Leuchtenindustrie

Die Neheimer Firma BJB trennt sich von 102 Mitarbeitern

Das Neheimer BJB-Werk

Das Neheimer BJB-Werk

Foto: Blossey

Neheim.   BJB bietet 74 Mitarbeitern den Wechsel in eine Transfergesellschaft an. Für 28 Mitarbeiter gibt es Vorruhestandslösungen und Auflösungsverträge

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Die Firma BJB will sich im Neheimer Werk von 102 Mitarbeitern trennen. Hierfür hat die Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat einen Sozialplan ausgehandelt, dessen Ergebnis am heutigen Freitag in einer BJB-Mitarbeiterversammlung bekannt gegeben wurde. 74 Mitarbeitern wird der Wechsel in eine Transfergesellschaft zum 15. Dezember 2018 angeboten. Wer dieses Angebot nicht annimmt, wird betriebsbedingt gekündigt. Von 28 weiteren Mitarbeitern hat sich BJB bereits durch Auflösungsverträge oder Vorruhestandslösungen getrennt. Diese Vereinbarungen wurden bereits im Vorfeld des ausgehandelten Sozialplans getroffen. Noch nicht entschieden ist die Frage, ob die Firma BJB ihren Geschäftsbereich (Automation/Verdrahtungsmaschinen) outsourcen wird.

Heute beschäftigt BJB im Neheimer Stammwerk noch rund 450 Mitarbeiter, weltweit sind es etwa 600. In den ausländischen Vertriebsniederlassungen hat sich BJB mittlerweile von etwa 20 Mitarbeitern getrennt.

Henrici rechnet mit roten Zahlen im Geschäftsjahr 2018

„Eine Bekanntgabe von Personalreduzierungen gehört zu den schlimmsten Tagen in einem Unternehmen - das tut mir auch in der Seele weh - doch leider ist der Personalabbau nicht zu vermeiden“, erklärte nach der Mitarbeiterversammlung Geschäftsführer Philipp Henrici auf Anfrage unserer Zeitung. Den Personalabbau begründete Henrici mit deutlichen Umsatzverlusten des lichttechnischen Unternehmens in den vergangenen Jahren. „Während BJB im Jahr 2008 noch einen Umsatz von 118 Millionen Euro erwirtschaftete, werden es in diesem Jahr rund 80 Millionen Euro sein“, berichtet Philipp Henrici, der mit einem defizitären Geschäftsergebnis („mit roten Zahlen“) im Geschäftsjahr 2018 rechnet. „Wir müssen gegensteuern und sind gezwungen, auf die ultima ratio - Personalabbau - zurückzugreifen.“

Revolution der Lichttechnik

Die schwierige wirtschaftliche Lage von BJB hängt mit dem Umbruch in der Leuchtenindustrie zusammen - statt konventioneller Lichttechnik wie Leuchtstoff dominiert LED-Technik die Leuchtenindustrie. Die Umsatzvolumina in der elektrischen Kontaktierung im LED-Bereich wuchsen bei BJB aber nur langsam, während Umsatzvolumina in der konventionellen elektrischen Kontaktierungstechnik (Fassungen) einbrachen. So nahm der Gesamtumsatz stark ab. Als weltgrößter Hersteller von Leuchtenfassungen begründete BJB viele Jahre seinen wirtschaftlichen Erfolg, bis die LED-Technik die Leuchtenbranche revolutionierte.

Lohn in Transfergesellschaft: 80 Prozent alter Bezüge

Philipp Henrici ist zuversichtlich, dass eine Großteil der Mitarbeiter, die in eine Transfergesellschaft wechseln werden, zeitnah eine neue Arbeitsstelle finden werden. „Fachkräfte werden auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Schon in der vorherigen Transfergesellschaft fand ein Großteil der betroffenen BJB-Mitarbeiter recht zeitnah eine neue Stelle“, so Henrici. Zu den Vereinbarungen des Sozialplans gehört es, dass ein BJB-Mitarbeiter als Beschäftigter einer Transfergesellschaft 80 Prozent seiner alten Bezüge bekommt. BJB hat diesen Prozentsatz auf 80 Prozent im Sozialplan aufgestockt. Den 74 Mitarbeitern wird angeboten für zwölf Monate in die Transfergesellschaft „Start NRW“(früher TraQ) zu wechseln.

Arbeitsprozesse sollen effizienter werden

Wie geht es nun weiter mit den künftig verbleibenden 350 Mitarbeitern im Neheimer BJB-Werk? Hierzu sagt Philipp Henrici: „Wir werden die häufig noch zu komplizierten Arbeitsprozesse neu regeln, straffen und dadurch schneller und effizienter werden.“ Die Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen von Forschung und Entwicklung bis zu Vertrieb und Kundenservice soll deutlich intensiviert werden. „Die Projektphasen-Verantwortlichen bei der Entwicklung eines Produkts bis zur Auslieferung und Kundenbetreuung werden künftig enger kooperieren und es wird für die Geschäftsleitung auch einen Projektverantwortlichen geben, der zum gesamten Verlauf eines einzelnen speziellen Projekts Auskunft geben kann“, kündigt Philipp Henrici an.

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