Bezirksausschuss

Neue Ruhrbrücke hat jetzt einen Namen: „Zu den Werkstätten“

So soll es ein: Ein Straßenschild leitet vor allem die Lkw-Fahrer in Richtung Gewerbegebiet und die Brücke wird den Namen „Zu den Werkstätten“ tragen.

Foto: Ted Jones

So soll es ein: Ein Straßenschild leitet vor allem die Lkw-Fahrer in Richtung Gewerbegebiet und die Brücke wird den Namen „Zu den Werkstätten“ tragen.

Arnsberg.   Der Vorschlag von Marie-Theres Schennen findet Zustimmung im Ausschuss. Wilhelm Hasenclever soll an anderer Stelle gewürdigt werden.

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Der Bezirksausschuss Arnsberg hat getagt - und entschieden: Die neue Verbindungsbrücke zwischen Uentroper Straße (B 7) und dem Gewerbegebiet hinter dem Arnsberger Bahnhof wird fortan schlicht und einfach „Zu den Werkstätten“ heißen.

Damit folgten die anwesenden Parteivertreter einem Vorschlag der Ausschuss-Vorsitzenden Marie-Theres Schennen und erteilten manchen recht phantasievollen Vorschlägen aus der Bürgerschaft eine klare Absage.

„Doch sie alle sind nicht so recht überzeugend“

Town Bridge, Dornröschenbrücke oder Rosenbrücke. Das waren nur einige der Angebote, die - bewertet vorab von Stadtarchivar Michael Gosmann - auf dem Tisch lagen. „Doch sie alle sind nicht so recht überzeugend,“ fasste Schennen den bunten Strauß an Vorschlägen noch recht moderat zusammen.

Um dann einen eigenen zu präsentieren: Die Versetzung des Straßenschildes „Zu den Werkstätten“ direkt an die Brückenzufahrt Uentroper Straße. „Damit hätten wir auch gleich einen Namen für die Brücke.“

Mit Archivar abgestimmt

Ein Vorschlag, der nicht aus dem hohlen Bauch herauskam. Schennen hatte sich nämlich zuvor mit Michael Gosmann kurzgeschlossen, der ihr noch einmal die historischen Hintergründe des Gewerbegebietes erläutert hatte.

Dort, hinter dem Bahnhof, befand sich bis in die 1920er Jahre eine große Eisenbahnhauptwerkstätte der damaligen Reichsbahn, deren Mitarbeiter das Stadtbild prägten. Zum Beispiel durch die inzwischen abgerissenen Eisenbahnerhäuser an der Clemens-August-Straße.

Name erleichtert Auffindbarkeit des Gewerbegebietes

„Auch die Püttgasse,“ gab Marie-Theres Schennen Gosmanns Erläuterungen weiter, „ist entstanden, damit die in der Altstadt wohnenden Eisenbahner ihre Arbeitsstätte erreichen konnten.“

Damit habe die Bezeichnung „Zu den Werkstätten“ einen Bezug zur Örtlichkeit. Zumal dieser Name gerade für Lkw-Fahrer die Auffindbarkeit des etwa 25 Hektar großen Gewerbegebietes erleichtere. Was auch Arnsbergs Wirtschaftsförderer Bernd Lepski so sehe, den die Ausschuss-Vorsitzende ebenfalls zu Rate gezogen hatte.

Die SPD will Wilhelm Hasenclever gewürdigt wissen

Damit war der Drops gelutscht. „Das trifft das Ganze,“ fasste Grünen-Vertreter Thomas Wälter die kurze Diskussion zusammen. Allerdings hatte auch die SPD einen Vorschlag eingebracht:

Wilhelm Hasenclever-Brücke, um „einen der berühmtesten Söhne der Stadt“ und einen der bedeutendsten Publizisten des Deutschen Reichs als Stimme der Arbeiter zu würdigen. Für Felix Werker der ideale Name für eine Brücke mit Bezug zu Arbeit und arbeitenden Menschen.

Dem Charme des Schennen-Vorschlags erlegen

Doch dem Charme des Schennen-Vorschlags war dann auch die SPD erlegen. Weil man letztlich gemeinsam befand, dass für das Gedenken an Wilhelm Hasenclever ein besserer Ort gefunden werden sollte. Und zwar im Mühlenviertel, in dem Hasenclevers Geburtshaus steht.

„Das ist eine gute Idee,“ befand Jens Hahnwald. Allerdings wird die Umsetzung noch Zeit in Anspruch nehmen, will doch die Stadt das Mühlenviertel erst in den nächsten Jahren attraktiv entwickeln (wir berichteten).

Hasenclevers Geburtshaus im „jämmerlichen Zustand“

Allgemein beklagt wurde allerdings der „jämmerliche Zustand“ des Hasenclever-Hauses, das bislang nicht unter Denkmalschutz steht. „Das müssen wir im Hinterkopf behalten,“ sagte Marie-Theres Schennen.

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