Gleichberechtigung

Hüsten: Katholische Frauen fordern eine gerechtere Kirche

Gabriele Kaufhold, Andrea Schnock und Petra Gruß (von links) die Forderungen der katholischen Frauen Deutschlands nach Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. Das purpurfarbene Kreuz ist Symbol der bundesweiten Aktion.

Gabriele Kaufhold, Andrea Schnock und Petra Gruß (von links) die Forderungen der katholischen Frauen Deutschlands nach Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. Das purpurfarbene Kreuz ist Symbol der bundesweiten Aktion.

Foto: Katrin Clemens

Hüsten.  Eine Gleichstellung von Mann und Frau in der katholischen Kirche – dafür machen sich auch Hüstenerinnen stark.

Frauen als Priesterinnen, Bischöfinnen und Kardinälinnen, auch als Päpstinnen: Das fordern die Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) in Deutschland. Dieser Aktion für eine Kirche der Zukunft, in der die Geschlechter gleichberechtigt sind, unterstützen auch die Frauen aus dem kfd-Bezirk Neheim-Hüsten.

„Ich denke allein durch die Anerkennung, den Weg zum Weiheamt frei zu machen, würden sich viele Frauen wieder mehr zuhause fühlen in der Kirche“, meint Andrea Schnock, die sich im kfd-Bezirk gemeinsam mit Petra Gruß und Gabriele Kaufhold für diese Themen stark macht.

Purpurkreuz als Symbol

Ein kleines Purpurkreuz als Anstecknadel tragen die drei Frauen bereits jetzt – es ist das Symbol einer bundesweiten Aktion, mit der katholische Frauen vom 23. bis 29. September für ihre Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche eintreten wollen.

Schon vorab ist die Debatte in Hüsten eröffnet. Über die Rolle der Frauen in der Kirche werden die kfd-Mitglieder bei einer Talkrunde im Petrushaus diskutieren. Dafür konnten sie auch Pfarrer Daniel Meiworm gewinnen. Und sie bekommen zusätzliche Unterstützung aus Paderborn – für die Organisation, aber auch inhaltlich.

Rückhalt aus Paderborn

„Ich stehe voll und ganz hinter der Aktion, es ist eine wichtige Angelegenheit“, sagt kfd-Diözesanpräses Roland Schmitz. Er bekräftigt auch die Forderung, Frauen zu allen Weiheämtern zuzulassen. „Ich bin durchaus jemand, der an Wunder glaubt“, sagt er.

Mit den Forderungen der katholischen Frauengemeinschaft werde ein demokratischer Prozess innerhalb der Kirche in Gang gesetzt. „Es sind Frauen aus der Mitte der Gemeinden, denen es wichtige Anliegen sind“, betont Schmitz Auch wenn einige mit den Forderungen eine rote Linie überschritten sähen, gebe es viel Unterstützung. „Ich merke, dass bei einigen eine große Euphorie da ist, diese Meinung zu äußern.“

Die Vision einer geschlechtergerechten Kirche weltweit vertritt auch der Diözesanpräses, realistisch hält er den Zugang zum Amt der Diakonin in Deutschland oder Europa als ersten Schritt für denkbar.

Rolle der Frau im Gemeindeleben

Das können sich auch die Frauen aus Hüsten vorstellen. Solch kleine Schritte würde sie ebenfalls begrüßen, denn aus ihrer Sicht hat sich genau so in den vergangenen Jahrzehnten schon viel bewegt. Sie selbst erinnern sich noch genau an die Zeiten, in denen nur Jungen Messdiener werden durften. Undenkbar schien damals auch noch das Amt der geistlichen Begleiterin, das Gabriele Kaufhold heute inne hat. In Zeiten, in denen das hauptamtliche Personal in Gemeinden weniger wird, soll die geistliche Begleitung die seelsorgerischen Angebote stärken.

Auf Gemeinde-Ebene leisten die weiblichen Mitglieder ohnehin bereits vieles. „Wenn die Kirche keine Messdienerinnen, Lektorinnen, Messebesucherinnen und so weiter hätte, dann wäre sie out“, ist Petra Gruß als Sprecherin des kfd-Bezirks überzeugt.

Initiatorinnen sind optimistisch

Mit dem Signal, dass sich die katholische Frauengemeinschaft deutschlandweit geschlossen für Geschlechtergerechtigkeit einsetzt, ist auch die Hoffnung auf neue, junge Mitglieder verbunden. Der Bezirk Neheim-Hüsten hat aktuell rund 1900 Mitglieder, die Zahl scheint noch recht stabil. Trotzdem ist die Nachwuchsfrage in der kfd schon seit Längerem präsent.

Daraus entstand auch die erste Idee für den Diskussionsabend im Petrushaus. „Ursprünglich wollten wir so Mitglieder werben beziehungsweise unsere neuen Mitglieder dazu einladen“, sagt Petra Gruß. Nun schließen sie sich inhaltlich der Verbandsoffensive für eine geschlechtergerechte Kirche an.

Auch wenn sie wissen, dass der Weg zum Weiheamt für Frauen in der katholischen Kirche wohl noch weit ist, bleiben die Initiatorinnen der Diskussionsveranstaltung optimistisch. „Wenn man nichts tut, bewirkt man ganz sicher nichts“, meint Gabriele Kaufhold zu kritischen Stimmen innerhalb des Verbands, dass sich in der Kirche ja doch nichts zugunsten der Geschlechtergerechtigkeit ändern werde.

Die kfd im Bezirk Neheim-Hüsten informiert auch via Facebook über ihre Aktivitäten. Wer mehr über die bundesweite Aktionswoche der katholischen Frauengemeinschaft und die damit verbundenen Forderungen erfahren möchte, findet Material hier.

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