Herausforderung für das Publikum darstellten, doch die Publikumszahlen zeigten deutlich, dass dies akzeptiert und gewünscht werde. „Wir können uns heute über eine durchweg hundertprozentige Auslastung unserer Vorstellungen freuen“, so Almagor. Wichtig war und ist es dem Teatron-Theater, einen Austausch mit anderen Kunstsparten zu pflegen.

Multimediale Theaterprojekte

Ursula Almagor verwies auf Kooperationen mit Künstlern aus dem Bereich des so genannten visuellen Theaters (Figuren – und Objekttheater). Hinzukämen das Tanztheater - hier gebe es insbesondere eine Zusammenarbeit mit dem Neheimer Tänzer und Choreographen Manuel Quero - sowie die Musik, denn zu fast allen Inszenierungen seien Musiker eingeladen worden. Zuletzt seien multimediale Theaterprojekte hinzugekommen, bei denen Zuschauer dann Videos sowie 2D- und 3D-Animationen erlebten. Bei den beiden, für die Jahre 2020 bis 2022 anvisierten Theaterprojekte wird es auch um moderne Darstellungsformen auf der Bühne gehen.

Im Stück über „menschliche Identität“ soll sich die Bühne verwandeln in eine Art Bibliothek, Archiv, Labor, gefüllt mit Geschichten, Texten, Liedern und Bildern wie ein Gehirn mit Zellen und Verbindungen. Zum geplanten Theaterprojekt über menschliche und künstliche Intelligenz will das Teatron-Theater vier multimediale Hamburger Künstler/innen aus den Bereichen Videokunst, Illustration, (3D)-Animation und Sounddesign sowie einen Schauspieler einladen.

Von Almagors Ausführungen waren die Arnsberger Kulturpolitiker beeindruckt. Ausschussvorsitzender Peter Blume lobte ausdrücklich die Arbeit des Teatron-Theaters und empfahl allen kulturinteressierten Bürgern, Aufführungen des Teatrons-Theaters zu besuchen. Umgekehrt bedankte sich Ursula und Yehuda Almagor für die bisherige Förderung durch die Stadt Arnsberg, die insbesondere in der mietfreien Nutzung der Kulturschmiede zum Ausdruck komme.

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