Hohe Investition

Große Baumaßnahme der Sauerland-Klinik in Hachen

Patienten und Mitarbeiter profitieren von den umfassenden Baumaßnahmen in der Sauerlandklinik gleichermaßen (von links): Medizinischer Direktor Dr  Markus Heibel, Pflegedienstleiter Peter Pammler und Verwaltungsdirektor André Kampmann.

Patienten und Mitarbeiter profitieren von den umfassenden Baumaßnahmen in der Sauerlandklinik gleichermaßen (von links): Medizinischer Direktor Dr  Markus Heibel, Pflegedienstleiter Peter Pammler und Verwaltungsdirektor André Kampmann.

Foto: Sauerland-Klinik/Katja Piecha

Hachen.   Die Sauerlandklinik in Hachen hat sich mit der größten Baumaßnahme seit der Gründung in den frühen 1960er Jahren zukunftssicher aufgestellt.

„Aus drei mach zwei!“ Das war bei der Hachener Sauerlandklinik, Akutkrankenhaus für Multiple Sklerose (MS), in den vergangenen 16 Monaten die Devise. Denn seit 1. Januar 2018 wurde der A-Trakt komplett umgebaut: „Er war bisher noch nie grundlegend saniert worden“, erklärt Verwaltungsdirektor André Kampmann zur größten Baumaßnahme, die es seit dem Bau der Klinik Anfang der 60er Jahre gegeben hat. Erstes Ziel: Ein- und Zweibettzimmer auf den modernsten Standard bringen.

Nun sind die ersten Zimmer neu belegt, in Kürze kommen weitere im 1. OG hinzu: „Das haben wir bei den langfristigen Zimmerbuchungen berücksichtigt“, so Kampmann über den sukzessiven Beginn. „Wir sind stolz, dass wir Zeit- und Kostenplan einhalten konnten. Das soll so sein, ist aber in heutiger Zeit nicht selbstverständlich.“

Alter A-Trakt wurde komplett neu aufgebaut

Was ist passiert? Der alte A-Trakt wurde komplett neu aufgebaut: „Die Außenwände sind etwa einen Meter nach außen versetzt worden. So haben wir Platz in den Zimmern gewonnen“, sagt Kampmann. Ansonsten seien alle Leitungen, alle Rohre, sämtliche Heiz- und Elektrosysteme erneuert worden.

Im ersten und zweiten OG entstanden zwei moderne Stationen mit großen barrierefreien und hellen Zimmern und Bädern, im zweiten OG ein zentraler Pflegstützpunkt, im Erdgeschoss sind zusätzlich Spezialambulanz und zentrale Diagnostikbereiche untergebracht“, ergänzt Pflegedienstleiter Peter Pammler. Auf der Südseite - zum Park hin - entstand eine neue Fassade mit großen Fensterfronten, auf der Nordseite wurden ebenfalls Teile der Außenfasade erneuert. Das Gebäude erhielt ein neues Dach und ist mit einer modernen Lüftungsanlage ausgestattet.

Patienten und Mitarbeiter gewinnen

„Bereits nach den ersten Betriebstagen bestätigen unsere Patienten, dass das hohe Qualitätsniveau der Behandlung in der Sauerlandklinik mit der Fertigstellung der neuen Pflege - und Behandlungsbereiche weiter gesteigert werden konnte,“ hat der Medizinische Direktor, Dr. Markus Heibel, bei den ersten Visiten erfahren.

Neben der Schaffung von modernen behindertengerechten Patientenzimmern war es aber der Betriebsleitung wichtig, optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu schaffen. Es wurden Kriterien des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, der Arbeitssicherheit und der Hygiene sehr ernst genommen und umgesetzt.

Es wurden aber auch die Mitarbeiter in die Planungen einbezogen: „Da hatte man Mitspracherecht bei den Farben, den Bodenbelägen und ähnlichem“, so Kampmann. „Jetzt spiegeln mir die Kollegen zurück, dass aus ihrer Sicht alles erfolgreich verlaufen ist. Damit haben Patienten und Mitarbeiter durch die Baumaßnahme gewonnen.“

Offizielle Einweihung im Sommer

Bereits 2004 hat die Sauerland-Klinik ein bauliches Zielkonzept entwickelt, um die Zukunftsfähigkeit der Klinik langfristig sicherzustellen zu können. Mit der Fertigstellung des A-Traktes konnte ein weiterer bedeutender Meilenstein diese Konzeptes umgesetzt werden. „Über den reibungslosen Bauablauf freuen wir uns sehr. Nicht zuletzt wurde dies durch den kompetenten Architekten und Fachplaner sowie die zuverlässige Unternehmen ermöglicht“, zieht André Kampmann ein positives Fazit der 16-monatigen Bauzeit.

Die Einweihung des umgebauten A-Traktes erfolgt im Sommer nach der Ferienzeit. Dann in Verbindung mit der offiziellen Übergabe des Zertifikates „MS-Schwerpunktzentrum“, das der Sauerland-Klinik nach den Anerkennungskriterien der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft verliehen wurde.

Gemeinsam zieht die Klinikleitung ein wichtiges Fazit: „Die Baumaßnahme war ein großer Sprung.“ Der Vorteil an der Hachener Klinik sei, dass die Pflegebedürftigkeit der Patienten hinausgeschoben werde. „Viele sind nach dem Aufenthalt bei uns wieder in der Lage, sich in ihrem Zuhause zu bewegen“, hält Dr. Markus Heibel fest. Das liege vor allem an der multidisziplinären Therapie für die MS-Erkrankten, die nach einem akuten Schub innerhalb weniger Tage in Hachen an allem behandelt werden können, was dieser auslöst habe: „Da gehen wir symptomspezifisch und hoch kompakt heran.“

Neuer Löschtank notwendig

Eine zunächst nicht vorgesehene Baumaßnahme hat die Sauerland-Klinik vor einigen Tagen mit abgeschlossen: Durch die Schließung einer Quelle in einem Waldgebiet oberhalb der Klinik sank der Wasserdruck in dem Gebiet erheblich. Die Klinikleitung musste nachsteuern, nachdem sie von den Stadtwerken über den Umstand informiert wurde: „Durch die Umstellung der Hochbehälter hat sich die Leistung halbiert“, informiert Verwaltungsdirektor André Kampmann.

Und so machte man sich auf die Suche nach einer Lösung: „Jetzt haben wir im Parkgelände einen Tank mit Platz für 125 qbm vergraben“, verwies Kampmann auf eine kurzfristige Lösung. Diese war aber nur möglich, weil es im vorigen Jahr auf einem Bundeswehr-Stützpunkt in der Nähe von Meppen lange Zeit im Moor gebrannt hatte. Dort musste man nach der Katastrophe ein zusätzliches Wasserreservoir anschaffen. Man bestellte sieben Tanks, erreichte aber die geforderte Leistung schon mit sechs Tanks. Den übrig gebliebenen Tank sicherte sich dann die Sauerland-Klinik.“ Allerdings war die Anlieferung, zunächst war an einen längeren Tank gedacht, nicht möglich, da der Transport nicht über die enge Röhrbrücke zur Siepenstraße gekommen wäre. „So haben wir den Tank in zwei Hälften a 13 Meter und einem Durchmesser von 2,50 Meter erhalten“, erzählt André Kampmann von diesem Kuriosum. Anschließend wurde die beiden Hälften dann im Park verschweißt und dann unter die Erde gebracht.

>> Hintergrund

Die Baukosten betragen 6,5 Millionen Euro, ein Teil der Investition wird durch das Land Nordrhein-Westfalen mit der sogenannten Baupauschale gefördert.

Die Bettenzahl im A-Trakt hat sich von 25 auf 38 Betten erhöht, aufgrund der Verschiebungen zwischen den Gebäudeteilen erhöht sich die Gesamtbettenzahl gemäß dem Krankenhausbedarfsplan jedoch nicht.

Über ein Tablet am Bett kann der Patient im Zimmer vieles steuern: Dabei ruft er sich den Zimmerplan auf und kann so direkt Leuchten an und ausschalten oder Jalousien öffnen oder schließen.

Am Umbau waren viele Unternehmen aus der direkten Umgebung beteiligt, Die Maßnahme lag unter der Grenze für eine europaweite Ausschreibung und konnte so frei vergeben werden.

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