Investition in Bildung

Arnsberg: Handwerker und Planer fehlen für Schulsanierung

Sanierung der Sporthalle des Laurentianums.

Sanierung der Sporthalle des Laurentianums.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Eine Millionen Euro werden in Ferien für Arnsberger Schul-Sanierungen investiert. Für mehr reichen Kapazitäten von Handwerkern und Planern nicht.

Ferien sind Sanierungszeit an Schulen. So war es immer - auch in Arnsberg. Auch in diesem Sommer wird an einigen Schulen gearbeitet. Die ganz große Sanierungsoffensive, die nach der Auflegung großer Schulmodernisierungsprogramm durch Land und Bund denkbar wäre, wurde in der Regierungsstadt noch nicht gestartet. Rund eine Millionen Euro, so die Stadt auf Nachfrage, würden in diesem Sommer in Maßnahmen investiert. Fehlende Handwerkskapazitäten und nicht ausreichendes Fachpersonal im Planungsbereich der Verwaltung, so die Stadt, seien dafür verantwortlich, dass aktuell nicht mehr passiert.

Kapazitätsproblem

„Die Baukonjunktur birgt Herausforderungen, die sich auf die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erstrecken“, lässt Stadtsprecher Elmar Kettler wissen. Handwerker stünden derzeit nicht immer zur Verfügung, um Bauvorhaben umzusetzen. „Handwerker, die freie Kapazitäten haben, können sich gerne bei der Stadt melden“, sagt Kettler, „kleinere Maßnahmen würden noch beauftragt werden können“. Schwierig gestalte sich aktuell auch, qualifiziertes Fachpersonal zu finden.

Maßnahmen in den Ferien

Einiges ist passiert in den Sommerferien: Die Umbaumaßnahmen zur Zusammenlegung der Johannesschule und der Birkenpfadschule am Standort Johannesschule sollen zum Schuljahresbeginn abgeschlossen sein. In zwei Klassenräumen auf Bergheim würden die Holzböden aufgearbeitet. Die Bodenabläufe der Schülertoiletten in der Grundschule Voßwinkel werden erneuert, Fußböden in der Grundschule Mühlenberg erneuert. In der Realschule Hüsten stehen Malerarbeiten in Klassenräumen auf dem Ferienstundenplan, während in der Schulsporthalle Große Wiese energetische Sanierungen vorgenommen werden. Für diese wurde in der Halle des Gymnasiums Laurentianum Arnsberg bereits Vollzug gemeldet.

Politischer Zündstoff

Das Thema birgt dennoch Zündstoff. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit zeigt wenig Verständnis für den zögerlichen Abruf der bereitgestellten Fördergelder aus den Programm. Allein aus dem Programm „Gute Schule“ des Landes sind jährlich 1,5 Millionen Euro (maximal 6 Millionen Euro) zu erwarten. Auch für die digitale Ertüchtigung sind mehr als zwei Millionen Euro bis 2022 vorgesehen. Weitere Sanierungsmittel sind im Haushalt bereitgestellt worden. „Es sind Millionen in der Pipeline“, sagt Jochem Hunecke, Fraktionsvorsitzender der CDU in Arnsberg. Ein weiterer Vorwurf ist, dass das Umsetzungsverfahren zu kompliziert gemacht werde. Die SPD verteidigt „ihren“ Bürgermeister und die Verwaltung und spricht von Wahlkampf. Die SPD bestätigt aber auch, dass Gel­der für Ge­bäu­de­sa­nie­run­gen, Breit­band­för­de­rung und mo­der­nen Un­ter­richt in Arns­berg in ei­nem un­te­ren zweistel­li­gen Mil­li­o­nen­be­trag zur Ver­fü­gung (ab­ruf­bar über die je­wei­li­gen För­der­jah­re) stünden. Die blieben auch weiterhin abrufbar. Versäumnisse, so die SPD, lägen größtenteils in der schwarz-grün geprägten Vergangenheit.

Interdisziplinäre Steuerungsgruppe

Die Stadtverwaltung lässt sich bei der Umsetzung tatsächlich nicht treiben, sondern setzt auf neue Strukturen. Erst kürzlich wurde die interdisziplinäre Steuerungsgruppe „Investition in Bildung“ eingerichtet. Sie soll Entscheidungswege verkürzen. „Maßnahmen können somit schneller und effektiver umgesetzt und gebündelt werden“, teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit. Die Gruppe nahm allerdings erst im August die Arbeit auf.

Die Priorisierung Maßnahmen unterliegt allerdings auch gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Die Planungskapazitäten wurden vornehmlich in Bereichen eingesetzt, in denen kein Aufschub möglich ist“, so Elmar Kettler. Das sei zum Beispiel beim Thema Brandschutz der Fall. Weitere Planungsbemühungen mussten zuletzt zudem stark in den Kita-Bereich fallen - durch die nötige Einrichtung von Modul-Kitas in Moosfelde und am Berliner Platz.

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