Filmprojekt „Abgedreht“

Arnsberger Jugendliche zeigen gruselige Dinge im Internat

Der Oscar für die besonderen Tugenden wurde beim Filmabend  gleich sieben Mal an die am Projekt beteiligten Jugendlichen verliehen.

Der Oscar für die besonderen Tugenden wurde beim Filmabend gleich sieben Mal an die am Projekt beteiligten Jugendlichen verliehen.

Foto: Frank Albrecht

Neheim.   Bei Ferienprojekt der Stadt Arnsberg ist Film „Das zweite Gesicht“ entstanden. Akteure erhalten Oscar

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30 Schauspieler, fünf Tage harte Arbeit, ein Film: Unter dem Motto „Abgedreht“ haben Jugendliche aus der Stadt Arnsberg in den letzten Sommerferien das zweite Filmprojekt mit Unterstützung aufgelegt. Ihr Film „Das zweite Gesicht“ hatte am Halloween-Abend in der Aula der Realschule Neheim Premiere – Oscar-Verleihung und Kreisch-Attacken inklusive!

Vor rund 200 Zuschauern, Eltern sowie Freunden und Verwandten der Darstellerinnen und Darsteller, erklärte Christian Eckhoff, Fachdienstleiter Jugend und Familie bei der Stadt Arnsberg, die Hintergründe zu dem Filmprojekt. „Das war eine Aktion für Jugendliche in den Sommerferien, sozusagen als Gegenstück zur Kinderstadt für die Jüngeren“, so Eckhoff.

Jugendliche suchten sich das Thema „Horror“ aus

Ganz bewusst hätten sich die Teilnehmer das Thema „Horror“ ausgesucht und dazu gearbeitet. Um den Film öffentlich zeigen zu können, habe man sich sogar bei der zuständigen Stelle um eine Altersfreigabe nach FSK für den Film bemühen müssen. Ab 12 Jahren wurde der Film freigegeben, vor allem wegen der vielen pädagogischen Inhalte des Gesamtprojektes. Das wurde u.a. vom Familienbüro und Kulturbüro der Stadt, der Bürgerstiftung Arnsberg, Mitteln des Kulturrucksacks, dem WDR und einem großen Netzwerk unterstützt und gefördert.

Zur Moderation von Cederick Hering und Dieter Beckmann, der auch noch die Regie für den Film übernommen hatte, wurden die neugierigen Jugendlichen sowie ihre Gäste in der Realschule noch ein wenig auf die Folter gespannt, bevor unter großem Jubel „Das zweite Gesicht“ auf der großen Leinwand anlief. Fünf Tage lang war in den Sommerferien mit professioneller Unterstützung des Familienbüros Arnsberg, des Filmemachers Max Havemann und vieler anderer der vermeintliche Horror-Film entstanden. Gedreht wurde in und an der Realschule Neheim, am Möhnesee sowie an der Kapelle in Drüggelte. Durch geschickten Filmschnitt wurde dabei die Realschule als Internat an den Möhnesee verlegt.

Realschule an Möhnesee verlegt

Der Film der Jugendlichen, die nicht nur das Drehbuch mit allen Dialogen dazu geschrieben haben, sondern auch noch vom Schnitt bis zum Ton alle Aufgaben rund ums Film-Machen betreuten, erzählt die Geschichte von Hauptperson „Alexander“ (Jannik Kipar). Der wird von seinen Eltern in ein Internat abgeschoben, wo er auf einen merkwürdig anmutenden Kreis von Jugendlichen stößt und bei ihnen gruselige Dinge erlebt. „Wir haben den Film noch nie ganz gesehen, das war heute auch für uns eine Premiere“, erklärte der 15-jährige Hauptdarsteller. An den Drehorten habe es immer nur mal einen kurzen Ausschnitt gegeben. Es sei beim ersten Mal schon komisch gewesen, sich selber auf der großen Leinwand zu sehen, aber man gewöhne sich daran, zwinkert Jannik.

Viel Spaß gehabt

Christin Schwedt, die im Film die Rolle der Mitschülerin „Michelle“ spielt, hat das schon mal erlebt. „Ich habe auch beim ersten Filmprojekt im vergangenen Jahr mitgespielt“, erzählt die 15-Jährige. Nein, Hollywood habe sich noch nicht bei ihr gemeldet, aber die Aktion sei schon klasse gewesen. „Wir haben vor allem den Spaß gesehen“, so Christin. Der war auch nötig: Fünf harte Tage lang dauerte das Filmprojekt, gedreht worden sei teilweise bis spät in den Abend, erinnert sich Jannik. Der Blick auf das Projekt habe bei ihm und vielen anderen aber die Mühen vergessen lassen.

Oscar-Verleihung

„Den Film gibt es nun für alle auf Youtube in einem eigenen Kanal zu sehen“, sagt Regisseur Dieter Beckmann. Beide Filmprojekte seien mit einer Beteiligung von 40 bis 50 Jugendlichen sehr gut gelaufen und verlangten nach Fortsetzung. „Wenn die Teilnehmer hier eines lernen, dann, dass Filmemachen ganz viel mit Geduld und Ausdauer zu tun hat“, erklärt Beckmann. Und die hätten alle an den Tag legen müssen: Von der Idee über das Casting, an dem sich auch die Freilichtbühne Herdringen beteiligt hatte, bis zum Dreh lief das Projekt fast über das ganze Jahr. Insgesamt habe er aber viele Talente bei den Jugendlichen entdeckt, für die es in Anschluss an den Film noch jeweils verschiedene Oscars: Es gingen der Oscar für „Gute Laune“ an Cederick Hering; für „Durchhalte-vermögen“ an Joel Basteck; für „Kreativität“ an Christiane-Tina Kirchberg; für „Fleiß“ an Joshua Reinhold; für „Verantwortung“ an Dana Stephan; für „Teamfähigkeit“ an Johanna Höing; für „Hilfsbereitschaft“ an Carsten Schäfer(siehe Infokasten) gab. Ronja Altmann und Johannes Eickelmann moderierten die Vergabe der sieben Oscars.

Fortsetzung? Keine Frage für Beckmann und die anderen Unterstützer. Und mit einem lustigen Film zum „Making of“, dem von Johanna Höing live gesungenen Titelsong sowie einem Abschlussgeschenk für alle Teamer ging ein toller Oscar-Abend in Neheim zufrieden für alle zu Ende.

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