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Inklusion: Kreis will Kosten senken

inder und Jugendliche mit Behinderung haben seit einigen Jahren einen Anspruch auf Schulbegleitung, wenn sie den Alltag an einer Regelschule nicht allein bewältigen können.

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inder und Jugendliche mit Behinderung haben seit einigen Jahren einen Anspruch auf Schulbegleitung, wenn sie den Alltag an einer Regelschule nicht allein bewältigen können. Foto: dpa

Arnsberg.   Die Begleitung von Schülern mit Behinderung soll neu organisiert werden. Vier Arnsberger Schulen starten gemeinsam mit dem HSK ein Modellprojekt.

Die Kosten für die Inklusion an Schulen steigen im Hochsauerlandkreis von Jahr zu Jahr – 2,7 Millionen Euro muss der Kreis dafür voraussichtlich allein in diesem Jahr aufbringen. Hinzu kommen die Kosten bei den städtischen Jugendämtern. Jetzt wollen Kreis und Stadt Arnsberg neue Strukturen für die Begleitung behinderter Schüler schaffen.

Dazu starten sie ein mehrjähriges Projekt an vier Arnsberger Schulen. Beteiligen wollen sich die katholische Grundschule St. Michael, die Gemeinschaftsgrundschule Norbertusschule, die Sekundarschule am Eichholz und das Gymnasium Laurentianum.

Fallzahlen steigen weiter an

Behinderte Schüler haben in Nordrhein-Westfalen seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Schulbegleiter, wenn sie eine Regelschule besuchen und körperlich oder seelisch nicht in der Lage sind, den Schulalltag alleine zu bewältigen. Die Schulbegleiter finanziert der Kreis als Sozialhilfeträger, wenn es um Kinder und Jugendliche mit körperlicher oder geistiger Behinderung geht.

Für die Unterstützung von Schülern mit eingeschränkter seelischer Gesundheit muss das städtische Jugendamt aufkommen. Seit 2013 haben sich die Fallzahlen in Arnsberg mehr als verfünffacht. Im vergangenen Jahr zählte das Jugendamt 21 Fälle und musste knapp 165 000 Euro aufbringen. Beim Kreis sind die Kosten seit 2013 um ganze zwei Millionen Euro gestiegen.

Wissenschaftliche Begleitung

„Der HSK mit seinen Kommunen sieht sich in der Verpflichtung zu handeln, damit sich aufgrund des inzwischen fest in der Gesellschaft verankerten Inklusionsgedankens die Fallzahlen und Kosten nicht in diesem Umfang dynamisch weiterentwickeln, sondern gedämpft und reduziert werden“, heißt es in einem entsprechenden Schriftstück aus dem Kreishaus. Wie genau das gelingen kann, soll im neuen Projekt geklärt werden. Bis zu 200 000 Euro jährlich sind dafür eingeplant.

An den vier ausgewählten Arnsberger Schulen sollen in den kommenden Jahren mit wissenschaftlicher Begleitung neue Modelle entwickelt und erprobt werden. Schüler, Eltern, Lehrer, Sonderpädagogen, Schulsozialarbeiter und Jugendhilfeträger: Alle Parteien sollen dabei mitreden dürfen. „Das Ziel ist es, einvernehmliche Lösungen im Interesse der Kinder zu finden – deren Wohl steht natürlich im Vordergrund“, sagt Fleur Tauber als Sprecherin des Kreises.

Hoffnung auf neue Strukturen

Es sollen fachliche Standards für die Begleitung behinderter Schüler entwickelt und Pools von Schulbegleitern an den einzelnen Standorten geschaffen werden. Denn die Leistungsanbieter finden laut Kreis „immer weniger qualifiziertes Personal, welches die Aufgaben der Schulbegleitung übernehmen kann.“

Mit dem Projekt beschäftigt sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises in seiner nächsten Sitzung. Wird das Projekt wie geplant beschlossen, soll es zum Schuljahr 2018/2019 starten und ein bis zwei weitere Schuljahre laufen. Im Idealfall entstehen daraus neue Strukturen, von denen alle betroffenen Familien und Schulen im Hochsauerland in Zukunft profitieren können.

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