Trinkwasser-Versorgung

Voßwinkel und Bachum trinken nun Möhnewasser

Die „schlauen Füchse“ aus Voßwinkel trinken jetzt Wasser der Stadtwerke vom Möhnebogen.

Die „schlauen Füchse“ aus Voßwinkel trinken jetzt Wasser der Stadtwerke vom Möhnebogen.

Foto: Martin Haselhorst

Bachum/Voßwinkel.   Umstellung der Versorgung für Einwohner aus Voßwinkel und Bachum: Wasser wird nicht mehr aus Echthausen, sondern vom Möhnebogen Neheim geliefert.

Ein guter Schluck Möhnewasser. Seit wenigen Wochen können sich diesen auch die rund 3350 Bewohner aus Voßwinkel und Bachum aus ihrem Wasserhahn zapfen. Die Trinkwasserversorgung wurde umgestellt: Nach Jahrzehnten der Lieferung aus dem Wassergewinnungswerk der Gelsenwasser AG an der Ruhr in Echthausen erhalten beide Ortsteile das wertvolle Nass nun aus dem Wasserwerk Möhnebogen in Neheim. „Beides ist Flusswasser“, sagt Thomas Kroll, Geschäftsbereichsleiter Wasser bei den Stadtwerken Arnsberg, „für die Verbraucher ändert sich nahezu nichts!“.

Nachwievor, so versprechen die Stadtwerke Arnsberg, werde „qualitativ hochwertiges Trinkwasser“ geliefert, das den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspreche. Auch der Wasserhärtebereich bleibt unverändert, er bleibt in der Kategorie „weich“. Die Stadtwerke weisen aber darauf hin, dass es zu einer geringfügigen Erhöhung des Wasserdrucks kommen könne.

Die Umstellung verlief zu Jahresbeginn absolut geräuschlos. „Wir haben einfach nur einen Hebel umgelegt“, sagt Thomas Kroll. Seit den 50er-Jahren versorgte die Gelsenwasser AG die Bachumer und Voßwinkler mit Ruhrwasser aus Echthausen und hatte auch die ersten Leitungen gebaut. Dieses Netz wurde 1997 von den Stadtwerken Arnsberg übernommen. Seitdem zahlen die beiden Dörfer denselben Wasserpreis wie alle anderen Arnsberger auch und rechnen ihren Wasserverbrauch mit den Stadtwerken ab. Der alte Wasserliefervertrag mit der Gelsenwasser AG wurde umgewandelt und lief bis Ende 2018.

Später im Jahr 2008 wurde bereits eine Sicherheitsverbindung zwischen den Netzen Bergheim und Bachum gebaut. „So war gewährleistet, dass die Wasserversorgung mit Möhnewasser gesichert gewesen wäre, wenn das Wasserwerk Echthausen einmal nicht hätte liefern können“. Dieses Szenario war ein Jahr zuvor noch hochaktuell gewesen, als das Ruhrhochwasser 2007 das Echthausener Wasserwerk beinahe überspült hatte.

Sicherungsversorgungen wie diese sind und waren im Wasserversorgungsnetz der Stadtwerke nichts ungewöhnliches. Auch die Bürger von Holzen und Ainkhausen, die sich zu normalen Zeiten mit Trinkwasser aus der Mintequelle versorgen, haben eine Notverbindung zwischen ihrem und dem Stadtwerke-Netz. Im vergangenen Sommer, als aufgrund der großen Hitze das Wasser aus der Mintequelle nicht mehr reichte, zahlte sich das aus. „Da haben wir die Holzener über unsere Leitungen mit Möhnewasser rückversorgt“, erklärt Thomas Kroll. Zwischen Echthausen und Bachum/Voßwinkel sind die Rohre nun geschlossen. Zur Not könnten aber auch sie wieder geöffnet werden.

Zuletzt zählte der Wasserzähler an dieser Schnittstelle bis zu 130.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Das sind 130 Millionen Liter Wasser und entspricht in etwa 850.000 Badewannenfüllungen. Dass diese Menge jetzt auch vom Wasserwerk Möhnebogen abgezapft werden muss, macht sich da nur bedingt bemerkbar. Dieses Wasserwerk liefert nämlich inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Arnsberger Wasserverbrauchs. Gut 2,1 Millionen Kubikmeter des Arnsberger Trinkwasserbedarfs von jährlich 3,6 Millionen Kubikmeter kommen aus dem Möhnebogen. Der Rest aus dem Wasserwerk Langel bei Freienohl (ca. 1,2 Mio. Kubikmeter) und kleinen Quellen wie Vorkenbruch und Müssenbergquelle für Müschede und Wennigloh.

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