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Das Aus für die Arnsberger Birkenpfadschule ist besiegelt

So menschenleer wird sich der Pausenhof der Birkenpfadschule

Foto: Ted Jones

So menschenleer wird sich der Pausenhof der Birkenpfadschule

Arnsberg.   Nur die vier SPD-Mitglieder im Bezirksausschuss stimmten in gemeinsamer Sitzung mit dem Schulausschuss gegen die Schließungsempfehlung.

Mit der deutlichen Empfehlung letztlich auch des Schulausschusses am Montagabend dürfte die Zukunft des Schulstandortes Birkenpfad im Schulverbund Johannes-Grundschule klar sein: Er hat keine mehr. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Stadtrat am 13. März als letzte Instanz die empfohlene Schließung noch kippen wird.

Hoffnung dagegen besteht für den Fortbestand des Kinder- und Jugendtreffs Gierskämpen. Hier sicherten alle Fraktionen ihre „absolute“ Unterstützung zu.

Lehrer und Eltern verfolgen die Sitzung im Ratssaal

Richtig eng war es im sonst oft leeren Ratssaal im Neheimer Rathaus, als sich Bezirksausschuss Arnsberg und Schulausschuss zur gemeinsamen Sitzung zusammenfanden: Auf den Rängen drängten sich Lehrerinnen und Eltern, die das Votum aus erster Hand miterleben wollten.

Und Sitzungsleiterin Nicole Jerusalem (CDU) kam - nach einem abgeschmetterten Antrag von SPD-Vertreter Felix Werker, den Punkt „Schulschließung“ aufgrund eines fehlenden aktuellen Schulentwicklungsplans von der Tagesordnung zu nehmen (siehe Infobox) - schnell zur Sache und eröffnete die Diskussion.

„Uns liegt hier ein Hilferuf der Schulleitung vor“

Der erste Wortbeitrag dann von Verena Verspohl, die die Position der Grünen/Bündnis 90 vertrat: „Uns liegt hier ein Hilferuf der Schulleitung vor und wir haben als Politik die Pflicht, zu reagieren.“

Dieser Hilferuf habe umso größeres Gewicht, da in der Regel in Sachen Schulstandort-Schließungen ein recht großes Beharrungsvermögen zu konstatieren sei. „Doch das ist hier durchbrochen worden, in dem Lehrerkollegium und Schulpflegschaft eine solche Schließung beantragt haben.“

Situation nicht auf andere Schulstandorte übertragbar

Daher empfehle ihre Partei die Auflösung des Standortes Birkenpfad aus „pädagogischen Gründen, denn der Standort funktioniert nicht“. In einer solchen Auflösung, so die Ratsfrau, liege aber zugleich Chance und Stärkung für die Johannesschule.

Allerdings machte Verspohl auch deutlich, dass sich die Situation im Grundschulverbund Johannesschule keinesfalls auf die Teilschulen in den anderen kleineren Schulen im Stadtgebiet übertragen lasse.

„Ich stimme einer Schließung nur schweren Herzens zu“

Dieser Auffassung zum Thema Auflösung Birkenpfadschule schlossen sich die übrigen ParteivertreterInnen - bis auf die vier SPD-Mitglieder des Bezirksausschusses - an. So wie Schulausschuss-Mitglied Andreas Posta (SPD):

„Ich kann den pädagogischen Gründen folgen, aber dennoch stimme ich einer Schließung nur schweren Herzens zu.“ Er knüpfte allerdings die Zustimmung an zwei Bedingungen:

Gute Arbeit im OGS

1. Bestandsgarantie für den Kinder- und Jugendtreff Gierskämpen und 2. keine Kündigung der beiden Trägervereine für den offenen Ganztag an den jeweiligen Schulstandorten.

„Denn sowohl Förderverein Kinder- und Jugendarbeit Gierskämpen als auch der Sozialdienst katholische Frauen leisten hier gute Arbeit und sollten daher gemeinsam weitermachen.“

OGS-Trägerschaft wird noch nicht sofort gekündigt

Doch die Kündigung der OGS-Trägerschaft hatte zuvor Nicole Jerusalem mit Zustimmung der Ausschüsse bereits aus der von der Verwaltung erarbeiteten Beschlussvorlage herausgenommen: „Da der Umzug der Birkenpfad- in die Johannesschule im kommenden Schuljahr aufgrund erforderlicher Umbauten noch nicht möglich ist, besteht hier kein Zeitdruck.“

Vielmehr soll sich die Verwaltung nach den Sommerferien mit beiden OGS-Trägern zusammensetzen, eine Lösung für die Zukunft finden und diese zur neuerlichen Beratung vorlegen. Prioritäten für den einen oder anderen Träger gebe es dabei nicht. Nicole Jerusalem: „Beide befinden sich auf Augenhöhe.“

Kinder- und Jugendtreff soll erhalten bleiben

Was die Zukunft des Kinder- und Jugendtreffs Gierskämpen anbelangt, da waren sich ebenfalls alle VolksvertreterInnen einig, dieses wichtige Angebot mit einer verlässlichen Betreuung bis 19 Uhr aufrechtzuerhalten.

Jedoch mochte sich Fachbereichsleiter Michael John hier nicht auf eine „pauschal unbegrenzte Bestandsgarantie“ festlegen lassen. Da müsse erst einmal ein Konzept her. Und eben das soll er nun, so der Auftrag der Politik, in Abstimmung mit dem Förderverein entwickeln.

„Nehmen Sie uns da beim Wort“

Alle Parteien bekundeten, politische Unterstützung für den Erhalt des Treffs leisten zu wollen. „Nehmen Sie uns da beim Wort,“ versprach jedenfalls Verena Verspohl.

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