CVUA

HSK kämpft für CVUA-Standort Arnsberg

Blick auf das Gebäude des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes, kurz CVUA, in Arnsberg. Die Infrastruktur – Gebäudesubstanz und Platz zur Erweiterung – sprechen für Verbleib und Ausbau vor Ort, so der HSK-Kreistag.Foto:Wolfgang Becker

Blick auf das Gebäude des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes, kurz CVUA, in Arnsberg. Die Infrastruktur – Gebäudesubstanz und Platz zur Erweiterung – sprechen für Verbleib und Ausbau vor Ort, so der HSK-Kreistag.Foto:Wolfgang Becker

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.   Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt CVUA soll Arnsberg erhalten bleiben. Kreistag bewertet Gutachter-Empfehlung als „nicht seriös“.

Über den endgültigen Abschied des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes, kurz CVUA, aus Arnsberg ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Kreistag des Hochsauerlandkreises hat sich während seiner Sitzung am vergangenen Freitag für einen Verbleib der Landesbehörde im Ortsteil Alt-Arnsberg ausgesprochen.

Ein vorliegendes Gutachten, das einen neuen Standort, näher am Ruhrgebiet angesiedelt, em­pfiehlt, halten die Kreistagsmitglieder für nicht objektiv. Die Kreisverwaltung mit dem Landrat an der Spitze prüft bereits das mögliche weitere Vorgehen und stellt Kontakt zu den Entscheidungsträgern her. Aber der Reihe nach:

„Handwerkliche Fehler“

Wie berichtet, hat der CVUA-Verwaltungsrat während einer Sitzung im Dezember 2017 be­schlossen, keinen der vier bestehenden Veterinäramts-Standorte (Arnsberg, Hagen, Hamm, Bochum) zu erweitern, sondern das CVUA Westfalen zum nächstmöglichen Zeitpunkt an einem zentralen Standort zusammenzuführen.

Grundlage dieser Entscheidung ist das erwähnte, vom Land NRW in Auftrag gegebene Gutachten der Firma Carpus und Partner. Doch diese Dokumentation gerät nun in die Schusslinie der Kritik:

Reinhard Brüggemann formulierte während der Kreistagssitzung, das Gutachten sei „nicht seriös“ und beinhalte „handwerkliche Fehler“. Gemeinsam mit seinem Kreistags-Kollegen Willy Wilmes (CDU) hatte SPD-Fraktionschef Brüggemann am 29. Mai 2018 Akteneinsicht in das Gutachten genommen – mit dem Ergebnis: „Die Einsichtnahme ergab erhebliche Beanstandungen.“

Im Gutachten werde unter anderem die Forderung einer wirtschaftlichen Bewertung nicht eingehalten. „Weiche“ Kriterien mit viel Ermessensspielraum hingegen würden wesentlich zur Begutachtung ­herangezogen. Die Politiker ­wissen, wovon sie reden – beide sind als Diplom-Ingenieure tätig.

„Geldverschwendung“

Unter dem Strich käme ein Neubau an zentraler Stelle – favorisiert werden inzwischen Unna oder Holzwickede – erheblich teurer als ein Ausbau des Standortes Arnsberg. Dort wurden in den vergangenen Jahren außerdem bereits rund 13 Millionen Euro investiert. Für Arnsberg spreche auch die mögliche Verwendung des benachbarten Geländes der Birkenpfadschule, die im kommenden Jahr schließt.

Fazit: Der Standort Arnsberg sei erweiterbar, biete hohe Funktionalität; ein Neubau andernorts hingegen sei – mit Blick auf die Interessen der Steuerzahler – „Geldverschwendung“.

Kreisverwaltung am Ball

Nun ist die Kreisverwaltung am Ball. Dr. Karl Schneider, der sich schon zuvor für Arnsberg als alten und neuen CVUA-Standort stark gemacht hat, erklärt auf Anfrage das weitere Vorgehen: „Wir haben einen Beschluss des Kreistags, den wir nun umsetzen – in drei Schritten“, so der Landrat. Erstens werde der zuständige Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann über die Haltung des HSK in Kenntnis gesetzt. Eine weitere Besprechung im NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sei ohnehin für den 13. September terminiert, Kreisdirektor Dr. Drathen ist für den HSK dabei. Zweitens werde man Verwaltungsrat und Vorstand des CVUA informieren, vor allem mit Blick auf die Zweifel am Gutachten. Drittens wird der HSK, wie vom Kreistag gefordert, den Landesrechnungshof kontaktieren, um dessen Einflussmöglichkeiten zu sondieren. „Es ist inzwischen ein Politikum“, meint Dr. Schneider zur Standortfrage – in der sehr, sehr viel für Arnsberg spreche...

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