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Familientragödie in Hüsten: Tatverdächtiger schweigt

Arnsberg-Hüsten.   Schreckliche Familientragödie im Arnsberger Ortsteil Hüsten: Ein Mann hat offenbar seiner Mutter mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten.

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Eine schreckliche Familientragödie hat sich am Montagmittag in der Straße „Drostenfeld“ in Hüsten ereignet. Als Polizei und Rettungskräfte gegen 12 Uhr das Mietshaus erreichten, bot sich ihnen im Hausflur ein grausiges Bild.

Was war geschehen? Klaus Neulken von der Staatsanwaltschaft Arnsberg – diese Behörde hat die Leitung der Ermittlungen übernommen – schildert die Tat im Gespräch mit dieser Zeitung wie folgt: Ein 38-jähriger Mann hielt sich um die Mittagszeit im Hausflur des Mehrfamilienhauses auf. Auch seine Mutter befand sich zu diesem Zeitpunkt im Treppenhaus. Offenbar kam es dann zu einem heftigen Streit zwischen Mutter (66) und Sohn. Im Verlauf dieser Ausein­andersetzung soll der 38-Jährige – davon gehen die Ermittler nach bisherigem Stand aus – plötzlich ein Messer in der Hand gehabt haben.

Nachbarin ruft die Streife

Mit dieser Stichwaffe habe er seiner Mutter dann tödliche Verletzungen zugefügt, formuliert es Staatsanwalt Klaus Neulken.

Nach Informationen dieser Zeitung durchtrennte der Täter dem Opfer mit einem tiefen Schnitt die Kehle. Die 66 Jahre alte Frau erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.

Eine Mitbewohnerin des Opfers wurde in ihrer Wohnung Zeugin der lautstarken Auseinandersetzung und alarmierte ohne zu zögern die Polizei. Als die Beamten nur wenig später am Tatort eintrafen, fanden sie den Messerstecher noch in der Nähe des Opfers vor – die Tatwaffe hielt der Mann noch in den Händen. Er ließ sich ohne ­nennenswerten Widerstand festnehmen und wurde in Polizeigewahrsam genommen.

Wie die Staatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilte, wird er zeitnah in eine Justizvollzugsanstalt überstellt, wo er seine Untersuchungshaft antreten muss.

Motiv noch völlig offen

Staatsanwalt Neulken verschaffte sich kurz nach der Tat vor Ort einen ersten Überblick und tauschte sich mit den Ermittlern der Kriminalpolizei aus. Die Mordkommission der Dortmunder Kripo hat die Untersuchungen übernommen. Zu einem möglichen Motiv für den Streit, der eskalierte und in ein Tötungsdelikt ausartete, gab es bis gestern Abend noch keine Erkenntnisse. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation“, so die Staatsanwaltschaft mit Blick auf die Zeitschiene – schließlich waren am Nachmittag erst wenige Stunden vergangen...

Um die Aufklärung des Tötungsdeliktes zügig voran zu bringen, soll die Leiche der 66-Jährigen schon am Dienstag obduziert werden. Bei Kapitalverbrechen nicht ungewöhnlich. Der Haftbefehl gegen den tatverdächtigen Sohn werde vorbereitet, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Täter soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen schweigt er bislang zu der Tat.

>>>> Hintergrund

  • Eine Mordkommission (MK) ist eine polizeiliche Organisationseinheit der Kriminalpolizei zur Aufklärung von Kapitalverbrechen (Straftaten gegen das Leben; z. B. Mord und Totschlag).
  • Sie wird für einen konkreten Fall, bei dem der Verdacht eines Tötungsdeliktes besteht, gegründet, oder es wird eine Bereitschaftsmordkommission angerufen, deren Leiter über die Übernahme des Falles entscheidet.
  • Die Mordkommission besteht aus einem Kommissionsleiter, einem Aktenführer, einem Tatortteam und mehreren Ermittlungsteams. Die Ermittler sind spezialisiert auf u.a. Personal-, Sach- oder Tatortbeweiserhebung.
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