Bauvorhaben am Hospital

Stadt Arnsberg ist zu neuer Verkehrszählung in Hüsten bereit

Bürgerversammlung zur geplanten Erweiterung des Karolinen-Hospital

Foto: Martin Schwarz

Bürgerversammlung zur geplanten Erweiterung des Karolinen-Hospital

Hüsten.   Erweiterung des Karolinen-Hospitals geplant: Neue, aktuelle Daten sollen Aufschluss geben, ob Kritik am Verkehrsgutachten berechtigt ist

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Als Folge der geplanten deutlichen Erweiterung des Hüstener Karolinen-Hospitals befürchten viele Anwohner im Umfeld des Krankenhauses eine erhebliche Verkehrs-Mehrbelastung auf den Straßen vor ihren Wohnhäusern. Auch die Verkehrs- und Lärmgutachten, die das Klinikum Hochsauerland erstellen ließ, konnten die Sorgen der Anwohner nicht zerstreuen, obwohl die Gutachten die Einhaltung der gesetzlichen Richtwerte feststellten.

Leichte Verkehrszunahme

Dies wurde in einer Bürgerversammlung deutlich, in der das Klinikum vor etwa 150 Leuten in der Hüstener Schützenhalle seine Baupläne vorstellte. Gutachter Bondzio von der Bochumer Ingenieurgesellschaft „Brilon/Bondzio/Weiser“ nannte das zentrale Ergebnis des Verkehrsgutachtens: „Im Szenario ,Klinikum 2022’ ist eine leichte Verkehrszunahme um rund 220 Kraftfahrzeugen pro Tag (jeweils zur Hälfte als anreisender und als abreisender Verkehr) zu erwarten. In der nachmittäglichen Spitzenstunde ergibt sich daraus ein zusätzlicher Zielverkehr (Anreise) von sechs Kraftfahrzeugen pro Stunde und ein zusätzlicher Quellverkehr (Abreise) von zwölf Kraftfahrzeugen pro Stunde. Dies entspricht im Mittel weniger als einem zusätzlichen Fahrzeug alle vier Minuten im Querschnitt.“

Gelächter im Publikum

Als Gutachter Bondzio dies sagte, erntete er Gelächter der jetzt schon von viel Verkehr genervten Anwohner. Ein Bürger sagte, dass die Datengrundlage für das Gutachten auf Verkehrszählungen aus dem Jahr 2014 beruhe. Wegen des zwischenzeitlich zugenommenen Verkehrs auf den Straßen rund um das Krankenhaus - zum Beispiel ist am Karolinen-Hospital ein Dialyse-Zentrum mit vielen An- und Abfahrten entstanden - sei die Datenbasis für das Gutachten nicht aktuell. Der Gutachter erwiderte, dass das Gutachten durchaus auf bis zu fünf Jahre alte Daten zurückgreifen dürfe. Dr. Birgitta Plass von der Stadtverwaltung griff den gleichermaßen von Anwohnern und vom Hüstener CDU-Ortsvorsitzenden Dr. Gerhard Webers geäußerten Einwand auf und versprach eine neue Verkehrszählung nach den Sommerferien 2018. Ob sich dadurch die Basisdaten dramatisch ändern, bleibt abzuwarten.

Es geht um Richtwerte und Empfinden

Dr. Plass brachte es am Ende der Versammlung gut auf den Punkt: „Es bleibt immer ein Unterschied zwischen der Einhaltung von Richtwerten und dem subjektiven Empfinden der Bürger.“ Nicht kommentierte Dr. Plass den Vorschlag eines Anwohners, mit Hilfe einer Einbahnstraßenregelung den Verkehr gerechter zu verteilen. Denkbar wäre eine Einbahnstraßen-Zufahrt zum Krankenhaus über Freigericht /Wicheler Weg und Weiterfahrt nach Krankenhaus über Stolte Ley und Möthe. Dann würde die Möthe nur in einer Fahrbahnrichtung belastet.

Das Verkehrsgutachten steht im Internet:

o-sp.de/download/arnsberg/178025

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik