Yoga

„Mit Yoga findet man zu sich selbst“

Satka Bongard in ihrem Element: „Vielleicht hilft Yoga einigen Menschen dabei, sich erst ‘auf der Matte’ wirklich ‘selbst’ bewusst zu werden“, meint die Sundernerin.

Satka Bongard in ihrem Element: „Vielleicht hilft Yoga einigen Menschen dabei, sich erst ‘auf der Matte’ wirklich ‘selbst’ bewusst zu werden“, meint die Sundernerin.

Foto: Privat

Sundern.   Yoga boomt – auch im Sauerland. Warum, erklärt im Interview Satka Bongard, Yoga-Lehrerin aus Sundern.

Yoga boomt – auch im Sauerland. Warum, erklärt uns im Mittwochs-Interview Satka Bongard. Die Yoga-Lehrerin aus Sundern feiert mit ihrem eigenen Studio in der Röhrstadt dieses Jahr ein kleines Jubiläum – und gehört außerdem zu den Initiatorinnen des inzwischen weit über Südwestfalen hinaus bekannten „Yoga ­Festivals Sauerland“. Dieses Event erlebte im Sommer seine vierte Auflage, dieses Mal im Wildwald Voßwinkel (wir berichteten).

Yoga ist bei immer mehr Menschen angesagt, auch in Arnsberg und Sundern – woran liegt das?

Satka Bongard: Yoga tut einfach gut, weil man (Frau) zu sich ­kommen kann. Wir üben nicht ­Yoga, wir üben uns selbst. Im Alltag sind wir oft abgelenkt, folgen häufig Automatismen und externen Zwängen. Vielleicht hilft Yoga einigen Menschen dabei, sich erst ‘auf der Matte’ wirklich ‘selbst’ bewusst zu werden.

Was ist für Sie persönlich das ­Faszinierende an Yoga?

Yoga heißt nicht ‘haben’, sondern ‘sein’. Das bedeutet, die Wertmaßstäbe mehr nach innen auszurichten als auf die Ablenkungen des Alltags oder, gegebenenfalls, auch ­auf Äußerlichkeiten.

Sie haben sich 2013 mit einem Studio in Sundern selbstständig gemacht – eine ­Erfolgsstory?

Es war zu Beginn nicht einfach. Viele kamen und gingen wieder. Es bedurfte einiger Zeit, eine stabilere Gruppe aus Interessierten aufzubauen, die dann auch regelmäßig Yoga praktizieren – und das nicht unbedingt nur im Studio. Parallel kristallisierte sich zunehmend ein Bedarf an intensiveren Einzelunterrichtseinheiten heraus. Diese Einzelstunden belegen mittlerweile zeitlich den größten Teil meiner Arbeit. Zeitweilig bin ich ausgebucht. Nach fünf Jahren kann ich nur eines sagen: ‘Danke, liebe Teilnehmer für Euer Vertrauen, Eure Geduld und Zuversicht – denn ohne Euch würde es kein Yoga-Studio Sundern geben’.

Wie sind Sie zum „Yogi“ geworden?

Ich kam dank einer Freundin zum Yoga. Damals quälten mich starke Rückenschmerzen. Die klassische Medizin konnte mir auch nach etwa drei Jahren und diversen Therapien keine Lösung aufzeigen. Das vorläufige Fazit lautete: Arthrose im Brustwirbelbereich. Damit sollte ich mich abfinden. Dank Yoga wurde im Verlauf meiner Übungen die fest sitzende Blockade meiner Muskulatur gelöst – die Schmerzen verschwanden; ich habe keine Arthrose! Ich unterrichte mit Überzeugung Yoga und glaube, dass durch die individuell richtigen Übungen – kombiniert mit etwas Disziplin, Geduld und Konstanz – viele körperliche Beschwerden ­gelindert werden können.

Viele Männer meinen, Yoga sei nur etwas für Frauen – stimmt das?

Natürlich nicht! Wir Frauen sind vielleicht nur eher bereit, an uns selbst zu arbeiten. Mittlerweile kommen auch mehrere Männer zu meinem Unterricht, sind be­geistert – und können schon einen enormen Entwicklungssprung verzeichnen. Es ist nie Ziel, eine bestimmte Körperhaltung zu beherrschen, sondern das gesamte Körpersystem wahrzunehmen und in Bewegung zu bringen / in Balance zu halten.

Mit einigen Kolleginnen aus der Region bieten sie seit Jahren ein Yoga-Festival an – auch 2019?

Das ist richtig – und ich darf schon jetzt verraten, dass auch das fünfte Yoga-Festival Sauerland stattfinden soll. Wir arbeiten bereits daran. Wo und wann genau es sein wird, verrate ich aber noch nicht...

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