Crowdfunding

Hörminderung - Hilferuf stößt nicht auf taube Ohren

Dominik Hüssen (Mitte) mit Olaf Koring und Teresa Stephan vom Akustik Team Rottler

Foto: Madlin Michael

Dominik Hüssen (Mitte) mit Olaf Koring und Teresa Stephan vom Akustik Team Rottler Foto: Madlin Michael

Arnsberg.  Dank der Sachspende einer Akustik-Firma kann der ­21-jährige Dominik Hüssen aus Arnsberg ein normales Leben ohne Hörminderung genießen.

Letzte Hoffnung Crowd­funding: Durch eine Sachspende der Firma „Phonak“ kann der ­21-jährige Dominik Hüssen nun endlich ein normales Leben ohne Hörminderung genießen, was für seine berufliche Zukunft sehr bedeutend ist.

Der Arnsberger Dominik ­Hüssen litt bis Anfang dieses Jahres unter einer 90-prozentigen Hörminderung, die seinen Alltag, besonders sein Berufsleben, sehr eingeschränkt hat. Beim Bundesfreiwilligendienst im Caritas-Seniorenheim St. Anna entdeckte er als „BuFDi“ seine Begeisterung für die Altenpflege. Für ihn stand schnell fest: „Ich möchte anderen Menschen helfen!“ Doch um seinen Traumberuf verwirklichen zu können, war auch er zunächst auf Hilfe angewiesen.

An der Grenze zur Taubheit

Bei der täglichen Arbeit im Bundesfreiwilligendienst war es nicht zu übersehen, dass der 21-Jährige durch sein schlechtes Hörvermögen nur begrenzt auf Notfälle reagieren kann. Seine Schwerhörigkeit grenzt an Taubheit. Mit dem Ziel auf eine erfolgreiche Ausbildung im Krankenpflegeberuf war Dominik Hüssen klar, dass ein geeignetes Hörgerät her muss – und dem stimmten auch zahlreiche Ärzte und Experten zu.

Das Problem: Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen ausschließlich nach Regelsatz bezahlen, was in diesem Fall weitaus zu wenig ist. „Bei üblichen Hörgeräten fehlt der Praxisbezug, was in solchen Berufen sehr problematisch ist“, so Olaf Koring, der zum Akustik Team von „Brillen und Hörgeräte Rottler Arnsberg“ gehört. Das für Dominik Hüssen geeignete Hörgerät beinhaltet viele Automatikprogramme und passt sich aufgrund dessen der Lautstärke in der Umgebung an. Diese speziellen Funktionen machen sich jedoch auch im Preis bemerkbar. „Pro Gerät liegt der Zuzahlungsbetrag bei 1400 Euro“, so Hüssen.

Da Dominik Hüssen diese Summe nicht aus eigener Tasche bezahlen kann, startete er gemeinsam mit einem Freund einen Aufruf zum Crowdfunding für ein solches Hörgerät – und das mit Erfolg. Paul Rottler, Inhaber von „Brillen und Hörgeräte Rottler“, wird aufmerksam auf den Aufruf und kontaktiert eine Hörgerätefirma.

Seit Oktober in der Ausbildung

„Phonak“ stellt dem engagierten Arnsberger eine Sachspende zur Verfügung, um seinen Traum – Intensivkrankenpfleger – verwirklichen zu können. Nachdem der ehemalige „BuFDi“ seine neuen Hörgeräte seit Januar ausgiebig ­testete, sind sie für ihn mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken:

„Durch diese Sachspende kann ich nun viel besser am Leben teilnehmen und die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, welche ich im Oktober mit viel Begeisterung begonnen habe, ohne Probleme absolvieren.“

Dank an jeden Interessierten

Doch nicht nur Unternehmen waren bereit, das Schicksal von Dominik Hüssen durch eine Geldspende zu beeinflussen: „Eine ältere Dame aus Arnsberg wollte mir eine Summe im vierstelligen Bereich zur Verfügung stellen, und auch ein Sportverein hätte gespendet.“, so der Betroffene. Da Hüssen als ehemaliger Bundesfreiwilligendienstler jedoch keine anderen Leistungen in Anspruch nehmen darf, waren diese Geldspenden hinfällig. Trotzdem weiß Dominik dieses Engagement zu schätzen: „Ich bin überglücklich und bin jedem einzelnen Interessierten, der bereit war, etwas zu spenden, unendlich dankbar.“

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