Aktionstag

Neheimer Schüler weisen auf Schicksal von Kindersoldaten hin

„Stopp!“

„Stopp!“

Foto: Privat

Neheim.   Jungen und Mädchen der Agnes-Wenke-Sekundarschule in Neheim machen auf das Schicksal von Kindersoldaten weltweit aufmerksam.

Schüsse. Brennende Häuser. Flüchtende Menschen. In Ländern wie Südsudan, Afghanistan, Mali, Irak, Libyen oder Syrien schrecklicher Alltag. Mittendrin: Kindersoldaten. Häufig rekrutiert von unter dem Deckmantel der Religion. Während sich andere Kinder dem Lesen, Schreiben und Rechnen widmen, lernen die weltweit geschätzt 250 000 Kindersoldaten, mit Waffen umzugehen und Menschen zu töten.

Fernab ihrer Familien, oft unter Zwang und Drogeneinfluss. „Stopp!”, sagen die Schüler der Neheimer Agnes-Wenke-Sekundarschule und appellieren an Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner: „Wir wünschen uns von Ihnen, dass Sie Ihren Einfluss nutzen und sich für diese Kinder stark machen.”

Kindgerechter Thementag

Bereits im Mai organisierte die Klassenlehrerin der aktuellen Klasse 6c, Irmgard Althaus, zusammen mit der Kunst- und Kreativtherapeutin Monika Jansen einen Red-Hand-Projekttag. Geduldig, behutsam und kindgerecht sensibilisierten sie die Schüler für das Thema „Kindersoldaten”.

Sie erfuhren, in welchen Ländern Krieg herrscht und wo Kindersoldaten eingesetzt werden. Wie unschuldige Kinder rekrutiert werden und wie es ihnen dabei geht. „Mich macht es wütend, dass Kinder nicht wie Kinder leben dürfen, sondern gezwungen werden, andere Menschen zu töten. Ich frage mich, wie die Kinder damit fertig werden”, sagt Klara.

Schnell wurde klar: Es muss ein Zeichen her. So gestalteten die Schüler der Klasse 6c sowie einige andere Kurse ihre Wünsche, um sie später dem Bürgermeister der Stadt Arnsberg zu überreichen. Jetzt war es endlich soweit - Ralf Paul Bittner besuchte die Schule und nahm rund 200 „Red Hands” in Empfang.

„Ob wir etwas bewirken können, wissen wir nicht. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, da uns das Wohlergehen der Kinder sehr am Herzen liegt. Herr Bürgermeister, wir freuen uns sehr, dass Sie heute hier sind und unsere ,Red Hands’ in Empfang nehmen”, so Antonia.

Jährliche Aktion in vielen Ländern

Bittner zeigte sich beeindruckt: „Ich bin sehr stolz, heute eure ,Rote-Hand-Abdrücke’ entgegenzunehmen. Ich schlage vor, dass wir diese auch an einem zentralen Platz im Rathaus ausstellen, damit möglichst viele Menschen von eurer Aktion erfahren und über das Leben und Leiden der Kindersoldaten informiert werden.”

Die Kindheit solle von Glück, Unbeschwertheit und Fürsorge geprägt sein - diese Kinder erführen jedoch ein unvorstellbares Leid und seien oft ihr ganzes Leben traumatisiert. Umso wichtiger sei es, auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

Seit 2002 findet der Red Hand Day Jahr für Jahr statt – viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind jedes Mal dabei und sammeln in vielen Ländern „Red Hands”, um sie beispielsweise an Abgeordnete, Minister, den UN-Generalsekretär oder den Bundespräsidenten zu übergeben. Auch die Agnes-Wenke-Sekundarschule will dran bleiben und immer wieder ein Zeichen setzen.

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