Inklusion

Hüsten: Großes Kirmesfieber beim Bummel mit den Lions

Mitfiebern heißt es beim Bälle werfen: Die Station gehört fest zum Programm beim traditionellen Kirmesrundgang des Lions-Clubs für Menschen mit und ohne Behinderung.

Mitfiebern heißt es beim Bälle werfen: Die Station gehört fest zum Programm beim traditionellen Kirmesrundgang des Lions-Clubs für Menschen mit und ohne Behinderung.

Foto: Katrin Clemens

Hüsten.  Gemeinsamer Spaß auf der Kirmes in Hüsten: Der Lions-Club lädt Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer zum Bummel über das Festgelände ein.

Das Sauerland ist im Kirmesfieber: Und die Gruppe, die sich schon vor der offiziellen Eröffnung auf einen Softdrink bei Gastronom Traber versammelt, ist es besonders. Immer mehr Gäste stoßen hinzu, die es kaum abwarten können, endlich Musikexpress und Autoscooter zu erobern.

Aber erst einmal werden fleißig Namensschildchen an T-Shirts und Pullover geklebt. In lockerer Runde duzt man sich heute. „Ach, ich freu mich!“, ruft Janika, während auch die anderen Gäste mit handgeschriebenen Aufklebern versehen werden. Wenn der Bürgermeister einfach nur Ralf ist und der Club-Präsident Christoph, dann beginnt der traditionelle Kirmesrundgang der Lions.

Schausteller beteiligen sich

Jedes Jahr zum Kirmesstart lädt der Club Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer zum Bummel über das Festgelände ein. Lions-Mitglieder lernen so Menschen kennen, für die sie regelmäßig Spendenaktionen starten und die Gäste erleben einen Kirmesbesuch, den ihre Betreuer in diesem Eins-zu-Eins-Verhältnis gar nicht alleine leisten könnten. Betreiber vieler Fahrgeschäfte ermöglichen den Besuchern die kostenlose Nutzung.

Mehr als zehn Jahre gibt es die Aktion schon, die Ingo Beckschäfer damals angeregt hat – er ist Vorsitzender der Kirmesgesellschaft und Lions-Mitglied. Im Laufe der Jahre sind Kontakte entstanden und so ziehen Club-Mitglieder und Gäste fast selbstverständlich Hand in Hand in Richtung Kettenkarussell los.

Während Rolf Niermann aus dem Club-Vorstand sich in jedes Fahrgeschäft wagt, zieht Bürgermeister Ralf Paul Bittner eher den Autoscooter vor. Der Musikexpress, auf den sich viele Bewohner der Caritas-Einrichtungen Mariannhill, St. Marien und St. Christopherus sowie der Lebenshilfe bereits gefreut haben, ist nichts für das Stadtoberhaupt.

Flauschige Erinnerungsstücke

Zwischen Musikexpress, Riesenrad und gemeinsamen Currywurst-Essen gilt es Zielsicherheit zu beweisen. Heidi ist erfolgreich und gewinnt ein buntes Kuschelmonster, das direkt einen Kuss an einen Artgenossen in der Hand von Mitbewohnerin Marion verteilt. Neue Kontakte knüpfen gehört zum Kirmesrundgang dazu, alte zu pflegen aber genauso.

„Wir hören von den Betreuern, dass die Vorfreude schon Wochen vorher sehr groß ist und auch nachher noch viel über den Kirmesbesuch erzählt wird“, sagt Niermann. Da mag er Recht haben, denn neben ihm sichert ein Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung im Eichholz gerade seinen Kuscheltier-Gewinn im Korb eines Rollators und kündigt an: „Das hänge ich mir an die Wand!“

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