Klinikum Arnsberg

Patient im Sauerland profitiert von Telemedizin

Dr. Bredendiek freut sich auf die Möglichkeiten der Telemedizin.

Dr. Bredendiek freut sich auf die Möglichkeiten der Telemedizin.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.   Mit der Video-Kamera am Intensiv-Krankenbett werden künftig am Klinikum Arnsberg Experten aus anderen Häusern in die Diagnose eingebunden.

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Das Klinikum Arnsberg ist als einer von 19 Partnern im Lande Teil des mit 20 Millionen Euro öffentlicher Gelder geförderten telemedizinischen Netzwerkes „TELnet@NRW“. Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre angesetzt. „Wir holen so medizinische Kompetenz aus anderen Häusern direkt an unsere Betten“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Werner Kemper.

Zu den Netzwerkern gehören auch die großen Universitätskliniken in Münster und Aachen. „Die verschiedenen nötigen Spezialisten bei schwerkranken Patienten und komplexen Krankheitsverläufen können nicht alle in jedem Haus vorgehalten werden“, sagt Dr. med. Martin Bredendiek, Ärztlicher Direktor am Klinikum, „durch gemeinsame telemedizinisch unterstützte Visiten und Fallkonferenzen können wir unser Fachwissen und die Erfahrungen austauschen.“

Der Lenkungskreis des Projekts kommt in der kommenden Woche zusammen. Patienten profitieren ab Januar 2017 von der Zusammenarbeit der Häuser, Universitäten und Praxen. Ziel sei es, die Behandlungsqualität insbesondere im Bereich Infektiologie und Intensivmedizin weiter zu steigern. Ausgewählte Standorte im Klinikum Arnsberg sind dafür daher das Marienkrankenhaus in Arnsberg und das Karolinenhospital in Hüsten, wo es operative Intensivmedizin gibt.

In der Praxis sieht das so aus: Mobile Einheiten von Computern, hochauflösenden Kameras, Bildschirmen können bis an das Krankenbett der Intensivstationen gefahren werden. Im Rahmen digitaler Vernetzung sind hier auch Röntgenbilder, Befunde und Krankenakten einseh- und unter den vernetzten Experten austauschbar. „Das hilft überall dort, wo wir hohes Knowhow brauchen“, sagt Werner Kemper, „kritische Fälle sollen innerhalb von drei Stunden zu einer Fachkonferenz gebracht werden.“ So wird eine schnelle und fundierte Diagnostik möglich. Für Patienten kann das nicht nur heilsam und lebensrettend sein, sondern auch entlastend. „So lässt sich in vielen Fällen eine Verlegung des Patienten vermeiden“, sagt Dr. Bredendiek.

Geschäftsführungssprecher Werner Kemper rechnet in Arnsberg mit einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro in der Projektphase. Kommunikationsstruktur muss aufgebaut, Visualisierungs- und Konferenztechnik angeschafft werden. Zudem gehe es darum, schon vorhandene medizinische Geräte in das Netzwerk einzubinden. Verbunden werde alles über schnelle und hochgesicherte Datenleitungen. „Das Projekt wird aber auch mit zusätzlichem Personal verbunden sein“, sagt Werner Kemper.

Für ihn ist das Projekt ein Gewinn für das Klinikum Arnsberg und die Region. Über Videokonferenzen könnten ärztliche Experten verschiedener Häuser darüber beraten, welche Therapie für einen Patienten vor Ort die beste sei. Werner Kemper: „Wir erschließen das Sauerland für den Bereich der Hochleistungsmedizin.“

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