Bürgermeisterwahl

Ralf Bittner fühlt sich vom politischen Gegner „fies diffamiert“

Ralf Bittner bei einer Diskussion zur Bürgermeisterwahl im Kaiserhaus.

Foto: Ted Jones

Ralf Bittner bei einer Diskussion zur Bürgermeisterwahl im Kaiserhaus. Foto: Ted Jones

Arnsberg.   SPD-Kandidat sieht sich nach ungebetener AfD-Wahlempfehlung für ihn „unfairer Kampagne“ im Wahlkampf ausgesetzt. Vorwürfe in Richtung Grüne.

Eine unaufgeforderte Empfehlung des AfD-Kandidaten Emilio Peluso für die Arnsberger Bürgermeister-Stichwahl am 18. Februar sorgt für Unruhe, empfundene ­Diffamierungen und offenen Streit im Schlussspurt des Wahlkampfes. SPD-Kandidat Ralf Bittner zeigt sich zutiefst enttäuscht, dass er vom politischen Gegner „in die rechte Ecke gerückt“ werde.

Wahlempfehlung der AfD

Nachdem Peluso seinen 1022 Wählern vom ersten Wahlgang am 4. Februar sofort empfohlen hatte, nun Bittner zu wählen, wurde der SPD-Kandidat zunehmend in sozialen Netzwerken mit Vorwürfen konfrontiert, sich von der AfD nicht distanziert zu haben. Facebook-Posts – vielfach von Mitgliedern der Grünen – sprachen über und verbreiteten die Botschaft von der „AfD im Bündnis mit SPD und Linken?“ , unterstellen Bittner „stillschweigendes Akzeptieren“ von AfD-Forderungen und kritisieren, dass Bittner sich nicht „gegen eine Unterstützung durch die AfD“ ausgesprochen habe. Hinzu kamen eindeutig zweideutige Facebook-Spitzen aus grünen Vorstandskreisen („Bunt – bei uns kann man sich drauf verlassen, dass kein Braun dabei ist“) im Vorfeld des Arnsberger Karnevalszuges.

Erb und Bittner wollten fairen Wahlkampf

Der SPD-Kandidat ist geschockt. Noch zu Wochenbeginn hatte er sich gemeinsam mit dem von CDU und Grünen nominierten Bürgermeisterkandidaten Peter Erb für einen fairen Wahlkampf ausgesprochen. Diesen hatten beide Kandidaten vorbildlich geführt.

Bittner: „Tief getroffen“

„Ich kann viel wegstecken“, sagt Bittner, „das aber hat mich jetzt tief getroffen“. Rechtsextreme Positionen seien mit seinen Werten, Zielen und Vorstellungen in keinster Weise kompatibel. „Eine Unterstützung weiterer Parteien habe ich nie verlangt, erwartet oder nach der Wahl gewünscht. Ich kann sie aber auch nicht verhindern“, so Bittner. Er habe zusammen mit Peter Erb für einen fairen Wahlkampf gestanden. „Und es verstört mich zutiefst, wenn andere diesen Weg verlassen. Dann verliere ich lieber mit Anstand und Würde, bevor ich mit derart fiesen Diffamierungen und Unterstellungen arbeite.“ Der nun gezeigte Stil würde seine Familie, seine Kinder und auch sein Team tief verletzen. Die Verursacher „dieser Kampagne“ sieht er ausdrücklich nicht bei Peter Erb, eher im Lager der Grünen. Deren Sprecherin Verena Verspohl betont, dass hinter den Posts gegen Bittner „keine Systematik aus dem Erb-Lager“ stecke, es handele sich um Beiträge einzelner Parteimitglieder. Diese habe es auf allen Seiten, auch gegen Erb, gegeben. Sie persönlich sei „aber stark verwundert, dass es keine klare Distanzierung von Bittner zur AfD gegeben hat“. Es seien zwei zu trennende Diskussionen zu führen: Was fairer Wahlkampf sei, zum anderen aber, wie mit erklärter Unterstützung der AfD umzugehen sei. Sie wolle die Sache nun aber „herunterkochen“. Unter Bittners Erklärung legte Grünen-Ratsfraktionschef Hans Wulf aber nach und postete, Bittner habe einen „politischen Fehler“ begangen.

Erb: „Bittner buhlt nicht um AfD“

Bittners Mitbewerber Peter Erb will ebenfalls einen fairen Wahlkampf. „Ralf Bittner buhlt nicht um die AfD und hat nicht um deren Unterstützung gebeten“, sagt Erb. Er beteuert, dass da „keine Kampagne hinter steckt“. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Klaus Büenfeld zeigt sich von den Entwicklungen im Netz überrascht. „Es gibt nichts, für was sich Ralf Bittner entschuldigen oder von dem er sich distanzieren muss“, sagt Büenfeld.

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