Schützenfest

Stockums Brudermeister über besondere Momente im Amt

Manfred Dünnebacke ist Brudermeister der Schützen in Stockum.  

Manfred Dünnebacke ist Brudermeister der Schützen in Stockum.  

Foto: Thorsten Maas

Stockum.  Brauchtum im 21. Jahrhundert: Als Brudermeister in Stockum spricht sich Manfred Dünnebacke für Offenheit im Schützenwesen aus.

Wenn er in der Stockumer Schützenhalle steht und die Vorfreude in den Augen der anderen Schützenbrüder und Gäste sieht, dann ist für Brudermeister Manfred Dünnebacke einer der schönsten Momente in seinem Amt gekommen. Die Eröffnung des Schützenfestes. „Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment“, sagt der 58-Jährige.

Dann liegen hinter ihm und den übrigen Schützen schon viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit zur Vorbereitung der drei Hochtage. Die Halle muss geputzt und geschmückt werden, die Helfer eingeteilt, der Festzug noch einmal durchgegangen, Schausteller und Thekenpersonal müssen eingewiesen werden. „Die Anspannung ist in der Woche vor dem Fest am größten, wenn es dann erst einmal läuft, dann läuft es auch“, sagt Dünnebacke.

Handwerker sind besonders gefragt

Während des Festes hat er die Aufgabe, befreundete Bruderschaften und Ehrengäste zu begrüßen, und ist natürlich Ansprechpartner für die Stockumer Schützenbrüder und das Helferteam. „Sich kümmern, das Gespräch pflegen, natürlich auch ein Bier zusammen trinken, das gehört dazu“, sagt er. „Die Augen und Ohren muss man während des Festes überall haben.“

Seit dem Frühjahr 2016 ist Dünnebacke der Brudermeister der Stockumer Schützen, im Dorf auch Oberst genannt. Für jeweils drei Jahre wird der Brudermeister gewählt, kürzlich erst ist Dünnebacke für eine weitere Amtszeit bestätigt worden. Damit ist er auch dafür zuständig, die Arbeit der 32 Vorstandsmitglieder zu koordinieren. „Es geht darum, die Übersicht zu bewahren und vorhandene Kräfte einzusetzen.“

Während viele Vereine mit schwindenden ehrenamtlichen Kräften zu kämpfen haben, sieht Dünnebacke seine Bruderschaft noch gut aufgestellt und freut sich vor allem über die regen Jungschützen als Nachwuchs. Froh ist er darüber, dass unter den Schützenbrüder viele handwerklich versierte Helfer sind, denn ohne sie wäre es schwierig, die Halle in Schuss zu halten.

Anwärter auf den Königstitel

Den wortwörtlichen Schuss auf den Vogel hat Dünnebacke selbst schon in drei verschiedenen Jahren ernsthaft gewagt – doch mit dem Königstitel hat es nicht sollen sein. Und, so viel sei verraten, den wird er auch in den kommenden Jahren nicht tragen.

Jetzt konzentriert er sich auf die Vorstandsarbeit und wirbt lieber um andere Anwärter. „Wenn man unter der Vogelstange am Gewehr steht, das ist wirklich ein Adrenalinstoß, ich kann es nur jedem empfehlen“, sagt Dünnebacke. Übrigens ist in der Satzung der Stockumer Bruderschaft nicht festgeschrieben, dass die Mitglieder katholisch sein müssen. Es gebe auch muslimische Mitglieder, sagt Dünnebacke.

König war von ihnen noch keiner, aber darauf könne und müsse die Bruderschaft genauso reagieren, wie zum Beispiel auf einen homosexuellen Königsanwärter, den es in anderen Sauerländer Bruderschaften bereits gab. „Es bedarf da einer Offenheit, die den Schützen gut zu Gesicht steht“, so der Brudermeister. Sie sei nötig, um den Verein in die Zukunft zu führen.

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