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Hausnotruf einer Seniorin in Seidfeld fällt aus

Hausnotrufe für Senioren funktionieren über einen Funksender, den die älteren Menschen bei sich tragen. Die dazugehörige Funkstation jedoch funktioniert in der Regel nur über den Festnetzanschluss im Haus.

Hausnotrufe für Senioren funktionieren über einen Funksender, den die älteren Menschen bei sich tragen. Die dazugehörige Funkstation jedoch funktioniert in der Regel nur über den Festnetzanschluss im Haus.

Foto: Michael Kleinrensing

Seidfeld.   Der Tarifwechsel eines Seidfelder Telekom-Kunden scheitert. Dadurch funktioniert auch der Hausnotruf der 86-jährigen Mutter zunächst nicht.

Zuhause ohne Telefonanschluss und Internet auskommen zu müssen – das ist für die meisten nervig, für Selbstständige schwierig und anderen bereitet es sogar große Sorgen. Manfred Brüggemann aus Seidfeld zum Beispiel: Seit Anfang April funktioniert der Anschluss des Telekom-Kunden nicht mehr und damit auch der Hausnotruf seiner 86-jährigen Mutter nicht. „Meine Hauptsorge war, dass meine Mutter stürzt und der Notruf nicht funktioniert“, erklärt Brüggemann. „Mit dem Handy kommt sie nicht zurecht.“

Drei Termine scheitern

Eigentlich hatte Brüggemann bei seinem Anbieter – der Deutschen Telekom – nur den Tarif wechseln wollen, um vom schnelleren Internet zu profitieren. Dazu musste der alte Anschluss abgeschaltet und der neue von einem Techniker vor Ort installiert werden. „Der alte Anschluss wurde am 8. April abgeklemmt“, so Brüggemann. „Der neue Anschluss wurde aber nicht geschaltet.“

40 Tage lang hätte der neue, schnellere Anschluss schon funktionieren sollen, aber bis heute ist weder telefonieren noch surfen möglich. Nach dem gescheiterten Wechsel Anfang April bekam Brüggemann die Nachricht, dass dies „innerbetriebliche Gründe“ gehabt habe und er einen neuen Termin vereinbaren solle.

„Ich habe also stundenlang bei der Störungsstelle angerufen, bis ich einen neuen Termin für den Anschluss bekommen habe. Wartezeit zehn Werktage“, sagt der Seidfelder. Doch wieder und wieder geschah: nichts.

Drei verschiedene Anschlusstage sind der Familie genannt worden, jedes Mal sollte sich jemand zwischen 8 und 16 Uhr zuhause bereit halten, um dem zuständigen Mitarbeiter Zugang zu den Anschlüssen zu ermöglichen – was für berufstätige Kunden drei vergebene Urlaubstage bedeutet. Das ist einer der Gründe, warum Brüggemann sich so sehr ärgert. „Es ist nie etwas passiert, weshalb ich auch etwas ungehalten bin“, sagt Brüggemann.

Unternehmen entschuldigt sich

Die Caritas konnte der Familie in der Zwischenzeit ein Notrufsystem zur Verfügung stellen, das unabhängig von der Telefonanlage sicher funktioniert. Mittlerweile ist ein vierter Technikertermin anberaumt. Der Wechsel von einem Tarif zum anderen sei „in der Tat nicht glücklich gelaufen“, räumt eine Mitarbeiterin der Telekom-Pressestelle auf Nachfrage dieser Redaktion ein. Die Schaltung durch einen Auftragnehmer habe nicht geklappt, erklärt sie. Dafür entschuldige sich das Unternehmen und werde mit dem Kunden über eine Gutschrift sprechen, sobald der Anschluss endlich funktioniert.

„Mir wurde versprochen, dass der Techniker dieses Mal auf jeden Fall kommt. Ich hoffe, dass dann endlich alles wieder einwandfrei funktioniert“, sagt Brüggemann. Dann kann er auch wieder auf das bewährte System für den Hausnotruf seiner Mutter umstellen und beruhigter zur Arbeit fahren.

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