Kunstverein

Ausstellung von Estrid Lutz und Emile Mold im Kunstverein

Estrid Lutz und Emile Mold vor einer ihrer Collagen.

Foto: Torsten Koch

Estrid Lutz und Emile Mold vor einer ihrer Collagen.

Arnsberg.   Das französische Künstlerduo Estrid Lutz und Emile Mold präsentiert ab Freitag seine Ausstellung „Hash Through“ im Kunstverein.

Eiszeit in Arnsberg – aber nicht im Kunstverein: Eine neue Ausstellung sorgt ab dem heutigen Freitag dafür, dass das Gehirnschmalz des Betrachters heiß läuft, denn seine individuelle Perspektive ist von entscheidender Bedeutung: Genau hinschauen heißt es bei den Exponaten von Estrid Lutz und Emile Mold. Eindringliche ­Blicke aus verschiedenen Richtungen führen zur Entschlüsselung der Botschaft:

„Digitales Erbe“

„Die Künstler beschäftigen sich mit unserem digitalen Erbe, indem sie komplexe Gebilde aus vorhandenen Daten entwickeln“, bringt es Vlado Velkov, künstlerischer Leiter des heimischen Kunstvereins, auf den Punkt.

„Digitalisierung“ also – ein Thema, mit dem jeder, auch ein Anfänger in Sachen Kunst, etwas anfangen kann: Die gezeigten Collagen und Skulpturen, teils mit sich überlagernden Bild-Ebenen, seien auch für unerfahrene Betrachter äußerst interessant, betont Vlado Velkov.

Bereits am Donnerstag hat ein zentrales Werk der Ausstellung – zu sehen vom 2. März bis 29. April unter dem Titel „Hash Through“ – seinen Platz in den Räumen des Kunstvereins (Königstraße/Ecke Neumarkt) gefunden:

Plötzlich erschließen sich Details

Eine riesige Collage – wie viele der Arbeiten des französischen Duos aus industriellen Materialien recycelt – saugt die Blicke des neugierigen Betrachters geradezu auf! ­Immer tiefer versinkt dieser in den schillernden, kontrast- und farbenreichen Einzelteilen des mosaikartigen Gebildes – bis er plötzlich ­Details erkennt, unter anderem den Kopf eines kleinen Mädchens. Oder sollte ich mich getäuscht ­haben? Am besten, Sie finden es selbst heraus, lassen Sie sich ein auf einen Abstecher in die digitale Welt.

Teils exotisch anmutende Werkzeuge

Deren Schöpfer beschreiben ihre Arbeit als künstlerisches Experiment, als einzigartiges Sammelsurium aus dem Spektrum digitaler Archive. Zusammengefügt in einem mit Hightech ausgestatteten Atelier im südfranzösischen Marseille, wo die beiden Künstler derzeit ihren Lebensmittelpunkt haben. Dort werden aus so ungewöhnlichen Werkstoffen wie alten Autoheizungen vom Schrottplatz in filigraner Handarbeit „Screenshots zum Anfassen“.

Künstler bei Eröffnung präsent

Dabei bedienen sich Estrid Lutz und Emile Mold aus einem breit gefächerten Repertoire teils exotisch anmutender Werkzeuge und Gerätschaften – unter anderem aus einer Zahnarztpraxis. „Veränderungsprozesse, die durch die Digitalisierung vorangetrieben werden, nehmen Lutz und Mold auf – und stellen sie technologisch, aber auch menschlich infrage“, beschreibt Vlado Velkov die Intention des „digitalen Duos“... Noch Fragen? Kein Problem: Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag (19 Uhr) sind ­Estrid Lutz und Emile Mold persönlich anwesend.

Estrid Lutz (geboren 1993 in Sarajevo, Bosnien) und Emile Mold (geboren 1988 in Tours, Frankreich) sind Absolventen der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris, Jahrgang 2016. Sie leben und arbeiten in Marseille. Info: www.kunstverein-arnsberg.de

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