Im Gespräch

Prof. Thomas Clamor freut sich auf den Sauerland-Herbst

Professor Thomas Clamor ist künstlerischer Leiter des Sauerland-Herbstes.

Professor Thomas Clamor ist künstlerischer Leiter des Sauerland-Herbstes.

Foto: Christian Kern / WP

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.  Vor Beginn der 20. Auflage des „Sauerland-Herbstes“ spricht Prof. Thomas Clamor über seine Arbeit, Erwartungen und Sympathie für die Sauerländer.

Der nächste Sauerland-Herbst steht bevor – und es wird ein Jubiläum gefeiert. Für die künstlerische Gestaltung zum 20-jährigen Bestehen ist erstmals allein Professor Thomas Clamor verantwortlich. „Im Gespräch“ mit dieser Zeitung berichtet der bekannte Dirigent nicht nur über seine Arbeit, sondern auch über gute Zusammenarbeit – und seine Sympathie für die Sauerländer.

Der Sauerland-Herbst wird 20 Jahre alt. Trägt das „Geburtstags-Programm“ diesem runden Jubiläum Rechnung?

Thomas Clamor: Das hoffe ich, zusammen mit allen Beteiligten, natürlich sehr. In den 20 Konzerten des Jubiläums wird es einen sehr interessanten, abwechslungsreichen Querschnitt der Blechbläser-Kunst mit vielen ihrer musikalischen Facetten und mit hochrangigen Künstlern, national und international, geben.

Im vergangenen Jahr haben Sie das Brass-Festival noch gemeinsam mit Prof. Scheuerlein ausgerichtet, Ihr „zweiter Streich“ trägt nun allein Ihre Handschrift – was haben Sie eventuell verändert?

Die Prinzipien, auf denen dieses Festival aufgebaut wurde, möchte ich sehr gerne beibehalten. Namhafte Solisten, Ensembles und Formationen aus aller Welt sollen auch weiterhin fester Bestandteil sein. Aber auch junge Künstler und Talente möchte ich gerne unterstützen, des Weiteren die vielen musikalischen Bereiche, in denen sich Menschen in unserem Lande mit Blechblasinstrumenten beschäftigen, vorstellen und fokussieren. Insbesondere, und das ist mir sehr wichtig, möchte ich Musiker und an Musik interessierte Menschen aus dem Hochsauerlandkreis ansprechen.

Auf welche neuen Impulse, Musiker, etc. dürfen sich die Zuhörer freuen?

Ich freue mich auf die Solistin Selina Ott, die als erste Frau im Fach Trompete gerade den ARD-Wettbewerb gewonnen hat und in Winterberg zusammen mit den Hagener Philharmonikern spielen wird. Auf den Echo-Preisträger Andreas Hofmeir mit seinem Programm für Tuba und Harfe sowie auf Professor Reinhold Friedrich, einer der bedeutendsten deutschen Trompeter, mit einem Programm für Trompete und Orgel. Auf das Konzert in Bad Fredeburg mit der Posaunen-Klasse der Musikhochschule Mannheim, wo unter anderem von der Arbeit der Musik-Studenten als zukünftige Berufsmusiker berichtet wird. Die fantastischen Blechbläser-Formationen wie Gomalan Brass aus Italien, Bozen Brass aus Südtirol, Viera Brass aus Österreich oder Czech Brass aus Prag, um nur einige zu nennen, sind ebenfalls absolut hörenswert. Nicht zuletzt möchte ich die Großveranstaltungen mit dem St. Hubertus Konzert am 3. November und dem Eröffnungsgottesdienst am 3. Oktober – mit jeweils mehr als über 100 Mitwirkenden – erwähnen.

Mit Blick auf das Publikum des Sauerland-Herbstes – ist Blasmusik eher etwas für ältere Musikfreunde?

Ob nun klassische Musik, Blechbläser-Kammermusik oder Blasmusik – ich bin davon überzeugt, dass innovative Konzertprogramme mit hoher künstlerischer Qualität und hohem Unterhaltungswert nicht ausschließlich für ein älteres Publikum bestimmt sind. Wenn ich mich an das Konzert von Viera Brass im vergangenen Jahr erinnere, gab es hierbei vor allem junge Leute im Publikum. Aber auch hier gilt es für uns, das Interesse junger Menschen für Musik zu wecken. Insofern wird auch der Sauerland-Herbst zukünftig Musikvermittlungs-Projekte in Schulen für Kinder und Jugendliche anbieten.

Sie selbst sind gebürtiger Ostwestfale – und inzwischen weit gereist; was reizt Sie an einem Festival im Sauerland?

Es ist eines der größten internationalen Spartenfestivals der Blechbläser-Kunst, welches in unserem Lande stattfindet. Die meisten der Künstler, die hier in den vergangenen 20 Jahren aufgetreten sind, sind mir persönlich bekannt. Es ist mir nicht nur eine Freude, sie wieder zu sehen und zu hören, sondern auch eine ganz neue und interessante Aufgabe für mich, ein Festival künstlerisch zu gestalten. Nebenbei bemerkt, mag ich als Ostwestfale natürlich die Sauerländer sehr gern!

Viele helfende Hände tragen zum Gelingen des Events bei – wie gestaltet sich die Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht?

Fantastisch! Ob Landrat Dr. Schneider, Herr Borg, Herr Papencordt, die künstlerischen Fachbereiche, die Sponsoren, die vielen helfenden Hände im Hintergrund – aus Politik und Wirtschaft, den Städten und Gemeinden: Alle unterstützen und fördern das Festival erfolgreich seit vielen Jahren. Nach meinen ersten Eindrücken könnte ich es mir ehrlich gesagt nicht besser vorstellen. Insbesondere die hervorragende Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern, Frau Reuber, Frau Reintke und Herr Margraf, möchte ich hervorheben.

Sind Sie während des Festivals bei einigen Konzerten persönlich anwesend oder lässt Ihr Terminplan das nicht zu?

Selbstverständlich möchte ich es mir nicht entgehen lassen, so viele Konzerte wie eben möglich zu hören. Ich bin fast den ganzen Oktober über im Hochsauerlandkreis anwesend, um auch Ansprechpartner für unser Publikum zu sein.

Warum sollten die Sauerländer unbedingt (mindestens) eines der Konzerte des Brass-Festivals besuchen?

Ich glaube, weil es Ihnen gefallen wird. Die Menschen im Hochsauerlandkreis sind sehr musikalisch – und ich würde mich so sehr freuen, wenn noch viel mehr Menschen aus dem Hochsauerland den Weg in unsere Konzerte finden würden. Ich denke, die Menschen vor Ort dürfen ganz besonders stolz auf ihr Festival sein.

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