Sommergelee

Neheim: Zeichner präsentiert Graphic Novel über Nick Cave

Reinhard Kleist, Grafikdesigner und Comiczeichner, begeisterte das Publikum mit seiner Buchvorstellung über Nick Cave und mit einem „Live-Zeichnungskonzert“ nach dem Song von Nick Cave „The Mercy Seat“. Foto:Achim Benke

Reinhard Kleist, Grafikdesigner und Comiczeichner, begeisterte das Publikum mit seiner Buchvorstellung über Nick Cave und mit einem „Live-Zeichnungskonzert“ nach dem Song von Nick Cave „The Mercy Seat“. Foto:Achim Benke

Neheim.   Besonderes Kunst-Erlebnis: Grafiker Reinhard Kleist zeichnet beim Sommergelee live in der Neheimer Werkstattgalerie „Der Bogen“.

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Die vierte Veranstaltung im Rahmen der Kunstwochen „Sommergelee“ wurde von den knapp über 30 Besuchern in der Werkstattgalerie „Der Bogen“ so empfunden: „Absolut super, sehr beeindruckend, man sieht Graphic Novels jetzt mit ganz anderen Augen.“

Die Sommergelee-Organisatoren hatten Grafikdesigner und Comiczeichner Reinhard Kleist schon 2017 auf der Frankfurter Buchmesser eingeladen. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler stellte seinen illustrierten Roman „Nick Cave – Mercy on me“ vor.

Enger Kontakt zum Musiker

Nicholas „Nick“ Edward Cave ist australischer Musiker, Texter, Dichter, Schriftsteller, Schauspieler und Drehbuchautor. Da Kleist viel Erfolg mit seinem Comicroman über Johnny Cash (I see the Darkness, 2006) hatte, folgte 2017 Nick Cave.

Kleist: „Ich stand immer mit Cave in Verbindung und habe ihm die Illustrationen gezeigt, damit er auch einverstanden war. Es hat sich manchmal lange hingezogen, bis seine Entscheidungen fielen. Meistens kam ein einfaches YES.“ Im Comic sind einige Wegbegleiter Caves aus Berlin illustriert. Über so manchen habe Cave gelacht, weil sie ganz genau ihrem Naturell entsprachen.

In „The Mercy Seat“ werden die Qualen eines Häftling auf dem Weg und in der Todeszelle dargestellt. Es ist Nick Cave. „Man muss versuchen Cave als Künstler zu begreifen. Cave kannte sogar mein Buch von Johnny Cash. Das hatte mich sehr überrascht“, so der Comiczeichner.

Knapp vier Jahre hat Kleist am Buch von Nick Cave gearbeitet. Wenn Kleist ein neues Buch beginnt, erstellt er vorher ein Skript, in Form eines Regiebuches. Er will keine Biografie zeichnen, sondern lieber Rollen aus den Songs darstellen. Beim Lesen sollen die Zeichnungen wie in einen Film ablaufen.

Mit Stift und Papier statt digital

Kleist zeichnet ganz traditionell mit Stift und in ganz seltenen Fällen am Computer: „Ich wehre mich dagegen. Die Zeichnungen vom PC sehen zwar toll aus, aber ich bleibe beim Handwerk.“ Als Comiczeichner ist man alles in einer Person, Maske, Bühnenbildner, Garderobe. Eben alles, was beim Film oder Theater benötigt wird.

Sein nächstes Werk wird wieder von einem Boxer handeln: Emile Griffith. Er war US-amerikanischer Boxer und Weltmeister im Welter-, Halbmittel- und Mittelgewicht. Nach seiner Karriere outete er sich als Homosexueller. Parallel wird Cave ein Buch über den Ausnahmekünstler, Musiker, Sänger, Produzent und Schauspieler David Bowie illustrieren. „Dafür habe ich mir einen Zeitplan von mindestens fünf Jahren gesetzt“, so Kleist.

Von den knapp über 30 Besuchern im Bogen bekam Cave viel Applaus.

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