Jubiläum

Müscheder Grundschule besteht seit einem halben Jahrhundert

Schulleiterin Antje Huber

Foto: Katrin Clemens

Schulleiterin Antje Huber Foto: Katrin Clemens

Müschede.   MIt einer Projektwoche im Zirkus „Manegentraum“ feiern Kinder und Lehrer in Müschede das 50-jährige Bestehen der Grundschule.

Auf dem Gelände der Müscheder Grundschule geht es in dieser Woche nicht ums Rechnen, Schreiben und Lesen – überall sind kleine Clowns, Akrobaten und Dompteure unterwegs. Zur 50-Jahr-Feier ihrer Schule planen die Kinder zwei Aufführungen im Zirkuszelt. Schulleiterin Antje Huber erklärt, warum solche Projektwochen wichtig für das Selbstbewusstsein vieler Schüler sind und wie sie die Zukunft Müschedes als Schulstandort sieht.

Zum Jubiläum ist das Schulgelände auch eine große Baustelle. Was steht an?

Antje Huber: Das Dach der Schule und die komplette Turnhalle werden saniert. Seit Dezember können wir die Halle daher nicht nutzen. Die größte sichtbare Veränderung ist sicher, dass die Glasbausteine durch große Fenster ersetzt werden. Aber auch Boden und Fassade werden verändert. Auch Vereine nutzen die Halle, daher werden nach der jetzigen Durststrecke viele von der Sanierung profitieren.

Wie lange werden die Arbeiten schätzungsweise noch dauern?

Wir rechnen im Moment damit, dass wir nach den Herbstferien wieder in die Halle dürfen. Für den Sportunterricht weichen wir aktuell nach Herdingen aus.

Bewegung bekommen die Kinder in dieser Woche auch im Zirkuszelt. Welche Rolle spielt so ein Projekt?

Für die Kinder bedeutet es in erster Linie viel Spaß, es ist ein Höhepunkt der Grundschulzeit, der ihnen sicher in Erinnerung bleibt. Die Jahrgänge haben wir bewusst vom Kindergartenkind bis zum Viertklässler gemischt. Man entdeckt bei solchen Projekten oft verborgene Talente, die sonst im Schulalltag nicht so sehr zur Geltung kommen. Für die Kinder ist es eine Bestätigung, dafür Anerkennung zu bekommen. Viele Schüler erleben wir während solcher Wochen ganz anders als im regulären Unterricht.

Das könnte auch bei den Angeboten im Offenen Ganztag der Fall sein, den sie an der Schule neu einrichten wollen.

Genau. Wir sind sehr optimistisch, dass wir bald einen Offenen Ganztag haben und auch Vereine und Einzelpersonen einbeziehen können. Wir wollen gerne sportliche, musische und kreative Angebote machen. Nachmittagsbetreuung gab es bisher zwar auch schon, an einer Offenen Ganztagsgrundschule ist sie aber vielfältiger und die Elternbeiträge werden nach Einkommen gestaffelt, so dass einige Familien auch finanziell entlastet werden können.

Vielerorts werden händeringend Schulleiter gesucht, es sind aber immer weniger Lehrer bereit, diesen Posten zu übernehmen. Was hat Sie dazu bewogen?

Ich hatte es eigentlich auch nie vor, wenn man sich für den Lehrerberuf entscheidet, geht es einem ja erst einmal um die Arbeit mit den Kindern, nicht um Büroarbeit. Aber irgendwann wurde ich angesprochen, ob ich mir eine Schulleitung vorstellen könnte und habe mich mehr damit beschäftigt. Natürlich bedeutet eine Schulleitung viel Verantwortung und auch viel Bürokratie, aber eben auch die Chance, das Schulleben zu gestalten.

Welche Schwerpunkte setzen Sie an der Schule?

Die Leseförderung war hier schon ein Schwerpunkt, den ich gerne weiterführe. Zusätzlich bringe ich die Musik als persönliche Note ein. Unter anderem haben wir einen neuen Schulchor gegründet und ich hoffe, dass das musikalische Leben an der Schule durch den Ganztag weiter gefördert wird, zum Beispiel über den Musikverein.

Wie sicher ist der Schulstandort für die nächsten Jahre?

Als einzügiger Schulstandort ist er laut Prognose gesichert. In den kommenden Jahren rutschen wir zwar etwas unter die Mindestzahl an Schülern, aber danach steigen die Zahlen wieder.

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