Arnsberger Polizistenmord

Bürgermeister stimmt einem Brückenbau an der Gedenkstätte zu

Hier soll die kleine Brücke hin: Ideengeber Peter Hering.

Hier soll die kleine Brücke hin: Ideengeber Peter Hering.

Foto: Ted Jones

Arnsberg/Niedereimer.   Die unermüdlichen Bemühungen von Peter Hering, die ehemalige Polizistenmord-Gedenkstätte wieder herzurichten, scheinen erfolgreich zu sein.

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Die Gedenkstätte für die am 10. Juli1979 im Dienst erschossenen Arnsberger Polizeibeamten Bernd Korb und Michael Gödde wird in privater Regie von Peter Hering und Helfern wieder hergerichtet und mit einem Brückenbau zwischen Gedenkstätte und Ruhrtalweg aufgewertet.

Die Entscheidung für den Brückenbau hat jetzt Bürgermeister Ralf Paul Bittner getroffen, der Auftrag für die Berechnung der Brückenstatik ist bereits erteilt.

Peter Hering hat sich über Monate hinweg eingesetzt

Steter Tropfen höhlt den Stein. Denn der Bruchhausener Pensionär Peter Hering hatte sich, wie mehrfach berichtet, über Monate hinweg unermüdlich für die Erneuerung der Gedenkstätte an der alten B /7 - heute Sauerlandstraße - zwischen Niedereimer und Bruchhausen eingesetzt und dafür zahlreiche „Klinken geputzt“. Mit Erfolg.

Hering konnte sich nicht nur die Unterstützung der Bezirksausschüsse Niedereimer/Breitenbruch und Bruchhausen sichern und Bürgermeister Bittner überzeugen.

Unternehmer übernimmt 70 Prozent der Baukosten

Vielmehr hat er es geschafft, Unternehmer Adem Morina, „AM Montagetechnik“ (Niedereimer), als Sponsoren zu gewinnen. Dieser übernimmt 70 Prozent der Baukosten für den Brückenschlag über den sogenannten Perstorp-Obergraben. Ein sattes Pfund.

Die verbleibenden 30 Prozent, erklärte Stadtwerke-Chef Wolfgang Schomberg auf Anfrage, werde die Stadt Arnsberg übernehmen. „Wenn die Kosten sich in dem Rahmen bewegen werden, den wir in einem Gespräch mit den Beteiligten umrissen haben.“

Prüfauftrag erteilt

Der Prüfauftrag für die Brückenstatik an das Oeventroper Ingenieurbüro Flüchter sei bereits erteilt.

Denn zunächst, so Schomberg, komme es erst einmal auf die Berechnung der Statik an. Sei das Zahlenwerk fertig, solle das Ingenieurbüro Flüchter, so der Auftrag, mit Sponsor Adem Morena Kontakt aufnehmen, damit „er uns auf dieser Zahlenbasis ein konkretes Angebot für den Brückenbau machen kann“.

„Grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg“

Liege das Angebot im angedachten Kostenrahmen, werde die Stadt den endgültigen Auftrag für den Bau (Infobox) erteilen. „Dafür müssen wir aber erst einmal alles schwarz auf weiß vor uns haben. Aber grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg, dass wir das hinbekommen,“ zeigt sich Schomberg zuversichtlich.

Zumal die alten Widerlager einer früheren landwirtschaftlichen Brücke an dieser Stelle noch genutzt werden können, wie eine Voruntersuchung ergeben habe. „Das drückt die Kosten.“

Peter Hering übernimmt Pflege des Gedenksteins

Läuft nun alles ebenso glatt wie die Bemühungen Peter Herings, dann könnte sich dessen großer Wunsch erfüllen: Die Einweihung der neu ausgerichteten Gedenkstätte am 10. Juli 2019 - zum 40. Jahrestag des schrecklichen Geschehens.

Mit dem Brückenbau - die Vermessungsarbeiten sind bereits erfolgt - befassen sich nun Ingenieurbüro und Stadtwerke, mit der Herrichtung des Gedenksteins Peter Hering. Was bedeutet:

Auch Sponsor für Gedenktafel ist schon gefunden

Die Baumschule Krass (Niedereimer) wird ehrenamtlich das Umfeld anschaulich gestalten, Hering ehrenamtlich für die Sauberkeit sorgen.

„Da hoffe ich aber auch noch auf weitere Unterstützer.“ Eine Gedenktafel hat Hering übrigens schon entworfen - und er hat einen Sponsor, der dafür die Kosten trägt.

Die Polizei selbst gedenkt der ermordeten Beamten an der Wache in Hüsten. Bedingt durch die später erfolgte Verschwenkung der Bundesstraße 7 hatte die Behörde die Originaltafel vom alten, nun abseitigen Standort entnommen und an der Wache angebracht.

Die Kreispolizeibehörde würdigt das Engagement

„Hier soll sie die Beamten jeden Tag daran erinnern, welche Risiken unser Beruf hat,“ sagt Polizeisprecher Sebastian Held. Dies auch auf Wunsch der Angehörigen der Ermordeten.

Zudem gebe es eine zentrale Gedenkstätte in der Landespolizeischule Selm-Bork. „Aber selbstverständlich würdigen wir das große Engagement Peter Herings, das wir sehr zu schätzen wissen.“ Die Kreispolizei werde sich so auch an einer Einweihung am 10. Juli 2019 beteiligen.

Polizisten ohne Chance: 19-Jähriger schießt sofort


Zeitungsausschnitt Foto: Achim Gieseke

Am frühen Morgen des 10. Juli 1979 gegen 0.40 Uhr waren Polizeiobermeister Michael Gödde aus Arnsberg (26) und Polizeikommissar Bernd Korb (27) aus Rumbeck kaltblütig erschossen worden. Täter: der 19-jährige belgische Soldat Jean Luc Rikir.

Rikir droht nach unter anderem Verfehlungen in einem unmittelbar zuvor beendeten Manöver die unehrenhafte Entlassung aus der Armee.

Wohl um dem zu entgehen, stiehlt der 19-Jährige, der auch in der Waffenkammer Dienst tut, ein Maschinengewehr, ein Schnellfeuergewehr, 5000 Schuss Munition und mehrere MG-Gurte, setzt sich in einen Jeep und durchbricht mit diesem das geschlossene Tor der Jägerkaserne.

Täter nach Feuergefecht in Breitenbruch festgenommen

Weil dabei die Fahrzeugbeleuchtung beschädigt wird, ist Rikir ohne Licht unterwegs und wird daher von den beiden Polizisten gestoppt. Rikir eröffnet sofort das Feuer, die Beamten haben keine Chance.

Stunden später kann Rikir nach einem Feuergefecht verletzt in Breitenbruch festgenommen werden. Er wird zu einer zehnjährigen Jugendstrafe verurteilt. Rikir soll sich, was aber unbestätigt ist, nach weiteren Straftaten in einer Haftanstalt erhängt haben.

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