Urlaubserinnerung

Postkarte kommt nach 50 Jahren zurück nach Hellefeld

Eine Postkarte findet 50 Jahre später den Weg zurück nach Hellefeld und in die Hände des ehemaligen Postboten Johannes Mette.

Eine Postkarte findet 50 Jahre später den Weg zurück nach Hellefeld und in die Hände des ehemaligen Postboten Johannes Mette.

Foto: Privat

Hellefeld.  Eine Urlauberin findet im Nachlass ihrer Mutter eine Postkarte und bringt sie ein halbes Jahrhundert später zurück nach Hellefeld.

50 Jahre nach ihrem allerersten Sommerurlaub kramt Christiane König im Nachlass ihrer Mutter Christel. Dabei fällt ihr eine Postkarte in die Hand – und plötzlich sind sie wieder da, die Erinnerungen an den Sommer 1969 in Hellefeld. „Der erste Urlaub, den man als Kind verbringt, der bleibt ja in Erinnerung“, sagt sie. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester sei sie damals von Dortmund ins Sauerland gereist.

„Ich war gerade erst sechs Jahre alt geworden und wir verbrachten unsere Ferien auf dem Hof Lohmann“, erzählt König. Genau dorthin war auch die Postkarte gesendet worden, die sie jetzt wiederfand, adressiert an Urlauberin Christel König aus Dortmund.

„Mir fiel die Postkarte in die Hand und ich hatte direkt die Bilder wieder vor Augen – den Hof, die Tiere, die anderen Kinder“, sagt Tochter Christiane König heute. „Es war einfach ein toller Urlaub, für mich als Großstadtkind war der Hof das reinste Paradies.“ Vor allem die kleinen Kätzchen auf dem Hof hatten es der Urlauberin aus der Stadt angetan.

Zufallsbegegnung im Dorf

Um die Erinnerungen an den ersten Urlaub ihres Lebens aufzufrischen, entschloss sich Christiane König ein halbes Jahrhundert später zu einem Ausflug ins Sauerland. Sie steckte die Postkarte ein und machte sich per Zug auf den Weg. Von Freienohl aus wanderte sie nach Hellefeld zu dem Hof, den sie aus ihrer Kindheit kannte.

Und tatsächlich: Dort kannte man auch sie noch. „Damals wurden auch private Zimmer im Sommer zu Gästezimmern und wir haben mit den Kindern aus dem Dorf gespielt, deshalb konnte man sich auch an mich noch erinnern“, so König. Sie verbrachte einen Tag in Hellefeld und schwelgte auf dem Hof in Erinnerungen.

Auf dem Rückweg zur Bushaltestelle sorgte der Zufall dann dafür, dass sich der Kreis der Geschichte um die Postkarte aus dem Jahr 1969 schloss. „Wir trafen tatsächlich den Postboten, der damals die Karte zugestellt hat“, berichtet König. Im Dorf ist der ehemalige Postbote Johannes „Hansi“ Mette bekannt, deshalb wurde König geraten, ihm einmal die Karte zu zeigen. „Ich kann mich noch daran erinnern“, sagt Mette. „Es muss eine der ersten Sendungen gewesen sein, die ich in meinem Berufsleben zugestellt habe.“ Denn er hatte seinen Dienst erst zwei Monate zuvor angetreten. Und so konnte er jetzt eine Sendung von damals erneut in Händen halten.

Nähe zu den Familien

Mette freut sich darüber, wenn Adressaten ihm nach so langer Zeit noch dankbar für seine Arbeit sind. Mittlerweile ist er im Ruhestand und erinnert sich gerne an die Zeiten zurück, in denen er als Postbote noch Zeit genug für persönliche Kontakte mit den Einwohnern hatte, nicht von Tür zu Tür hetzen musste. „Es waren ganz andere Zeiten“, berichtet er. „Der Briefträger gehörte fast zur Familie.“

Oft sei er satt nach Hause gekommen, erzählt Mette und lacht. Denn die Hausfrauen hätten gewusst, dass er gerne Reibekuchen isst und immer an eine Portion für den Briefträger gedacht, wenn sie welche backten. „Früher hatte ich bei einigen Leuten sogar einen Haustürschlüssel und habe mal kurz den Hund rausgelassen oder so.“ Heute sei das nicht mehr denkbar.

Umso dankbarer ist der Hellefelder für seine Dienstjahre, aus denen er sich vor mittlerweile 17 Jahren verabschiedet hat und die ihm heute noch besondere Begegnungen bescheren wie die mit Christiane König und der Postkarte aus dem Sommer 1969.

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