Hochzeit

Sundern: Hochzeitsplanerin erlebt Auf und Ab der Gefühle

Hochzeitsplanerin und Traurednerin Sarah Finke bekommt die Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Nur wenige Trauungen können in diesem Jahr stattfinden.

Hochzeitsplanerin und Traurednerin Sarah Finke bekommt die Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Nur wenige Trauungen können in diesem Jahr stattfinden.

Foto: Lea Jörres Fotografie

Allendorf.  Corona-Sorgen statt Vorfreude auf das Ja-Wort: Wie Hochzeitsplanerin Sarah Finke Brautpaare auch in Krisenzeiten begleitet und was sie ihnen rät.

Für Hochzeitsplanerin Sarah Finke und „ihre“ Brautpaare ist das Jahr 2020 eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Ihre Agentur „Landgefühl“ sollte in diesem Jahr einen Aufschwung erleben: Es gab viel mehr Anfragen, als die freie Traurednerin alleine bewältigen konnte, also stellte sie drei Mitarbeiterinnen ein. Nach dem Skiurlaub zu Beginn des Jahres sollte es so richtig losgehen für die 30-jährige Allendorferin und ihre Kolleginnen. Doch statt unbeschwerten, romantischen Feiern kam Corona: Erst eine Zeit in Quarantäne für Sarah Finke selbst und dann viele ungewisse Wochen für die Brautpaare.

Eine Corona-Schutzverordnung löste die nächste ab, Pläne wurden neu geschmiedet und dann doch wieder verworfen. „Es kamen immer wieder neue Meldungen und die Unsicherheit war groß bei den Paaren“, sagt Finke. „15 von 20 Trauungen, die ich in diesem Jahr eigentlich begleitet hätte, sind ins nächste Jahr verschoben worden.“

Allen Paaren hat sie eine kostenlose Terminverschiebung angeboten, um ihnen entgegenzukommen. Einen wirtschaftlichen Schaden hat sie allein dadurch, dass sie für 2021 nun selbst nur noch fünf neuen Brautpaaren eine Zusage geben kann. „Ich habe aber das Glück, dass ich es nur nebenberuflich mache“, sagt die hauptberufliche Marketingleiterin einer Firma für landwirtschaftliche Produkte. „In der Hochzeitsbranche sehe und höre ich, dass andere Kollegen ihren Laden aufgeben müssen. Es ist traurig zu sehen, dass ganze Existenzen an den ausgefallenen und verschobenen Feiern hängen.“

Feiern unter Hygienevorschriften

Sie selbst hat in diesem Sommer und Herbst drei Traureden gehalten, eine weitere soll im Dezember folgen. „Die Feiern sind kleiner ausgefallen als geplant, aber sie waren alle sehr schön“, sagt Finke. Die der Pandemie geschuldeten Umstände hinterlassen trotzdem ihre Spuren: „Normalerweise begleite ich die Paare ein Jahr lang intensiv, werde so etwas wie eine beste Freundin für sie, biete eine starke Schulter und erlebe eine große Vorfreude. In diesem Jahr haben viele Paare sich gezwungen, ihre Vorfreude zurückzuhalten, weil sie eben nicht wussten, was kommt. Das ist sehr schade.“

Und auch während beziehungsweise im Vorfeld der Feiern gebe es unter den Gästen unterschiedliche Ansichten, was unter Hygieneaspekten vertretbar sei und was nicht. Hände schütteln, umarmen, Küsschen verteilen – ja oder nein? „Man merkt auch dabei eine gewisse Unsicherheit. Gerade bei solchen Gelegenheiten möchte man ja schon umarmt werden, das ist ein Grundbedürfnis des Menschen“, sagt Finke.

Was sich zu Beginn des Jahres erst recht niemand hatte vorstellen können: Auch ob und wie Hochzeiten 2021 möglich sein werden, kann niemand vorhersehen. „Es rufen mich viele Paare an, die bereits verschoben haben, und fragen mich, ob ich an eine Feier im Frühjahr 2021 glaube“, sagt Finke. „Das weiß ich natürlich auch nicht, wir müssen jetzt einfach abwarten.“ Paaren in vergleichbarer Lage rät sie, in engem Kontakt mit allen Dienstleistern zu planen und direkt über eine mögliche Verschiebung des Termins und die Konditionen zu sprechen.

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