Kommunalpolitik

Standortsuche für Stadtgalerie Sundern geht weiter

Exponate der Heinrich-Lübke-Ausstellung wurden wegen eines Wasserschadens im Heinrich-Lübke-Haus kurzfristig in die Stadtgalerie Sundern gebracht, wo diese dann ausgestellt wurden.

Exponate der Heinrich-Lübke-Ausstellung wurden wegen eines Wasserschadens im Heinrich-Lübke-Haus kurzfristig in die Stadtgalerie Sundern gebracht, wo diese dann ausgestellt wurden.

Foto: Frank Albrecht

Sundern.  Ein Umzug der Stadtgalerie Sundern in das frühere Gebäude der Stadtwerke kommt nicht in Frage. Der fragwürdige Bauzustand spricht dagegen.

„Wir stehen wieder genau da wie vor einem Jahr“, sagte Stefan Laufmöller vom Bürgerservice der Stadt Sundern in der Sitzung des Ausschusses „Arbeiten und Leben“ der Stadt Sundern am Donnerstagabend. Die Suche nach einem Ausweichquartier für die Stadtgalerie Sundern sei noch zu keinem Ergebnis gekommen. Seit Längerem bemüht sich die Stadt Sundern neue Räume zu finden. Dazu wurden konkret einige Objekte unter die Lupe genommen.

Neben einem privaten Gewerbeobjekt in der Silmecke, der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, der alten Johannesschule und dem alten Bahnhof in Sundern war vor allem das ehemals von den Stadtwerken Sundern genutzte Gebäude als mögliches Quartier betrachtet worden. Bei einer vergleichenden Analyse der Möglichkeiten, die u.a. die vorhandene Einrichtung des Gebäudes und seine Gestaltungspotenzial in den Blick genommen hatte, erreichte das Gebäude der Stadtwerke die höchste Prozentzahl. Lange Zeit hatte man nicht nur im Ausschuss vor allem auf die Räumlichkeiten in den geplanten „Gastwelten“ geschaut, aber die Eigentümerin war zuletzt von der Idee dieser Nutzung abgesprungen.

900 bis 1500 Quadratmeter nötig

Bezüglich der ehemaligen Stadtwerke Sundern wurde der Ausschuss am Donnerstag über die großen Bedenken informiert. So sei die nutzbare Fläche mit möglichen 900 Quadratmetern zu klein. Mindestens 1.300 bis 1500 Quadratmeter Fläche seien nötig, um der angestrebten Nutzung im Kultur- und Veranstaltungsbereich dienlich zu sein. Noch schwerer wiegt jedoch der bauliche Zustand. Mögliche Schallemissionen, fehlende Parkplätze und eine möglicherweise marode Dachkonstruktion hätten die Verwaltung von dieser Idee Abstand nehmen lassen, so Laufmöller. Es sei auch noch nicht klar, welche Belastungen hinsichtlich Altlasten und Schadstoffe zu erwarten seien.

Um nur einen Teil der Fragen vor der Umnutzung beantworten zu können, müsse in entsprechende Gutachten dazu schon rund 11.000 Euro investiert werden. „Wir haben auch ein Architekturbüro zu einem Gutachten angefragt“, so Laufmöller. Damit könnte überhaupt die Nutzbarkeit des Gebäudes im Ganzen untersucht werden. In einer Vorabanfrage sei jedoch eine fünfstellige Summe für so ein Gutachten genannt worden. Zuviel für die Stadt Sundern und ihre Suche nach einem geeigneten Kulturraum.

CDU-Politiker rät zu Immobilienkauf

„Das hatten wir uns deutlich positiver vorgestellt“, beklagte auch Stephan Urny, Leiter des Fachbereichs Arbeiten und Leben. Eine Nutzung des Gebäudes der Stadtwerke wäre somit rausgeschmissenes Geld, leider habe man damit derzeit nichts in der Hand.

Tim Hoffmann von der CDU regte an, statt eines Mietvertrages ein Gebäude für die Stadtgalerie eher zu kaufen. Angesichts des großen Wagnisses Stadtwerke und geringer Kreditkosten sollte hier überlegt werden. „Vermutlich können wir die Idee der Stadtgalerie nicht ohne einen Sponsor umsetzen“, so Hoffmann. Es bleibe der Stadt keine Möglichkeit, als nach weiteren Alternativen zu suchen. Ohne Flächen für die Stadtgalerie stehe die Stadt schlecht dar. „Wir müssen die Fläche für die Stadtgalerie in unser Eigentum bringen“, schlug Hoffmann im Ausschuss vor.

Ihre inständige Bitte, weiter nach Raum für die Kultur zu suchen, trugen Irmgard Harmann-Schütz und Anne Knapstein vom „Runden Tisch Kultur“ vor. Schon jetzt würde die Initiative befürchten, dass es für die Kultur in Sundern im Jahr 2020 keinen Raum geben könne. Im Ausschuss war der Initiative kurzfristig das Rederecht erteilt worden. Harmann-Schütz bemängelte ferner, dass im Haushalt der Stadt Sundern keine Mittel für Vereinskultur vorgesehen seien. „Das ist kein gutes Signal“, bat sie um eine Förderung für das nächste Jahr. Ausschussvorsitzender Jens Kunen (SPD) erklärte dazu, dass sich der Ausschuss jedoch immer für die Kultur eingesetzt habe und damit auch nicht nachlassen wolle.

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