Lichttechnik

Neheimer Lichtspezialist BJB trennt sich von 130 Mitarbeitern

Blick auf das Neheimer BJB-Werk, das derzeit 454 Mitarbeiter zählt.  Wie stark genau das Neheimer BJB-Werk vom geplanten weltweiten Personalabbau betroffen ist, steht noch nicht fest.

Blick auf das Neheimer BJB-Werk, das derzeit 454 Mitarbeiter zählt. Wie stark genau das Neheimer BJB-Werk vom geplanten weltweiten Personalabbau betroffen ist, steht noch nicht fest.

Foto: Hans Blossey

Neheim.   Das Lichttechnik-Unternehmen BJB will sich von 130 Beschäftigten trennen. Ein Schwerpunkt liegt dabei wohl im Neheimer Werk der Firma.

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Die Neheimer Firma BJB wird weltweit 130 Stellen abbauen. Dies ist die Konsequenz aus den Betriebsuntersuchungen, die die Münchener Unternehmensberatung Emporias im Auftrage von BJB vornahm. „Emporias zeigte die Notwendigkeit einer BJB-Umorganisation auf“, berichtet Geschäftsführer Philipp Henrici. Betriebliche Abläufe müssten gestrafft werden, was den Abbau von Überkapazitäten zur Folge habe.

Marktführer in speziellen Bereichen

BJB will sich künftig auf Geschäftsbereiche mit Wachstumspotenzial fokussieren. Hierunter versteht BJB insbesondere die Kernbereiche der elektrischen Kontaktierung, den Ausbau des Geschäfts mit lichtlenkenden Optiken und die Fortführung der Herstellung von Beleuchtungen für Kühlschränke, Backöfen und Dunstabzugshauben.

Im Zuge der LED-Technologie sei BJB schon wichtige Schritte im Strukturwandel der Lichttechnik-Industrie gegangen. „Wir sind Marktführer für die elektrische Kontaktierung und die mechanische Befestigung von LED-Platinen und COBs“, betont Henrici. Doch dies habe noch nicht ausgereicht, um auf weiteren Stellenabbau bei BJB verzichten zu können. Bereits 2014 und 2015 wurden im Neheimer Werk rund 100 Stellen sozialverträglich abgebaut - durch Altersregelungen, Vertragsaufhebungen und Wechsel zur Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft (TraQ).

Genaue Anzahl der in Neheim Betroffenen noch unklar

Nun steht ein weiterer Personalabbau bevor. Wie stark genau das Neheimer Werk betroffen ist, steht noch nicht fest. Da von den weltweit 655 BJB-Mitarbeitern allein 454 Beschäftigte im Neheimer Werk tätig sind, ist absehbar, dass das Neheimer Werk den Großteil des Stellenabbaus zu tragen hat. Die genaue Anzahl der Neheimer Mitarbeiter, die vom weltweiten Abbau der 130 Stellen betroffen sind, lässt sich noch nicht beziffern. Hier stehen noch Verhandlungen mit dem BJB-Betriebsrat aus. Der nun geplante Personalabbau soll wieder so sozialverträglich wie möglich geschehen. Einem großen Teil der BJB-Fachkräfte, die damals in die TraQ wechselten, konnte relativ zügig eine neue Stelle vermittelt werden.

2018 wird mit Umsatz-Minus gerechnet

Auch wenn die BJB-Geschäftsleitung nach derzeitigem Stand für 2018 mit einem Umsatz-Minus gegenüber 2017 rechnet (im Vorjahr hatte 84 Mio. Euro Umsatz erzielt), ist BJB-Geschäftsführer Philipp Henrici zuversichtlich, dass BJB nach der Restrukturierung wieder deutlich besseren Zeiten entgegensieht: „Wir sehen mit bestehenden Produkten ein enormes Wachstumspotenzial von mehreren Millionen Euro für BJB. Wer werden uns auf Kernbereiche fokussieren und können so nachhaltiges Wachstum erzielen“, so Philipp Henrici.

Deutlicher Strukturwandel

Die LED-Technologie führte zu einem Strukturwandel in der Licht- und Leuchtenindustrie. BJB hat sich mit neuen Techniken für die elektrische Kontaktierung und die mechanische Befestigung von LED-Platinen und COBs darauf eingestellt, doch die damaligen hohen Umsatzvolumen mit Lichttechnik für konventionelle Beleuchtung konnte durch neue LED-Technik nicht kompensiert werden. Es gab hohe Umsatzverluste bei BJB. 113 Mio. Euro Umsatz wurden 2008 erzielt, 2017 waren es 84 Mio. Euro. Die Beschäftigtenzahl im Neheimer Werk sank von 685 Mitarbeitern (davon 60 Azubis) im Jahr 2008 auf 473 Mitarbeiter (davon 45 Azubis) im Jahr 2016.

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