Auf 'nen Kaffee

Margit Hieronymus will mitmischen

Margit Hieronymus (SPD) will in den Landtag.

Margit Hieronymus (SPD) will in den Landtag.

Foto: Martin Haselhorst

Hüsten.   Die 56-jährige Hüstenerin Margit Hieronymus (SPD) will mitmischen und mitgestalten - künftig auch als Abgeordnete im Landtag in Düsseldorf.

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Es ist derzeit nicht leicht, eine Lücke im Terminkalender von Margit Hieronymus zu finden, um sich mit ihr „Auf’nen Kaffee“ zu verabreden. In diesem Herbst hat sich ihr Rhythmus verändert. Die Hüstenerin kandidiert für die SPD im Wahlkreis Hochsauerland I um ein Direktmandat bei der Landtagswahl am 14. Mai des kommenden Jahres. Sie wird viel eingeladen, trifft sich mit Parteikollegen im Sauerland und in Düsseldorf - und geht natürlich auch ihrem Beruf als Rechtsanwältin nach.

„Mein Bestreben ist es, mich im Wahlkreis bekannt zu machen“, sagt sie und rührt im Café Vielhaber in ihrem Geburts- und Heimatort Hüsten in ihrem schwarzen Kaffee. Das ist Phase eins des Wahlkampfs, der erst im Frühjahr in seine heiße Phase gehen. Für Margit Hieronymus aber besonders wichtig, weil sie „die Neue“ ist. Sie setzte sich in der parteiinternen Abstimmung unter anderen auch gegen ihren Vorgänger und jetzt parteilosen Landtagsabgeordneten Gerd Stüttgen aus Müschede klar durch und wurde als Direktkandidatin nominiert.

Neues Gesicht im Wahlkreis

Ein ganz neues Gesicht in der SPD ist die 56-jährige Fachanwältin für Familienrecht allerdings nicht. 1999 trat sie den Sozialdemokraten in Hüsten bei. Zuvor gestaltete sie im Ortsverein schon vier Jahre mit, ohne ein Parteibuch zu haben. 2014 erhielt sie ein Ratsmandat, im Frühjahr 2015 wurde sie Vorsitzende des Ortsverbandes. „Ich gehöre zu den Leuten, die mitmischen wollen“, sagt sie, „ich übernehme gerne Verantwortung“. Ihr Motto: Wer sein Umfeld aktiv mitgestaltet, erreicht damit auch immer etwas für andere und die Allgemeinheit.

Warum musste es die SPD sein? Im Ortsverband sah sie für sich damals die besten Möglichkeiten, sich einzubringen. „Ich komme aus einer sozialdemokratischen Arbeiterfamilie“, sagt Margit Hieronymus. Großelterlicherseits und auch über ihren 1945 aus Ungarn vertriebenen Vater und ihre Mutter wurde bei Wahlen nur über die SPD gesprochen. „Da haben meine Eltern mich positiv beeinflusst“, sagt sie.

Mitgestaltung, Gerechtigkeit und die demokratischen Werte sind ihre Leitlinien. Kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Universität ist ihr ganz wichtig. Sich „sozial positiv verhaltene und gebildete Menschen“ seien ein politisches Ziel, durch das sich viele Probleme der Gesellschaft von alleine lösen könnten.

Kostenfreie Bildung als Ziel

Ob das die Themen sind, die den Landtagswahlkampf allein bestimmen, darf bezweifelt werden. Margit Hieronymus spürt Politikverdrossenheit und fehlendes Vertrauen in die etablierte Politik. Radikalisierung bereitet ihr Sorge und ist ihr zugleich ein Auftrag: „Wir alle sind aufgefordert, uns die Motivation der Menschen anzuhören und ihre Ängste ernstzunehmen“, sagt Margit Hieronymus, „im Kampf gegen das Radikale müssen die demokratischen Parteien zusammenhalten“. Dafür sei es aber wichtig, dass sich alle ernsthaft mit den Problemen der Menschen auseinandersetzen. Das will sie im Wahlkampf tun. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, mit den Leuten zu sprechen“, sagt die Politikerin.

Das aber von Angesicht zu Angesicht und mit offenem Visier. Zunehmende Hass-Mails und böse Schreiben ohne Absender an Politiker adressiert, verärgern sie. „Anonyme Briefe und Beschimpfungen machen mich wütend, aber auch noch engagierter!“, sagt Margit Hieronymus. Entmutigen lassen will sie sich davon nicht. „Ich kann die politische Arbeit nur jedem empfehlen“, wirbt sie für politisches und demokratisches Engagement, „man lernt unheimlich viel und fühlt sich dann auch nicht mehr machtlos.“

Freistellung für den Wahlkampf

Die Hüstenerin ist nun mittendrin im politischen Geschäft. Im Februar fällt die Entscheidung, wie aussichtsreich sie auf der SPD-Landesliste positioniert sein wird. Aktuell bereitet sie sich auch mit parteiinternen Fortbildungen auf die heiße Phase des Wahlkampfs vor. Für diese Zeit in den letzten Wochen vor der Wahl wird sie beruflich freigestellt. Was danach kommt, weiß sie nicht. „Es kann alles passieren“, sagt Margit Hieronymus voraus, „niemand kann sich bei dieser Wahl sicher sein. Ich habe Chancen, in den Landtag einzuziehen.“

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