Wirtschaft

Keine Konsequenzen für Mitarbeiter bei Schroth

Firma Schroth: rechts Geschäftsführer Martin Nadol (links Martina Zumbülte)

Foto: Martin Schwarz

Firma Schroth: rechts Geschäftsführer Martin Nadol (links Martina Zumbülte) Foto: Martin Schwarz

Neheim.   Schroth Safety Products setzt mit neuer Eigentümerstruktur auf beide Standorte in Neheim und USA. 11 Manager des Unternehmens übernehmen Anteile.

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Der Neheimer Gurt- und Sicherungssystemhersteller Schroth Safety Products GmbH und seine amerikanische Schwesterfirma sollen künftig mit neuer Eigentümerstruktur geführt werden.

Wie berichtet wollen sich Manager der Unternehmensgruppe im Rahmen eines Management-Buy-Outs mit einem Minderheitsanteil beteiligen. Die Mehrheitsanteile soll die Fond-Beratungsgesellschaft Perusa erwerben. In einer Telefonkonferenz erläuterte Geschäftsführer Martin Nadol die Hintergründe.

Gründe für Verkauf

Der Verkauf der Unternehmensgruppe durch den US-Konzern TransDigm als bisherige Muttergesellschaft ist nicht aus wirtschaftlicher Not entstanden. Das US-Justizministerium fordert den Verkauf aus kartellrechtlichen Gründen, weil ein starker Wettbewerber von Schroth auf dem Markt ebenfalls zum US-Konzern gehört. Erst im Frühjahr des laufenden Jahres war Schroth unter das Dach von TransDigm gekommen.

Das Manager-Team

Aktuell gehören acht Manager aus Deutschland - darunter Martin Nadol - sowie drei Manager der US-Schwesterfirma in Florida zum sogenannten Management-Buy-Out-Team (MBO). „Jeder von uns, der da mit macht, muss sich über das Risiko bewusst sein“, sagt Martin Nadol.

Konsequenzen für Standorte

„Es gibt keinen Anlass etwas zu verändern“, sagt Martin Nadol zu den Folgen der neuen angestrebten Eigentümerstrukturen für den Standort Arnsberg, „ich sehe keine unmittelbaren Konsequenzen für die Arbeitsplätze und Struktur“.

Das Unternehmen sei erfolgreich und stetig gewachsen. „Wir wollen die Standorte aber enger verzahnen“, so Nadol, „wir brauchen beide Standorte mit ihrem vollem Spektrum“.

Folgen für Geschäftsführung

Operativ will sich Perusa als Mehrheitseigentümer aus dem Geschäft heraushalten. In Deutschland werde es daher im Management auch keine Veränderung geben.

Lediglich in den USA werde ein Werksleiter aus der Führungsebene ausscheiden.

Wirtschaftliche Entwicklung

Nach Auskunft von Geschäftsführer Martin Nadol bewege sich Schroth in Deutschland auf dem Ergebnisniveau wie im Vorjahr 2016. In den USA habe es gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Zuwachs gegeben.

Der Jahresumsatz wird auf 20 Millionen Euro beziffert. Aktuell gäbe es aber nicht die ganz großen Wachstumsraten. „Der Markt im Bereich Militär und Motorsport unterliegt immer starken Schwankungen“, so Martin Nadol.

Wert des Unternehmens

Beim Eigentümerwechsel im Frühjahr hin zur TransDigm-Gruppe lag der Kaufpreis bei 90 Millionen Dollar. „Und auch jetzt reden wir von einer beträchtlichen Summe“, so Nadol, „es gab ein großes Interesse aus dem Markt an unserem Unternehmen“.

Das MBO-Team wolle mit einem zweistelligen Anteil am Stammkapital einsteigen.

Strategische Ausrichtung

Der Geschäftsführer Martin Nadol sieht keinen „kurzfristigen Bedarf, die Strategie des Unternehmens zu verändern“. Es sei ein Vorteil, nun losgelöst von Konzernstrukturen agieren und noch selbstbestimmter als zuletzt handeln zu können.

Im Bereich der Luftfahrt - insbesondere bei den Insassen-Schutzsystemen der kommerziellen Luftfahrt - wolle Schroth weiter zulegen. Nadol: „Hier ist Potenzial für weiteres Wachstum“.

Zeitschiene

Die geplante Transaktion ist noch nicht in trockenen Tüchern. Es gilt der Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und behördlicher Genehmigungen.

Mit dem gegebenen grünen Licht in Form einer Vereinbarung der TransDigm-Gruppe mit und durch das US-Justizministerium sieht Martin Nadol allerdings die größte behördliche Hürde genommen.

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