Nachhaltigkeit

Arnsberg will mehr als nur eine klimaneutrale Stadt sein

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehört zu den Strategien des Arnsberger Rathauses.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehört zu den Strategien des Arnsberger Rathauses.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.   Arnsberg prüft politische Entscheidungen im Rat schon seit zehn Jahren auf Klima-Relevanz. Künftig soll es um alle Nachhaltigkeitsbelange gehen.

Als sich in der vergangenen Woche die Stadt Kleve groß als eine Kommune feiern ließ, die den Klimanotstand ausrief und die Prüfung aller künftigen politischer Entscheidungen auf Klimarelevanz ankündigte, rieben sich die Verantwortlichen im Arnsberger Rathaus verwundert die Augen. Seit rund zehn Jahren ist dieses Vorgehen bei allen Ratsbeschlüssen nämlich längst üblich.

In Arnsberg geht keine Verwaltungsvorlage über den Tisch der Politiker, die die „Klima-Frage“ nicht stellt. Am Ende jeder Vorlage, in denen die Verwaltung der Politik Beschlüsse vorschlägt, ist ein Fragenkatalog zu beantworten. Finanzielle Auswirkungen? Relevant für demografischen Wandel? Relevant für die Belange von Menschen mit Behinderung? Relevant für Klima?

Meistens steht „Nein“ hinter der Abfrage. Wenn „Ja“, gilt es das in der Vorlage konkreter zu erklären. „Meistens achten wir aber schon vorher darauf, dass es bei den Beschlüssen eben nicht zu klimarelevanten Auswirkungen kommt“, sagt Sebastian Marcel Witte. Er ist Klimaschutzbeauftragter der Stadt Arnsberg und nimmt die „relevanten Vorlagen“ vor der Veröffentlichung unter die Lupe. Das ist eine freiwillige Selbsterklärung der Stadt Arnsberg: Anders als bei Gleichstellungs- oder Behindertenbeauftragten muss nicht jede Vorlage gesetzlich zwingend über den Schreibtisch des Arnsberger Klimaschutzbeauftragten gehen.

Weiter als andere Kommunen

Die Arnsberger sind weiter als andere Kommunen - ein Schritt, der schon früh vom damaligen Bürgermeister Hans-Josef Vogel eingeleitet worden war und von seinem Nachfolger Ralf Paul Bittner konsequent fortgesetzt wird. Der Rat der Stadt Arnsberg hat am 25. September 2018 - dem globalen Aktionstag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN) - die Nachhaltigkeitsstrategie Arnsberg verabschiedet. Und dabei geht es um bedeutend mehr als um das Klima.

„Wir sind dabei die Prüfung und die anzusetzenden Maßstäbe an unsere Verwaltungsvorlagen sogar weiter auszubauen“, sagt Sebastian Marcel Witte, „jetzt soll es um alle Belange der Nachhaltigkeit gehen“. Alles solle passen zum Leitbild der Stadt und dem Handlungsprogramm zu den priorisierten Themenfeldern „Gesellschaftliche Teilhabe und Gender“, „Natürliche Ressourcen und Umwelt“, „Gesundheit und Ernährung / Konsum und Lebensstile“ sowie „Globale Verantwortung und Eine Welt“. Insgesamt sind 17 Nachaltigkeitsthemen definiert - darunter auch die klimaneutrale Stadt bis ins Jahr 2050.

Sensibilisierte Mitarbeiter

„Die Kollegen in der Planung sind allesamt sensibilisiert“, sagt Sebastian Marcel Witte. Zum Nachhaltigkeitskonzept der Stadt Arnsberg gehörten interne Schulungen der Mitarbeiter ebenso wie die Signale und die Umsetzung nach Außen. Ein deutliches Zeichen steht am 1. Juni mit dem 2. Arnsberger Nachhaltigkeitsfestival „Schlabberkappes“ am Rathaus in Neheim auf dem Programm.

http://funke-cms.abendblatt.de:8080/webservice/thumbnail/article/214236647

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