Umwelt

Deponie Lattenberg: Arbeiten am Testfeld starten Ende Mai

Das Betreten der Deponie am Lattenberg bei Oeventrop ist verboten.

Das Betreten der Deponie am Lattenberg bei Oeventrop ist verboten.

Foto: Archiv / Ted Jones/WP

Oeventrop.  Davon erhofft sich der Landesbetrieb Wald und Holz wichtige Erkenntnisse für Arbeitsschutz, Sicherheit von Anwohnern und Ruhr sowie Entsorgung.

Der ursprünglich geplante Fahrplan – Abschluss des Rückbaus der Altdeponie Lattenberg in Oeventrop in 2022 – kann zwar nicht gehalten werden, aber es steht ein wichtiger Schritt in diese Richtung bevor:

Ende Mai sollen, erklärte der Landesbetrieb Wald und Holz auf Anfrage unserer Zeitung, die Arbeiten in dem dann eigens fertiggestellten Testfeld anlaufen. Davon versprechen sich die Experten wichtige Rückschlüsse für sicheren Rückbau und Entsorgungen der Altablagerungen, die eine Hang-Bodenfläche von rund drei Hektar umfassen.

Ein neuer Zeitplan, für Rückbau und Sanierung der Fläche kann derzeit allerdings noch nicht benannt werden.

Vor fünf Jahren geriet die Deponie Lattenberg letztmals in die Schlagzeilen

Gut fünf Jahre ist es her, dass die ehemalige Deponie der früheren Westfälischen Zellstoff AG auf dem Höhenrücken nordwestlich von Oeventrop letztmals in die Schlagzeilen geriet, weil sich – ausgelöst durch anhaltende kräftige Regenfälle – die Zellstoffablagerungen in Bewegung gesetzt und die darunter befindlichen Wohnhäuser und auch die Ruhr in Gefahr gebracht hatten.

Nicht zum ersten Mal. Letztlich ging die Sache jedoch zum Glück glimpflich ab.

Die Deponie ist weiterhin ein Gefahrenherd

Doch die in einem Kerbtal gelegene Deponie ist weiterhin ein Gefahrenherd. Erkundungsarbeiten und Berechnungen in 2015 und 2016 ergaben nämlich, „dass die Standsicherheit der Altablagerung nicht in jedem Lastfall (statisch) gegeben ist“, wie es Fachleute seinerzeit formulierten.

Übersetzt heißt das: Es könnte noch mehr von den abgelagerten Zellstoffen kontaminiertes Erdreich abrutschen.

Fazit damals: Der Rückbau der Deponie ist die einzige technische Möglichkeit, um die Bevölkerung im unterhalb liegenden Tal und die Ruhr wirksam zu schützen.

3000 qm großes Testfeld wird zurückgebaut

Aber die Untersuchungen warfen zugleich weitere Fragen hinsichtlich eines sicheren Rückbaus auf. Deshalb wurde entschieden, zunächst ein Testfeld direkt auf der Ablagerung zu errichten, um aus diesem „Rückbau im Kleinen“ wichtige Aufschlüsse für die finale Herkulesaufgabe zu erlangen.

Und zwar in Bezug auf Arbeitsverfahren, Sicherheitsaspekte und Entsorgungsmöglichkeiten für den Gesamtrückbau. Und dieses 3000 qm große Testfeld wird nun in den kommenden sechs Monaten rückgebaut.

Testfeld soll auch wichtige Erkenntnisse zur Beschaffenheit der Altablagerungen liefern

Davon erhoffen sich die Verantwortlichen aber auch, so Marcel Flörke als zuständiger Sachbearbeiter, ganz wesentliche Erkenntnisse zur Beschaffenheit der Altablagerungen. Denn das sei entscheidend für die Klärung der wichtigen Frage der Entsorgung.

„Unser Ziel ist es, dieses Material zu verbrennen, also thermisch zu entsorgen. Deshalb wollen wir allen für die Entsorgung in Frage kommenden Unternehmen entsprechende, dem Testfeld entnommene Proben zukommen lassen.“

Entsorgungsfrage ist noch nicht geklärt

Denn gerade die ungeklärte Entsorgungsfrage sei ein Problem, das derzeit einen konkreten Zeitplan für den Gesamtrückbau ausschließe.

„Weil sich die Entsorgungssituation,“ sagt Flörke, in Deutschland plötzlich stark zugespitzt hat. Daher ist es derzeit nicht einfach, Unternehmen für diese Aufgabe zu finden.“ Auch in Bezug auf die zu erwartende Entsorgungsmenge. „Weil es sich dabei um sehr komplizierte Verfahren handelt.“

Wald und Holz will Rückbau der Gesamtfläche so zügig wie möglich umsetzen

Gleichwohl gelte es, den Rückbau so zügig wie eben möglich umzusetzen. Auch aufgrund des Gefährdungspotenzials, doch sei dies angesichts der bereits seit 2018 anhaltenden Trockenheit nicht mehr ganz so hoch. „Deshalb werden wir uns zur Klärung der Entsorgungsfrage die erforderliche Zeit nehmen.“ Auch, um für den Steuerzahler unnötige Kosten zu vermeiden.

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