Gute Vorsätze

Ernährungsberaterin: „Abnehmen beginnt immer im Kopf“

Christine Blüm.

Christine Blüm.

Foto: privat

Neheim.   Christine Blüm aus Neheim ist Fitnesstrainerin und Ernährungsberatierin. Im Interview erklärt sie, worauf es bei guten Vorsätzen ankommt.

Der Jahreswechsel steht fast immer auch im Zeichen guter Vorsätze. Dabei wiederum stehen Gewichtsreduzierung und gesünder Leben weit oben auf der Liste, gehen ­ohnehin Hand in Hand. Damit es nicht beim Vorsatz bleibt, haben wir eine Fachfrau befragt, die sich bestens auskennt: Christine Blüm aus Neheim ist Fitnesstrainerin, Ernährungsberaterin und studierte Soziotherapeutin.

Was halten Sie von Vorsätzen wie abnehmen und gesünder leben?

Christine Blüm: Grundsätzlich finde ich es gut, wenn jemand den Entschluss fasst, etwas für sein Wohlbefinden zu tun – aber der Ansatz muss realistisch bleiben. Das heißt, der Vorsatz sollte umsetzbar und im normalen Tagesablauf durchführbar sein. Bis Ostern 30 Kilo abzunehmen, wäre unter diesen Voraussetzungen utopisch.

Wer nur seinen Weihnachtsspeck los werden möchte, schafft das in der Regel problemlos, wenn er nach den Feiertagen wieder gewohnt Maß hält – die Eins-Drei-Regel hilft dabei: Für einen Tag, an dem reichlich geschlemmt wurde, sollten drei Tage mit weniger Essen eingeplant werden. Wer sich etwas vornimmt, sollte es immer planvoll angehen, sich Teilziele setzen. Wer stark übergewichtig ist, sollte zunächst Ursachenforschung betreiben. Abnehmen beginnt im Kopf.

Womit wir schon bei der Umsetzung wären – wie können Sie den „Abnehmwilligen“ helfen?

Eine wichtige Grundlage ist die Erstellung eines Ernährungsprotokolls. Darin werden die bisherigen Essgewohnheiten erfasst, u.a. wann esse ich was. Symptome wie Frustessen oder Essen ohne Hunger sind vor allem bei Frauen oft festzustellen. Gesunde Ernährung quasi mit Gewalt, z.B. ‘Jetzt ­esse ich nur noch Obst’ ist ebenso falsch. Aus dem ausgefüllten Protokoll lässt sich dann der neue Ansatz erarbeiten – häufig gilt es, täglich mehr Wasser zu trinken, Essenzeiten zu ändern, also, gleichmäßiger über den Tag zu verteilen, einseitige Ernährung zu vermeiden. Das kann guten Gewissens nach und nach erfolgen, Körper und Gehirn brauchen ohnehin Zeit, um sich darauf einzustellen.

Welche Rolle spielt der Sport beim Erreichen der gesteckten Ziele?

Sport treiben ist für die Gewichtsreduzierung natürlich ebenfalls sehr bedeutsam. Ein individuell ausgearbeiteter Trainingsplan sorgt für Erfolg beim Aufbau von Kondition und Muskeln. Gerade bei Frauen muss ich anfangs oft Missionarsarbeit leisten, was die Muskeln angeht (lacht). Grundsätzlich gilt – in der Gruppe macht das Trainieren mehr Spaß.

Steht die Gewichtsreduktion im Vordergrund, wird einmal wöchentlich gemessen und gewogen. Mein Tipp: Anfangs mit dem Hausarzt sprechen, vor allem, wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen. Entscheidend sind immer auch Disziplin und Wille, die Psyche spielt mit. Der Erfolg ruht auf den drei Säulen Ernährung, Bewegung und Unterbewusstsein.

Was uns zu Ihrer Biografie führt: Sie bieten „Rundum-Betreuung“?

Ja. Ich bin von Haus aus Erzieherin, habe selbst Fitnesssport gemacht, während meines Architekturstudiums dann entschieden, mich doch wieder mehr um ­Menschen kümmern zu wollen – habe dann Soziotherapie studiert. Nach einigen Jahren therapeutischer und sportlicher Beratung in verschiedensten Einrichtungen habe ich beschlossen, meine Fähigkeiten unter einem Dach zu bündeln – und mich 2006 mit ‘rundum Frau’ selbstständig gemacht.

In Ihrem Studio setzen Sie Ihren persönlichen Schwerpunkt auf Gewichtsreduktion, warum? Sie selbst sind doch nicht betroffen...

Nicht von Übergewicht, nein. Aber in meiner Jugend hatte ich selbst einige Zeit lang mit Essstörungen zu kämpfen. Das ging damals in Richtung Bulimie – und hat mich geprägt. Darum ist es mir bis heute sehr wichtig, Menschen mit Essproblemen zu verstehen – und ihnen zu helfen.

Wie sieht es mit eigenen Vorsätzen für 2018 aus?

Da habe ich keine Ambitionen. Für mich gilt dieses Jahr einzig der Vorsatz: ‘Ich will so bleiben wie ich bin’...

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