Forstwirte

Gefährlicher Arbeitsplatz der Waldarbeiter

Waldschäden nach dem Sturmtief Friederike

Forstwirte haben derzeit einen der gefährlichsten Arbeitsplätze der Region. Bei der Aufarbeitung der Schäden nach dem Sturmtief "Friederike" ist viel Erfahrung nötig. Stadtförsterin Petra Trompeter und Fostwirtschaftsmeister Martin Stürzenhecker erkl

Forstwirte haben derzeit einen der gefährlichsten Arbeitsplätze der Region. Bei der Aufarbeitung der Schäden nach dem Sturmtief "Friederike" ist viel Erfahrung nötig. Stadtförsterin Petra Trompeter und Fostwirtschaftsmeister Martin Stürzenhecker erkl

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Arnsberg.   Forstwirte in heimischen Wäldern müssen bei Aufarbeitung der Schäden durch das Orkantief „Friederike“ immer mit dem Risiko von Unfällen leben.

Es ist einer der derzeit gefährlichsten Arbeitsplätze im Raum Arnsberg und Sundern. Sturmschäden im Wald wie jetzt nach dem Orkantief „Friederike“ setzen Forstwirte und Waldarbeiter einem erhöhten Unfallrisiko aus. „Im Wald ist es brandgefährlich“, sagt Forstamtsleiter Frank Rosenkranz vom Landesbetrieb Wald und Holz. Sein Regionalforstamt Oberes Sauerland ist auch zuständig für Wälder in Sundern sowie in Oeventrop und Uentrop.

Wegesicherung hat Vorrang

Im Raum Arnsberg und auch zwischen Hellefeld und Hachen gilt nach wie vor das Waldbetretungsverbot - sowohl im Staats-, Stadt- oder auch Privatwald. „Wir sind noch immer damit beschäftigt, die Wege frei und sicher zu machen“, erläutert Petra Trompeter. Die im Bereich Neheim und Hüsten verantwortliche Stadtförsterin weiß, in welche riskanten Bereiche des Waldes sich ihre städtischen Forstwirte da bewegen müssen. „Die Aufarbeitung der Sturmschäden ist die gefährlichste Arbeit, die meine Mitarbeiter haben“, sagt sie, „aber unsere Leute können die Gefahrensituationen einschätzen“.

Bei der Stadt Arnsberg sind aktuell fünf Forstwirte und drei Auszubildende beschäftigt. „Die Arbeit jetzt aber schaffen wir nicht alleine“, sagt Petra Trompeter, „da müssen auch Dienstleister kommen“. Vor allem dann, wenn schweres Gerät gebraucht wird und der große Harvester kommen muss. Weder Landesbetrieb noch Kommunen halten diese teure Forstmaschine vor. Auch im Revier von Förster Norbert Hahn in der Forstgemeinschaft Freienohl/Uentrop arbeitet der Harvester „Auf den großen Flächen brauchen wir den unbedingt“, erklärt Hahn, „bei Einzelwürfen und dort, wo die Maschine nicht hinkommt, ist Handarbeit der Forstwirte gefragt“.

Dass diese auch gesund aus dem Wald zurück kommen, ist auch dem Landesbetrieb Wald und Holz wichtig. Erst in der vergangenen Woche fand im Ausbildungsbetrieb in Breitenbruch eine Sicherheitsschulung für Forstwirte und Auszubildende statt. Das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberg zählt 14 eigene Forstwirte und acht Azubis. Für sie gibt es klare Regeln, wie sie sich im Wald bei den Aufräumarbeiten zu verhalten haben. Sie sind in Teams unterwegs. „Das muss im Wald auch so sein!“, sagt Norbert Hahn. Gerade private Waldbesitzer würden allerdings immer wieder auch alleine an die Arbeit gehen. Wenn etwas passieren sollte, haben sie ein Problem. Zumal die gefährlichsten Arbeitsplätze bald ja abseits der Wege sind.

Große Risiken

Die großen Risiken sind dort, wo auf Flächen Bäume übereinander gefallen sind und noch an der Wurzel hängen. „Hier baut sich Spannung auf“, weiß Stadtförsterin Petra Trompeter, „da bedarf es Erfahrung und eine gute Einschätzung der Situation, um zu wissen, wo man stehen und sägen muss!“.

In einem sind sich alle einig. Die Aufarbeitung der Sturmschäden braucht gut und gerne ein dreiviertel Jahr. Zunächst geht es um Wege und Infrastrukturen - dann in den Kern des Waldes. Da es bei „Friederike“ aus Sicht von Günter Dame, Chef des Lehr- und Versuchsforstamtes Arnsberg, angesichts nasser Waldböden beim Orkan mehr Wurf- als Bruchschäden gegeben habe, sei der wirtschaftliche Druck der schnellen Aufarbeitung nicht so hoch wie vor elf Jahren bei „Kyrill“. „Das gibt uns Freiraum bei der Aufarbeitung“, so Dame, „die Bäume bleiben an der Wurzel und somit länger frisch“. Die Angst vor dem Borkenkäfer, der totes und absterbendes Holz aufsucht, treibt die Forstwirte somit nicht.

Wurfholz in Menge eines Jahreseinschlages

Zudem sei die Menge der gefallenen Bäume zu bewirtschaften. „Das ist weniger als der Jahreseinschlag“, glaubt Dame für seinen Bereich. Rund 30 000 Festmeter Fichte seien in „seinem“ Staatswald von „Friederike“ umgelegt worden. Diese Menge sei in die bestehenden Verträge hineinzuliefern. Das sieht Förster Norbert Hahn in Freienohl/Uentrop ähnlich. Er spricht von 8000 Festmetern.

Günter Dame wirbt erneut um Beachtung der Waldsperrung. „Wir machen das ja nicht, um die Leute zu ärgern“, sagt er. Stadtförsterin Petra Trompeter versichert, dass jetzt mit Hochdruck daran gearbeitet werde, dass alle bald wieder sicher in den Wald gehen könnten.

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