Antibiotika-Pass

Arnsberg: Mit Antibiotika-Pass Verbrauch stets im Griff

Apothekerin Maria Bertelsmann zeigt den neuen Antibiotika-Pass (für Kinder und Erwachsene). 

Apothekerin Maria Bertelsmann zeigt den neuen Antibiotika-Pass (für Kinder und Erwachsene). 

Foto: Torsten Koch / WP

Neheim.  Genial: Der Antibiotika-Pass ist in Apotheken im Arnsberger Stadtgebiet ab sofort kostenlos erhältlich; sowohl für Erwachsene als auch für Kinder

Mal ehrlich, wissen Sie eigentlich immer ganz genau, welche Medikamente Sie gerade einnehmen müssen – oder vor einiger Zeit geschluckt haben? Nicht?

Vor allem, wenn es um Antibiotika (AB) geht, ist es wichtig, den Überblick zu behalten; dabei hilft ein ebenso einfaches wie praktisches Hilfsmittel: Maria Bertelsmann stellt den Antibiotika-Pass vor, der bei ihr in der Pinguin-Apotheke – und natürlich auch in weiteren Apotheken im Stadtgebiet – ab sofort kostenlos erhältlich ist; sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

„Wir leben in einer Zeit kritischer Debatten zum übermäßigen Einsatz von Antibiotika“, weiß die Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie. Umso wichtiger sei es, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem angeblichen „Allheilmittel“ zu schärfen. Das handliche Heftchen – es passt in jedes Portemonnaie – kann dabei helfen.

Entwickelt von Apothekern aus Münster, ist es seit Kurzem – quasi druckfrisch – erhältlich; derzeit überall in Westfalen-Lippe, zeitnah dann in ganz Deutschland, ist sich Maria Bertelsmann sicher, denn: Das Dokument ist genauso genial wie der Röntgen-Pass oder die Notfalldose (wir berichteten).

Einfache Handhabung

Und wie funktioniert’s? Unkompliziert: Wer ein Antibiotikum verschrieben bekommt, trägt gemeinsam mit dem Apotheker Bezeichnung, Dosis, wichtige Hinweise (z.B. Piktogramme zu Sonneneinstrahlung oder Milchprodukten) ein. So hilft der Pass, AB richtig einzunehmen und den Überblick nicht zu verlieren. Letzteres ist besonders wichtig für Patienten, die innerhalb kurzer Zeit von verschiedenen Ärzten diverse Antibiotika verschrieben bekommen:

„Nicht selten haben Kunden, die zu uns in die Apotheke kommen, Probleme, nachzuhalten, wann, warum und von welchem Mediziner AB-Präparate verordnet wurden“, berichtet die Fachfrau – und macht auf einen weiteren Vorteil des Passes aufmerksam, er helfe dabei, Resistenzen einzudämmen.

Lebensgefahr droht

Und was genau heißt das? Für einige Infektionen gibt es schon heute kaum noch wirksame AB, es entwickeln sich immer häufiger resistente Bakterien. „Bisher gut behandelbare Infektionen könnten in Zukunft schnell lebensbedrohlich werden“, warnt Maria Bertelsmann. Besonders gefährlich sei diese Entwicklung für Kleinkinder, Senioren oder multimorbide Menschen.

Jedes Jahr sterben allein im Bereich der Europäischen Union (EU) etwa 33.000 Menschen an solchen resistenten Erregern – eine Zahl, die erschrocken aufhorchen lässt; und verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika geradezu aufdrängt.

Der Antibiotika-Pass leistet dazu einen wichtigen Beitrag; damit Sie immer ganz genau wissen, welche AB Sie gerade einnehmen!

Tipps zum richtigen Umgang mit Antibiotika im Infokasten (oben).

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