Feuerwehr

Anlieger wollen mehr Information über Brandruine

Nach dem Brand in Langscheid möchten die Anlieger mehr über möglich Gefährdungen wissen.

Foto: Matthias Schäffer

Nach dem Brand in Langscheid möchten die Anlieger mehr über möglich Gefährdungen wissen. Foto: Matthias Schäffer

Langscheid/Meschede.   Wie gefährlich ist die Brandruine in der Langscheider Schmidtmecke? Das wollen die Anlieger wissen.

Die Sorgen der Anlieger in der Langscheider Schmidtmecke sind groß. Sind sie durch bei einem Brand freigesetzte Asbestfasern gesundheitlich gefährdet?

Hintergrund ist das Feuer in einem kleinen Ferienhaus am Abend des 6. Februar, also vor genau vier Wochen, das dabei komplett ausgebrannt ist. „Wir möchten gern wissen, was wir tun sollen. Von offizieller Seite gibt es an uns als direkte Nachbarn keine Informationen, die müsse wir uns selbst beschaffen“, sagt Ruth Jürgens-Driemer, die nur wenige Meter neben der Brandruine wohnt.

Rückblick

Rückblick auf den Abend des 6. Februar: Vermutlich, so der Brandsachverständige der Polizei, war es ein Kurzschluss in der Spülmaschine des Hauses, der zu dem Brand geführt habe. Schon direkt bei der Brandbekämpfung machte ein anwesender Polizeibeamter die Feuerwehr auf die knallenden Geräusche aufmerksam. Diese deuteten auf Eternitplatten auf dem Hausdach, die unter der starken Hitzeentwicklung zerplatzten.

Türen und Fenster geschlossen

Einsatzleiter Stadtbrandmeister Frank Siedhoff ordnete daraufhin an, dass die Anlieger Türen und Fenster schließen und sich nicht im Freien aufhalten sollten. Am anderen Morgen ging gleich eine Meldung an den Hochsauerlandkreis als zuständige Behörde heraus, bestätigt die Stadt Sundern. Dort ist nun seit dem 7. Februar der Fachdienst 34 (Abfallwirtschaft und Bodenschutz) mit der Thematik beschäftigt.

Sorgen haben die Anlieger aus Schmidtmecke immer, wenn der Wind in die völlig offene Bauruine fegt: „Dann fliegen hier überall Aschepartikel umher. Wir wissen nicht, ob sie gefährlich sind“, erhoffen sie sich bald Klarheit in der Sache.

Mit Hochdruck

Der Hochsauerlandkreis, so Pressesprecher Jürgen Uhl, arbeite intensiv an der Aufklärung: „Wir haben nach der ersten Besichtigung am 13. Februar zunächst ein Gutachten bei einem Sachverständigenbüro in Münster in Auftrag gegeben“, so Uhl über den Ablauf der Untersuchungen. Der Experte sei dann in der folgenden Woche vor Ort in Langscheid gewesen. Seit der Vorwoche kenne man das Ergebnis: In den Etnernitplatten, die bei dem Brand zum größten Teil geborsten sind, war Asbest enthalten. Seitdem arbeitet man beim Hochsauerlandkreis mit Hochdruck und äußerst engmaschig an der Beseitigung der Brandruine. „Wir stehen auch mit den Nachbarn in Kontakt“, erklärte Pressesprecher Jürgen Uhl gestern auf Nachfrage dieser Zeitung.

Schriftliche Aufforderung

So habe man dann in der vergangenen Woche dem Dortmunder Besitzer des Ferienhauses schriftlich eine Frist zur sachgerechten Beseitigung zugestellt. „Doch der mehr als zwei Wochen andauernde Hochfrost hat dies zunächst verhindert“, berichtet Uhl aus Gesprächen zwischen der Fachbehörde in Meschede und dem Versicherer des Dortmunders Besitzers. Es habe viele, viele Gespräche gegeben. So habe man zunächst einen Dachdecker mit Gefahrgutzulassung suchen müssen, der die Brandruine fachgerecht entsorgen dürfe. Außerdem gehe es auch um die Reinigung der benachbarten Grundstücke von abgesprengten Eternitstücken. „Wir möchten auch wissen, was ist, wenn wir demnächst wieder Rasenmähen“, sagt Ruth Jürgens-Driemer. Reiche da ein Mundschutz zur gefahrlosen Ausführung oder sei vielleicht ein Schutzanzug erforderlich? Alles Fragen, die die Anlieger möglichst rasch beantwortet haben möchten: „Denn es ist ja unsere Gesundheit, die hier auf dem Spiel steht.“

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