Auf 'nen Kaffee

Schulleiterin setzt auf Potenzialentwicklung

Dr. Elke Winekenstädde.

Dr. Elke Winekenstädde.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.   Schulleiterin Elke Winekenstädde freut sich über motiviertes Kollegium am Gymnasium Laurentianum Arnsberg. Sie will Schüler-Potenziale wecken.

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„Auf ‘nen Kaffee?“ Nein. Dr. Elke Winekenstädde trinkt im Café Krengel lieber eine heiße Schokolade. Kein Problem - jeder ist halt anders. Und wer weiß das besser als die neue Schulleiterin des Arnsberger Gymnasiums Laurentianum. Vielfalt ist an ihrer Schule eine Zukunftsaufgabe. „Wir wollen Vielfalt in den Angeboten“, sagt sie, „das ist wichtig für die Potenzialentfaltung eines jeden Schülers.“

Traditionsgymnasium

Seit Mai leitet sie das Traditionsgymnasium, das im Jahr 2018 sein 375-jähriges Bestehen feiert und damit zu den ältesten Gymnasien im Lande zählt. Verantwortlich ist sie für derzeit 720 Kinder und Jugendliche in den Stufen 5 bis 12, die sie mit einem 66-köpfigen Kollegium unterricht und durch die Schullaufbahn begleitet.

Fast ein Schuljahr lang war das Gymnasium von Beate Nordmann kommissarisch geleitet worden, nachdem Klaus Ullrich im Sommer 2015 in den Ruhestand gegangen war. „Und das hat sie wirklich sehr gut gemacht“, lobt Dr. Elke Winekenstädde. Als neue „Chefin“ habe sie gute Strukturen vorgefunden mit einem offenen und motivierten Team, einer engagierten Schülervertretung und einer nachhaltig mitwirkenden Elternschaft. „Mein gutes Bild, das ich mir vorher von der Schule gemacht habe, hat sich bestätigt“, sagt sie.

Viele Schulen kennengelernt

Verschiedene Schulen und Schulformen hat Dr. Elke Winekenstädde schon kennengelernt. Die gebürtige Dortmunderin war zuletzt beim Theodor-Heuss-Gymnasium in Hagen gewesen (seit 2011). Zuvor war sie vier Jahre stellvertretende Schulleiterin an ihrem heutigen Wohnort Schmallenberg, vier Jahre an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule in Sprockhövel-Haßlinghausen und zehn Jahre an der Gesamtschule Iserlohn und auch an den Berufsbildenden Schulen in Menden. „Ich habe viel Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulformen und Aufgabenbereichen“, sagt die 55-jährige Pädagogin.

Schulentwicklung als Prozess

In ihrer neuen Rolle als Schulleiterin sei das hilfreich, obwohl Dr. Elke Winekenstädde am Gymnasium Laurentianum nicht angetreten ist, um alles bisherige auf den Kopf zu stellen. „Schulentwicklung ist immer ein Prozess“, sagt sie. Und eine Herausforderung, der sich gerade das Laurentianum in der Vergangenheit stellen musste. Jetzt schon im dritten Jahr wird am Gymnasium eine Inklusionsklasse unterrichtet. Kinder mit besonderem Förderbedarf lernen gemeinsam mit leistungsstarken Kindern. „Wir bieten alle Förderschwerpunkte an“, erzählt die Schulleiterin stolz, „auch das soziale Miteinander der Schüler funktioniert“. Das gelte auch für die Integrationsklassen mit jungen Zuwanderern. „Die individuelle Förderung ist ein prägendes Merkmal unserer Schule“, sagt Elke Winekenstädde, „und wenn dieses System funktioniert, profitieren immer alle Schüler davon“. In diesem Bereich hätte sich am Laurentianum längst eine „Kompetenz im ganzen Kollegium verankert“.

Wertevermittlung

Begriffe wie Potenzialentwicklung und Wertevermittlung sind der Schulleiterin besonders wichtig. Sie begrüßt es, dass es an der Schule keine Einengung auf nur wenige Profile gäbe. Vielfalt im Angebot ist erwünscht, weil es der Vielfalt der Kinder entspricht. Gerne möchte Dr. Elke Winekenstädde hier noch mehr bieten. Als Ziel nennt sie den Aufbau eines bilingualen Bildungsganges.

Kooperation mit Sekundarschule

Weiter ausbauen möchte sie die Maßnahmen zur Berufsorientierung. „Damit müssen sich Schüler kontinuierlich beschäftigen“, meint sie. Weitere Herausforderungen seien die Digitalisierung und die Entwicklung eines Medienkonzeptes sowie die Kooperation mit anderen Schulen der Stadt. Insbesondere auch mit der Sekundarschule am Eichholz. „Hier geht es jetzt um das Übergangsmanagement“, sagt sie. Schon jetzt sei sie im Gespräch mit der Schulleitung der Sekundarschule, damit die ersten „fertigen“ Zehntklässler der neuen Schulform in zwei Jahren bei entsprechender Qualifikation einen gut vorbereiteten Wechsel in die Oberstufe des Gymnasiums vollziehen können.

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