Schlossberg

Arnsberg: Steinabbrüche an Schlossruine sorgen für Gefahr

Teile der äußeren Mauer sind an der Ostseite der Ruine herausgebrochen.

Teile der äußeren Mauer sind an der Ostseite der Ruine herausgebrochen.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Stadt sperrt bis auf Weiteres den Ostturm und den Rundweg um die Ruine. Die Untersuchungen sind angelaufen.

Am Ostturm der Schlossruine sind von einer größeren Fläche der Außenmauer die Steine herausgebrochen und herabgestürzt. Weil weitere Abbrüche nicht auszuschließen sind, hat die Stadt den Zugang zum Ostturm und den beliebten Rundweg um die Ruine für die Öffentlichkeit gesperrt. Nun wird von der Stadtverwaltung geprüft, wie weiter vorzugehen ist, um Gefahren für Menschen und weitere Schäden am Mauerwerk auszuschließen.

Ein Bild, wie nach einem Tieffliegerangriff: In der äußeren Mauer des Ostturms klafft eine große Lücke, die dicken Steine sind auf den darunter befindlichen Rundweg gestürzt und blockieren diesen nahezu vollständig. Ein großes Glück, dass sich dort zum Zeitpunkt des Abgangs keine Personen befunden haben.

Stadt: Die Gefahr, dass Steine herausbrechen, besteht weiterhin

Doch die Gefahr, dass erneut Steine herausbrechen, besteht weiterhin. Das erklärte Stadtsprecherin Stephanie Schnura auf Anfrage unserer Zeitung. „Denn im Mauerwerk an der Abbruchstelle sind noch weitere Risse zu sehen.“

Nach Bekanntwerden des Steinabbruchs, so Schnura, habe die Stadt unverzüglich reagiert und den Rundweg um die Ruine und den Zugang zum Ostturm gesperrt, um jegliche Gefährdungen möglichst zu unterbinden. Damit nicht genug: „Aktuell wird nun untersucht, ob die Sicherungen noch weiter optimiert werden müssen.“

Veranstaltungen im Ostturm bis auf Weiteres abgesagt

Der „Abgang“ der Steine von einem durchaus großen Teilbereich des äußeren Mauerwerks hat auch zwangsläufig Auswirkungen auf bereits geplante Events im Ostturm.

Stephanie Schnura: „Veranstaltungen, die in nächster Zeit im Ostturm hätten stattfinden sollen, wurden von uns abgesagt, da der Turm bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden kann.“

Auch Hochzeitsgesellschaft muss weichen

Davon betroffen unter anderem eine geplante Hochzeitsgesellschaft sowie das große Sommerfest der KLAKAG, die nun fieberhaft auf der Suche nach einem neuen Ort für diese Traditionsveranstaltung ist.

Stadt prüft weiteres Vorgehen

Zudem habe die Stadt die Anwohnerinnen und Anwohner der Ruine über die Problematik und daraus möglicherweise resultierende Gefahren informiert. Ebenso wie andere von der Sperrung betroffene Personen.

Derzeit werde von der zuständigen Fachabteilung im Rathaus untersucht, erläuterte die Stadtsprecherin den aktuellen Verfahrensstand, wie nun weiter vorzugehen sei. Und damit wohl auch, was an möglichen Sanierungsaufgaben auf die Kommune zukommen könnte. Sowie an Kosten.

Schlossruine ist Aushängeschild der Stadt

Besonders ärgerlich ist der Zeitpunkt, in der die Sperrung des Rundweges ausgesprochen werden muss. Denn gerade in den Sommerferien zieht es viele Besucher in die Stadt, die meist auch den Weg hinauf zur Schlossruine, einem Aushängeschild Arnsbergs, finden. Doch zu dieser Sperrung gibt es keine Alternative.

Ostturm wird von Vereinen gerne für Feiern genutzt

Der Ostturm befindet sich - wie die gesamte Ruine - im Besitz der Stadt Arnsberg. Der Turm wird allerdings seit langen Jahren liebevoll von der 1. Kompanie der Bürgerschützen betreut und gepflegt, die sich auch um dessen Verpachtung kümmert, denn der romantische Turm in bester Lage hoch über der Stadt erfreut sich vor allem bei Vereinen für die Ausrichtung von Feiern einer großen Beliebtheit.

„Die Sicherheit geht vor“

„Auch wir müssen nun abwarten, was die Prüfungen ergeben. Schließlich,“ so der ehemalige langjährige Kompanieführer der Ersten, Herbert von Canstein, „handelt es sich in erster Linie um ein bauliches Problem, das zu beheben ist.“ Und bis dahin müsse gelten: „Die Sicherheit geht vor.“

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