Waffenschmuggel

Waffenteile aus Umarex-Fabrik geschmuggelt – Prozess beginnt

Bei Razzien im August wurden aus den gestohlenen Teilen zusammengesetzte Waffen sichergestellt.

Bei Razzien im August wurden aus den gestohlenen Teilen zusammengesetzte Waffen sichergestellt.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Arnsberg.  Ein Ex-Mitarbeiter der Waffenfirma Umarex steht ab Donnerstag vor Gericht. Er soll Waffenteile in einer Thermoskanne beiseite geschafft haben.

Am Landgericht Arnsberg beginnt an diesem Donnerstag, 17. Oktober, ein Prozess wegen Waffenschmuggels. Angeklagt ist unter anderem ein Ex-Mitarbeiter der Waffenfirma Umarex. Der 47-Jährige soll Waffenteile aus der Arnsberger Firma herausgeschmuggelt haben – mit Hilfe einer Thermoskanne.

Wie berichtet, soll der bereits einige Zeit in Untersuchungshaft sitzende Arnsberger die Waffenteile auf diesem Weg unbemerkt durch eine Metalldetektor-Schleuse aus der Fabrik geschmuggelt haben. Auch seinen mit Münzen gefüllten Geldbeutel habe er genutzt, um den Detektor auszutricksen, so die Staatsanwaltschaft.

Ex-Umarex-Mitarbeiter seit März in U-Haft

Schon Ende März 2019 wurde er beim Versuch erwischt, einen Pistolenlauf durch die Sicherheitskontrolle zu schleusen. Wie sich herausstellte, soll der Mann seit 2016 Teile entwendet und zuhause zu kompletten Waffen zusammengebaut haben. Das Neheimer Unternehmen kooperierte von Beginn an mit der Polizei bei der weiteren Aufklärung des Falles.

Die aus den gestohlenen Teilen zusammengesetzten Pistolen sollen auch an Mitglieder von Rockerbanden verkauft worden sein – u.a. über Zwischenhändler, die ebenfalls in Arnsberg vor Gericht stehen werden.

Im Prozess geht es um rund 70 Handfeuerwaffen

Der Prozess birgt einige Brisanz: Es geht um rund 70 Handfeuerwaffen, außerdem wurde mit Maschinenpistolen und insgesamt etwa sieben Kilo Marihuana gehandelt. Mindestens einem der Angeklagten werden Kontakte zur Rocker-Organisation „Bandidos“ nachgesagt.

Entsprechend hoch dürften die Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht Arnsberg sein. Zu konkreten Maßnahmen sagen die beteiligten Behörden nichts, aber: Man habe „die Situation analysiert“, sagte ein Gerichtssprecher. „Wir haben uns auf diesen Prozess vorbereitet.“

>>> Lesen Sie auch zum Thema Umarex-Prozess:

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben