Kirmesplatz

Streit um mögliche Baumfällung in Hüsten

Die Hüstener Kirmesgesellschaft wünscht die Fällung von sieben bis acht Linden (links), die auf einem Grünstreifen am Kirmesplatz stehen.Die Bäume seien mittlerweile so groß geworden, dass die Fahrgeschäfte nicht mehr so nahe wie früher an den Bäumen platziert werden könnten.

Foto: Ted Jones

Die Hüstener Kirmesgesellschaft wünscht die Fällung von sieben bis acht Linden (links), die auf einem Grünstreifen am Kirmesplatz stehen.Die Bäume seien mittlerweile so groß geworden, dass die Fahrgeschäfte nicht mehr so nahe wie früher an den Bäumen platziert werden könnten. Foto: Ted Jones

Hüsten.   Die Hüstener Kirmesgesellschaft bittet die Stadt Arnsberg, acht Linden auf dem Volksfestplatz (Riggenweide) zu entfernen.

Für erhebliches Aufsehen in der Hüstener Bevölkerung sorgt der Wunsch der Hüstener Kirmesgesellschaft, dass die Stadt Arnsberg sieben bis acht städtische Linden am Kirmesplatz fällen soll, damit auch künftig attraktive Fahrgeschäfte in diesem Bereich platziert werden können.

Die etwa 20 Jahre alten Bäume sind mittlerweile so groß geworden, dass ein Fahrgeschäft rund sechs Meter Abstand zur Baum-Achse einhalten muss, damit hochgeschwenkte Fahrgastgondeln in der Luft nicht mit Baumkronen kollidieren können. Das Fahrgeschäft darf aber nicht sechs Meter weiter in den Besucherweg gebaut werden. Ganz im Gegenteil: Wegen verschärfter Sicherheitsvorschriften müssen heute viele Wege zwei Meter breiter sein als in früheren Zeiten. Das heißt unterm Strich: Der Kirmesgellschaft fehlen in diesem Platzbereich acht Meter Bautiefe, um attraktive Fahrgeschäfte platzieren zu können.

Besorgte Hüstener Bürger

Es gibt Hüstener Bürger, die die Baumfällung für unnötig halten und sogar eine „Nacht- und Nebelaktion“ befürchten, bei der man dann plötzlich morgens gefällte Bäume auf dem Kirmesplatz sieht. Hierzu erklärt Klaus Franksmann, technischer Marktmeister der Hüstener Kirmesgesellschaft: „Von einer Nacht- und Nebelaktion kann keineswegs die Rede sein. Wir haben uns an das förmliche Verfahren gehalten. Stadtverwaltung und Kommunalpolitik (Bezirksausschuss Hüsten) sind eingeschaltet. Eine Entscheidung der Stadtverwaltung steht noch aus.“

CDU, SPD, FDP, Linke und AfD ohne Einwände

Politischen Rückenwind erhielt die Kirmesgesellschaft von Politikern aus dem Bezirksausschuss Hüsten. Ausschussvorsitzender Günter Goßler (CDU) hatte sich mit Vertretern anderer Parteien - Renate Niemand (FDP), Bernd Lenze (SPD), Werner Ruhnert (Linke) und ein AfD-Vertreter - mit Klaus Franksmann getroffen. „Hierbei erhob keiner der anwesenden Politiker Einwände gegen die Baumfällung. Allerdings war Thomas Wälter (Grüne) wegen der kurzfristig erfolgten Einladung nicht zugegen“, berichtet Goßler.

Thomas Wälter (Grüne) hat Bedenken

Zwischenzeitlich sprach Klaus Franksmann zwar auch mit Thomas Wälter, den er aber hinsichtlich einer von der Kirmesgesellschaft gewünschten, kurzfristigen Baumfällung nicht überzeugen konnte. Wegen anstehender Verträge mit Schaustellern wünscht die Kirmesgesellschaft eine Entscheidung bis Ende Januar. Wälter dazu: „Ich bin mit dem Zeitdruck, den die Kirmesgesellschaft in das Verfahren bringt, nicht zufrieden. Wir sollten zunächst die von der Stadt beabsichtigte Überplanung des gesamtes Platzes (einschließlich des Geländes Rump) abwarten. Die vergangene Kirmes war wegen der vorhandenen Linden doch nicht unattraktiv. Warum die Eile? Vielleicht finden sich nach der Platz-Überplanung andere Stellplätze für die Fahrgeschäfte.“

Neue junge Bäume könnten alte Linden ersetzen

Die Linden haben bereits das Aufstellen einer großen Achterbahn im südlichen Kirmesplatzbereich verhindert. Eine kleinere Wasserbahn war noch möglich. „Kirmesbesucher verlangen ein vielfältiges Angebot mit möglichst vielen neuen Attraktionen“, sieht Klaus Franksmann ein Handlungsgebotfür die Kirmesgesellschaft. Er betont: „Wenn die Linden gefällt werden, wird es Ersatz-Anpflanzungen geben.“

KOMMENTAR von Martin Schwarz

Die Entscheidung steht noch aus

Es ist schon ein starkes Stück, wenn Hüstener Bürger Gerüchte verbreiten, wonach in einer Nacht- und Nebelaktion acht Linden am Kirmesplatz gefällt werden sollen. Dies unterstellt der Hüstener Kirmesgesellschaft ein konspirativ-verschwörerisches Verhalten mit Stadtpolitikern und Stadtverwaltung. Wer solche Gerüchte auch noch im Internet verbreitet, handelt verantwortungslos.

Statt Verdächtigungen auszusprechen sollten sich besorgte Bürger zunächst einmal direkt bei der Kirmesgesellschaft hinsichtlich deren Pläne und des bisher eingeschlagenen Verfahrens schlau machen. Wer das macht, kommt zum klaren Ergebnis: Die Kirmesgesellschaft hat nach Recht und Ordnung gehandelt. Ob die Stadt Arnsberg dem Wunsch der Kirmesgesellschaft folgt, bleibt heute abzuwarten. Eine städtische Entscheidung darüber, ob acht Linden am Kirmesplatz gefällt werden, gibt es bis heute nicht.

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